Magic Aufräuming nach der Ganznormalemama-Methode (oder: Wie ich an Marie Kondo scheiterte)

Jedes Jahr kurz nach Weihnachten packt mich nicht nur das Fernweh, sondern auch die Sehnsucht nach einem aufgeräumten Zuhause. Nach einem Esszimmer, das auch seinen Namen verdient, nach einem Sofa, auf das man sich setzen kann, ohne vorher sieben Bücher, zwanzig Legosteine und vier Kuscheltiere zur Seite zu räumen. Ich kaufe Hyazinthen und Tulpen, um den Frühling einziehen zu lassen und suche verzweifelt nach einem Ort, an dem ich die Vase abstellen kann. Der ist schwer zu finden, weshalb die Blumen ein eher trauriges Dasein zwischen Altpapierstapeln und partnerlosen Socken fristen. Ich will Ausmisten, mich befreien von all dem Ballast und endlich nicht mehr über Stapel alter Zeitschriften stolpern, wenn ich die Treppe hochgehe! Ich will endlich wieder Platz im Kleiderschrank und in den Küchenschränken. Und ich will einen Platz für all die Dinge, für die man keinen festen Platz hat und sie deshalb auf jeder frei verfügbaren Fläche ablegt. Jedes Jahr dasselbe um die Jahreszeit und es geht nicht  nur mir so. Ausmisten ist das Top-Thema in allen Zeitschriften und nun geht Marie Kondo, DIE Aufräumqueen schlechthin, sogar mit einer Netflixserie an Start. Mit Marie Kondo werde ich meine Ausmist-Challenge jedoch nicht starten, denn ich scheiterte an ihrem Konzept vor zwei Jahren grandios. Ein neues Konzept muss her!  

Marie Kondo hat ein tolles Buch geschrieben: Magic Cleaning. Ihr Konzept hört sich super an. Ich war vor zwei Jahren euphorisch dabei, Dinge auszumisten, nur zu behalten, was mich glücklich macht. Das Problem: Die meisten Dinge, die ich besitze, machen mich glücklich. Aber es sind immer noch zu viele. Zumindest beim Kleiderschrank gelang es mir das Ausmisten nach Marie Kondo – und voll motiviert machte ich mich ans Wäsche zusammenlegen nach Marie Kondo. Sie hat da ja ihre eigene Methode entwickelt – bei faltet man die Sachen so, dass man sie stehend statt aufeinander liegend im Kleiderschrank  verwahrt. Der Gatte belächelte meine Faltversuche, es war dieses Lächeln, dass man seinen Kindern schenkt, wenn sie ganz furchtbar süß sind, und prophezeite: „Das hältst du doch keine zwei Wochen aus.“

Nun. Er hatte unrecht. Ich schaffte es, diese neue Ordnung tatsächlich 16 Tage durchzuhalten. Aber dann verfiel ich in alte Muster. Und schon bald lagen die Klamotten wieder mehr schlecht als recht zusammengelegt. Naja. Teilweise auch einfach irgendwie in den Schrank gestopft.

Ich sage nur: Spannbettlaken! Die bilden bei mir eigentlich nur ein riesiges Knäuel, und dass, obwohl ich wirklich Youtube-Tutorials geguckt habe, wie man die richtig faltet! Dicke Wollpullis sind auch so Kandidaten. Die bilden auch einfach nur riesige Knäuel und haben die Gabe, im Kleiderschrank einfach immer mehr aufzuquellen.

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Das war also mein Aufräumversuch nach Art Marie Kondo. Nix mit Magic Cleaning. Zu meiner Verteidigung. Es lag nicht nur an mir. Marie Kondo hat leider auch nicht an meine drei Kinder gedacht, die leider meine Chaosgene geerbt haben und dazu noch das ausgeprägte Sammelgen ihres Vaters. Keine guten Voraussetzungen. So gleich das Ausmisten mit meinen Kindern eher einer Sisyphusarbeit (darüber habe ich hier auch mal gebloggt). Kaum habe ich eine Ecke aufgeräumt und wende mich der nächsten Ecke zu, wird hinter meinem Rücken alles wieder auf den Kopf gestellt. Es nimmt einfach kein Ende!

Aber nun reicht es. Ich möchte wirklich wieder einen Abend einfach aufs Sofa sinken, ohne dass sich Legosteine in meinen Hintern bohren und ich vorher sieben Zeitschriften zur Seite legen muss. Ich möchte morgens mit einem zielsicheren Griff die Mützen für alle drei Kinder herbeizaubern. Und ich möchte morgens im Kleiderschrank auch im Halbschlaf meine Jeans finden.  Und ich möchte in der Küche vorm Kochen nicht erst eine halbe Stunde lang die Arbeitsplatte freiräumen.

Magic Cleaning habe ich ad acta gelegt, es tut mir leid, liebe Marie Kondo, ich finde das Buch klasse und verlockend, aber leider nicht für den Ernstfall geeignet. Also stelle ich mir meine eigenen Aufräum-Challenge zusammen. Seid Ihr dabei? Ich räume unser Haus auf und nehme Euch dabei mit. Denn so setze ich mich selbst ein wenig unter Druck – schließlich wollt Ihr alle wissen, wie es hier weitergeht und natürlich Ergebnisse sehen, nicht wahr???

Ich versuche mal strategisch vorzugehen. Vielleicht wird das ja auch ein Erfolgsrezept a la Marie Kondo? Magic Aufräuming  nach der Ganznormalemama-Methode?

Schritt 1. Identifiziere Deine Hauptprobleme.

Sind bei mir einige. 1. die Sammelleidenschaft diverser Familienmitglieder.

2. Wir haben zu viel. Zu viel von allem. Und leider will keiner was hergeben.

3. Wir haben zu wenige Orte, an die etwas gehört. Also feste Orte, an die Dinge wieder zurückgelegt werden.

4. Und wenn wir diese Orte haben, hält sich keiner an die Rückräumregel.

5. Es fehlen Stauraummöglichkeiten.

6. Es mangelt bei diversen, nun ja, äh, allen Familienmitgliedern an Disziplin, Ordnung auch einzuhalten.

7. Ich leide unter akuter Stapelbildung. Auf den Treppen, in den Ecken, überall Stapel. Kaum ist einer abgetragen, wächst der nächste in die Höhe.

Schritt 2. Löse Deine Hauptprobleme.

Bei diesem Schritt bin ich jetzt.

  1. Ausmisten. Mein Plan: Zimmer für Zimmer. Mein Problem dabei: Mit Kindern und dem Arbeiten nebenher fehlt mir schlicht die Zeit, konsequent auszumisten. Bücher habe ich bereits aussortiert und den Bestand drastisch reduziert. Check! Ich habe nun mit den Küchenschränken angefangen. Und widme mich dann dem Kinderkleiderschränken. Danach meinem Kleiderschrank. Dann folgt die ganz große Herausforderung: Die Malsachen der Kinder im Esszimmer. Und als Königsdisziplin: Mein Büro.
  2. Feste Orte schaffen, an die alle Dinge gehören. Und durchsetzen, dass jedes Ding auch an seinen Heimatort zurückgelegt wird.
  3. Stapel abtragen!
  4. Echte Stauräume schaffen. Bisher hapert das bei mir.  Ich kaufe sehr gerne Kisten und Kästen. Bei Ikea sieht das ja auch immer so schön einfach aus. Ordnungssysteme. Bei mir leider nur so: Kisten, die irgendwo rumstehen, meistens im Weg, und in die ohne irgendein System alle reingeworfen wird. Und dann ebenso schnell ausgekippt wird, wenn einer etwas sucht, was jemand anders an „einen besonders guten Platz“ gelegt hat. Wir brauchen Regale. Clevere Orte für Ordnungssysteme. Ablageflächen, die nicht aus einem Tischkicker oder einer Fensterbank bestehen. Keine Fremdnutzung und Zweckentfremdung. Aber bis ich bei diesem Punkt angelangt bin, muss ich unseren Bestand drastisch reduzieren.
  5. Ich muss Rückräumregeln aufstellen. Für alle Familienmitglieder.

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Schritt 3: Behalte die Ordnung bei.

Der schwierigste Schritt! Jedes Ding kommt an seinen Platz. Wenn ich etwas Neues kaufe,  muss dafür etwas Altes gehen. Und alle paar Monate wird der Bestand angepasst. Und ALLE müssen sich an die Ordnungsregeln halten! (auch ich).

Das ist also meine persönliche Aufräum-Challenge. Magic Aufräuming in every room. Ich nehme Euch (um mich selbst zu challengen) die nächsten Wochen mit und würde mich sehr freuen, wenn Ihr mitfiebert und vielleicht auch mit macht und über Eure Fortschritte berichtet – und mich so motiviert, dranzubleiben. Was sind denn Eure Hauptprobleme beim Aufräumen?

Das Bücherregal hat also schon ordentlich Federn gelassen. Dadurch habe ich nun Platz im Regal für tolle bunte Stauraumkisten, die ich mit allerlei Kram füllen kann, der sonst so rumfliegt. Aber da ja eben DAS mein Schwachpunkt ist, nämlich dieses sinnlose Füllen von Kisten, will ich hier jetzt systematisch vorgehen. Eine Kiste für Ladekabel. Eine Kiste für Stricksachen und Strickmuster. Und so weiter. Auf die Kinderkleiderschränke freue ich mich als nächstes. Ein wenig graut mir vor den Stapeln, die demnächst abgetragen werden sollen… Ich werde Euch über meine Fortschritte (und Rückschläge!) auf dem Laufenden halten.

Bis dahin – have fun with the Aufräuming!

Kolumne. Ausmisten nach Magic cleaning von Marie Kondo funktioniert im Haushalt mit drei Kindern nicht - der Versuch Ordnung in den familienhaushalt zu bringen, ausmisten und aufräumen und dauerhaft Ordnung halten. Eine eigene Methode für mehr Ordnung im Haus - Tipps und Anleitung

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17 Kommentare zu “Magic Aufräuming nach der Ganznormalemama-Methode (oder: Wie ich an Marie Kondo scheiterte)

  1. Oh ja, das könnte bei uns sein! Für die „total lange“ Mutterschutzzeit habe ich to-do-Zellen an alle Zimmertüren gehängt mit Aufräum-, Ausmiste- und Einrichtungspunten. Tja, leider hängt mehr als die Hälfte immer noch (Baby jetzt 13 Monate)….aaaaber, wir haben uns für Anfang Februar auf einem Flohmarkt angemeldet und das erhöht den Motivation, denn sonst gibt es nach dem Ausmisten ja gleich wieder das Problem „wohin damit?“. Denn Gutes wegwerfen mag ich nicht, Kleinanzeigen ist oft recht mühsam und dann stehen doch wieder Kisten auf dem Dachboden!
    Also, ich bin gerne dabei!

  2. Hallo meine Liebe!
    Ich wünsche dir viel Durchhaltevermögen und Kraft du schaffst das!
    Und ganz wichtig mein Tipp; Boxen SOFORT BESCHRIFTEN und dann wirklich ganz wirklich nur rein was draufsteht :D ich bin ein Boxen Fan aber bei unbeschrifteten Boxen weiß man ja auch gar nicht was da rein gehört
    Ganz liebe Grüsse
    Manuela

  3. Puh! Ich bin beruhigt! Ich hatte eigentlich den Plan, vor der Geburt unseres Sohnes radikal auszumisten. Naja, immerhin Bücher hab ich aussortiert. Für alles andere hatte ich bisher wenig Motivation 🙈. Dabei wünsche auch ich mir bei all dem angehäuften Kram, den wir alle leidenschaftlich sammeln, mehr Klarheit, mehr Struktur, mehr Ordnung, mehr Platz zum Atmen. Bin gespannt, wie es bei dir weitergeht und hoffe auf zusätzliche Motivation und Inspiration für mich. :)

  4. Auch hier leiden die männlichen Mitbewohner im Haus (wir haben genau die gleiche Familienkonstellation) unter einem Sammelgen. Leider sind wir an akutem Stapelproblem längst in den chronischen Bereich geschlittert bzw gestolpert
    Ich bin auch schon wieder am ausmisten und umräumen……lange hält es nicht an

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