Zwischenbericht: Wie ich mit dem Aufräumen und Ausmisten vorankomme

Vor kurzem hatte ich Euch tatkräftig angekündigt, unser Haus auf Vordermann zu bringen. An Marie Kondo bin ich vor Jahren gescheitert – stattdessen machte ich mich mit meiner eigenen Methode ans Werk. Weniger streng, etwas impulsiver, aber ebenfalls mit dem Vorsatz: Überflüssiger Ballast muss weg! Mein Ziel ist kein blitzblankes Haus. Es muss hier auch nicht aussehen wie in einer Wohnzeitschrift oder bei so manchem Interiorblog. Hier wohnen schließlich Menschen. Fünf Stück. Fünf echte Menschen. Davon drei Kinder, die alles überall liegen lassen und eine Sammelleidenschaft haben. Aber ich wollte endlich mal durchs Wohnzimmer gehen, ohne über Eisenbahnen oder Legosteine zu stolpern. Ich wollte aufs Sofa plumpsen können, ohne erst alte Zeitschriften, Kinderbücher und Spielkarten wegzuräumen. Ich wollte endlich mal auf Anhieb den Tuschkasten finden und die Treppe hochgehen, ohne um wackelnde Stapel herum zu balancieren. Meine Ansprüche sind nicht hoch! Was mir fehlte, war vor allem die Zeit, endlich mal anzufangen. Nun bin ich ein großes Stück weiter (noch nicht am Ende) und nehme Euch mit auf einen kleinen Rundgang durch Wohnzimmer, Esszimmer und Küche!

Die größte Hürde war: erst einmal anzufangen. Sich hinzusetzen und wirklich loszulegen. Und nicht die tausendste Ausrede zu erfinden, weshalb es noch nicht der richtige Zeitpunkt zum Aufräumen und Ausmisten ist. Da ich kaum etwas motivierender finde als Erfolgserlebnisse, habe ich im Wohnzimmer angefangen. Überschaubarer als die Küche und man hat sofort etwas davon, da wir uns ständig im Wohnzimmer aufhalten. Ich fing mit der leichtesten Aufgabe an: das Ausmisten der Bücherregals. Hier war ich rigoros. Ich liebe Bücher, ich lese viel, aber viele Bücher tatsächlich auch nur einmal. Und mein Geschmack hat sich geändert. Waren es früher Krimis, die ich verschlungen habe, bin ich seit ich Kinder habe Fan von Familienromanen. Also Schritt 1: Alle Bücher raus, die ich nicht mehr mag, nicht wieder lesen werde, die ganz nett, aber nicht mehr waren. Es waren viele Bücher. Ein Teil davon verkaufte ich beim Momox. Ein Teil brachte mein Mann zu Oxfam. Einen anderen Teil stellte ich in einer Kiste vor die Haustür und hängte ein „zu verschenken“ Schild dran. Und ein paar ganz ramschige alte flogen ins Altpapier.

Das Resultat: Ein nach Farben sortiertes Regal, in dem auch endlich Platz für andere Dinge ist wie Kartons mit Handyladekabeln oder Fotoalben.

Weiter ging es im Kinderzimmer, wo ich ebenfalls so weit aussortierte, wie meine Kinder es zuließen. Ich stellte fest: Wir haben zwar viel Spielzeug, aber nicht viel verschiedenes. Also, ich meine: Wir haben Unmengen von Legos. Unmengen Duplos. Unmengen Holzeisenbahnteile. Und Unmengen Kinderbücher. Und Unmengen Gesellschaftsspiele. Aber wenn man diese Kategorien sieht, dann ist es gar nicht so viel. Wir haben kein Playmobil, keine Schleichtiere, keine anderen Spezialspielzeuge. Das ist schon mal gut. Was ich durchsetzte (bisher klappt es): Das Kinderzimmer darf aussehen, wie es will. Die Kinder dürfen auch im Wohnzimmer spielen. Aber: Im Wohnzimmer wird abends abgebaut und aufgeräumt. Im Kinderzimmer darf es stehenbleiben. Bisher klappt es! Schon allein deswegen, weil die Jungs im Kinderzimmer einfach die Tür zumachen können und so ihre kleine Schwester keine Murmelbahnen oder Legobauwerke zerstören kann.

9C639559-6EA9-488B-AC7F-537A417BDA8D.jpeg

Was ich dann anging waren die ganzen Stapel, die sich überall im Haus verteilt hatten. Darüber hatte ich ja mal geschrieben. Mangels festen Platz wurde alles irgendwohin gestapelt, was nicht sofort weggeräumt wurde. Also habe ich feste Plätze geschaffen. In Form von Schubladen in den Schränken im Esszimmer, die ich beschriftet habe. So dass man weiß, was wohin gehört. Ich habe  Kisten für Handy- und Kameraladekabel gemacht, ich habe Schnickschnack aussortiert (in den meisten Fällen einfach relativ emotionslos weggeworfen) und mir die Mühe gemacht, für alles, was rumlag einen Ort zu suchen. So habe ich auch das Esszimmer wieder einigermaßen hergerichtet.

DB1F5D89-2155-4DB4-A835-494164AA9339.jpeg

Der Tischkicker (vorher Ablagefläche von allem möglichen) ist endlich wieder bespielbar! Und auf dem hübschen antiken Buffet, das wir mal ersteigert haben, liegt kein Krimskrams mehr gestapelt. Es gibt einen Stiftehalter neben dem Telefon und endlich ein Regal für Gewürze und Kochbücher.

In unserer Diele habe ich alte Klamotten von der Garderobe genommen, partnerlose Handschuhe weggeworfen und die Sommerkleidung ins Schlafzimmer gebracht. Ich habe Haken für Fahrradhelme angebracht, so dass die nicht mehr im Weg rumfliegen. Ich habe mich von alten Schuhen getrennt. Und die Stapel von der Treppe geräumt. Und altes Schuhputzzeug weggeworfen. Haken für Mützen angebracht. Und Haken für die Rucksäcke der Kinder. Ich sage Euch: Feste Plätze einrichten ist super. Vor allem für solche Sachen wie Fahrradhelme. Am besten auf Haken, weg vom Fußboden.

Weiter ging es in der Küche, wo ich Plastikschalen ohne Deckel wegschmiss, ebenso verbogene Plätzchenformen, Gläser, deren Glas verschrammt und zerkratzt war, angestoßene Tassen und alte Tees, die ich nie mochte. Ich habe alte Gewürze weggeworfen und für die anderen von meinem Mann ein Regal anbringen lassen. Und auf einmal war im Schrank Platz für die Küchenmaschine, so dass die nicht mehr auf der Arbeitsplatte stehen muss und ich endlich mehr Arbeitsfläche habe.

Hört sich jetzt alles gar nicht so dramatisch an, oder?

Als ich erst einmal angefangen hatte, war es auch gar nicht so schlimm. Es ging schneller als ich dachte! Und es ist tatsächlich einfacher, Ordnung zu halten ,wenn diese Grundordnung da ist. Es sieht einfach so viel cleaner und gemütlicher aus. Auf einmal wirken die Räume wieder so groß! Ich muss gestehen: Ich fühle mich so sehr viel wohler als in dem Total-Chaos, das vorher herrschte und sich angestaut hatte in den Monaten, in denen ich einfach zu nix kam.

F300B634-A69C-4F80-BAE2-C35F10FD4606.jpeg

Nun gibt es aber noch vier Aufgaben, die auf mich warten: Die Badezimmer (sind relativ schnell gemacht. Alte Kosmetikpröbchen habe ich schon weggeworfen. Und unsere Bäder sind so klein, dass sich da nicht so viel ansammeln kann). Dann aber drei Herkulesaufgaben: Das Schlafzimmer, in dem auch der Kleiderschrank der Kinder steht (damit sie mehr Platz im Kinderzimmer haben, denn das Schlafzimmer ist recht groß). Dh ich muss ans Klamottenausmisten. Von mir und den Kindern (der Gatte muss natürlich auch ran an seine Kleiderschrankhälfte). Und damit verbunden: Ich muss an die Wäscheberge ran. Ich komme nämlich mit dem Waschen nicht mehr hinterher. Mein Ziel: Die Wäscheberge abtragen und dann Klamotten ausmisten und die Kleiderschränke neu ordnen.

Ist das geschafft, bleiben der Dachboden und mein Büro. Mein Büro ist zu einer Art Abstellraum mutiert, da ich solange meine Kleine noch nicht in der Betreuung ist, im Wohnzimmer an einem Sekretär arbeite. So höre ich sie besser, wenn sie schläft und so kann ich auch mal arbeiten, während ich die Kinder im Blick habe. In meinem Büro türmen sich dafür jetzt die Aktenordner, die Ablage, die ich dringend abheften muss, die Unterlagen für die Steuererklärung,  die auch vor mir liegt, Geschenkpapiervorräte und dann alles, was ich für den Flohmarkt aussortiert habe. Der ist erst im Mai, solange muss das Zeug da liegenbleiben. Aber dann werde ich mein Büro hübsch herrichten, so dass ich ab August, wenn die Kleine in den Kindergarten kommt, so richtig in angenehmer Umgebung loslegen kann! Einen neuen Schreibtisch und zwei neue Regale habe ich auch gekauft (naja, das war vor vier Jahren, aber ich habe mir fest vorgenommen, sie bald mal aufzubauen!).

Ganz am Ende muss ich dann an den Dachboden ran. Alte Koffer habe ich tatsächlich schon aussortiert. Aber da versteckt sich noch so einiges und ich befürchte, an die Hälfte kann ich mich gar nicht mehr erinnern…

Aber erst mal will ich mich ja motivieren und belohnen und deshalb habe ich mir vorgenommen, als Belohnung für einen aufgeräumten Kleiderschrank endlich mal eine neue Jeans und einen neuen Pulli zu gönnen :-)

Ich halte Euch auf dem Laufenden, wie es hier weitergeht und ob ich meine persönliche Aufräumchallenge durchhalte. Was ich aber sagen kann: Wenn man einmal eine Grundordnung drin hat, dann fällt es selbst Chaoten wie mir leichter, die Ordnung auch einzuhalten. Ich bin tatsächlich disziplinierter geworden und lege eine Zeitschrift entweder ins Altpapier oder, wenn ich sie nochmal lesen will, in die Zeitschriften-Kiste. Und nach dem Malen mit den Kindern schiebe ich die Stiftekiste zurück in die Schublade, auf der draufsteht „Stifte und Papier“.

Natürlich ist es nicht perfekt. Aber hier wohnen ja auch fünf Menschen, fünf echte Menschen. Und das kann man auch ruhig sehen!

Willkommen bei der ganznormalenMama! Wollt Ihr  familienfreundliche Reisetipps? Oder kinderleichte Rezepte? Oder Lustiges, Nachdenkliches aus dem Mamaalltag? Dann stöbert im Archiv und folgt mir per Email,  auf Facebook, bei Instagram oder Pinterest – ich freue mich auf Euch!

Und wusstet Ihr, dass mein neues Buch Die Kunst, keine perfekte Mutter zu sein: Das Selbsthilfebuch für gerade noch nicht ausgebrannte Mütter auf dem Markt ist?  Und natürlich immer noch erhältlich ist mein Ratgeber zum Thema zweites Kind: „Willkommen Geschwisterchen: Entspannte Eltern und glückliche Kinder

2 Kommentare zu “Zwischenbericht: Wie ich mit dem Aufräumen und Ausmisten vorankomme

  1. Sieht toll aus bei dir, der ganze Aufwand lohnt sich offensichtlich! Weiter so! Meine Wäscheberge sind auch noch dran…;-)
    Viele Grüße
    Rike

  2. So eine Grundordnung schaffen Monsteraufgabe steht mir auch noch bevor. Und genau wie bei dir, lassen drei Kinder und ein Ehemann auch mal was rumliegen. Also bin ich noch nicht dazu gekommen. Alltägliche Hausarbeit, Kinder bespaßen, und, und, und. Aber die Wäsche der Kinder habe ich letztens aussortiert. die wachsen ja auch immer so schnell.
    Aber dein Artikel und deine tollen Fotos regen zum Nachmachen an. Du hast mich motiviert ;)
    Liebe Grüße von der Küste
    Jacqueline

Beim Kommentieren stimmt Ihr meiner Datenschutzerklärung (siehe Menü) zu.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.