Wie wir Eltern unsere Kinder zu mehr Bewegung ermuntern können – und uns selbst mehr bewegen

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Es ist ja eigentlich kein Geheimnis: Bewegung ist gut für die Gesundheit. Am besten auch noch Bewegung an frischer Luft. Die Vorteile muss ich nicht auflisten, oder? Ganz ehrlich: Wir wissen es ja. Und trotzdem bewegen sich viele Erwachsene zu wenig. Nun ja. Da ist die Arbeit, die Fahrten mit dem Auto, der Feierabend, den man mangels Puste am liebsten auf dem Sofa verbringt. Wir Erwachsene haben viele Ausreden, wenn es darum geht, sich vor Bewegung zu drücken. Aber was mich erstaunt hat, als ich die AOK Familienstudie 2018 las: Im Durchschnitt bewegen sich Kinder nur an 3,6 Tagen in der Woche für mindestens 60 Minuten so intensiv, dass Puls und Atmung leicht ansteigen. Nur 10 Prozent der Kinder und Jugendlichen erreichen die von der WHO geforderten 60 Minuten am Tag. Woher kommt das?! Sind Kinder nicht immer gerne in Bewegung?! Ist ihnen der Bewegungsdrang nicht angeboren? Die AOK Familienstudie ergab, dass es auch an den Eltern liegt, die oft mit schlechtem Beispiel vorangehen. Noch nicht einmal die Hälfte der Eltern bewegt sich täglich gemeinsam mit den Kindern. Aber wie können wir Erwachsenen mit gutem Beispiel vorangehen und mehr Bewegung in den Alltag bringen?  

Bei mir ist es umgekehrt: Mich haben meine Kinder zu mehr Bewegung gebracht. Seit ich Kinder habe, bewege ich mich so viel wie zuletzt selbst als Kind. Damals war ich auch ständig in Bewegung, flitzte überall hin und konnte den ganzen Nachmittag lang mit Freunden durch die Nachbarschaft toben. Stundenlang. Total aus der Puste, aber glücklich. Egal, wie das Wetter war. Seit ich Kinder habe, habe ich die Bewegung wiederentdeckt. Mit dem Kinderwagen spazieren gehen – damit geht es los. Sobald sie laufen können, flitzt man eh nur noch hinter ihnen her. Ruhiger wird es dann erst, wenn sie sich auf dem Spielplatz sicher bewegen können und man nicht mehr an jedem Klettergerüst mit ihnen anstehen muss. Und dann verfällt man wieder in alte Bewegungsmuster: Sitzt auf der Bank, trinkt Kaffee mit anderen Müttern.

Was mich jedoch immer noch in Bewegung hält: Das morgendliche Bringen in den Kindergarten, das Abholen, das Einkaufen und die Spaziergänge zu Freunden. Und unsere Strandspaziergänge an den Wochenenden. Da wir in der Innenstadt wohnen, erledige ich alles zu Fuß und komme auch an normalen Tagen auf meine 9000 Schritte auf dem Schrittzähler, Tag für Tag. Und da man ja meistens zu spät ist auf dem Weg in den Kindergarten, bin ich auch noch schnellen Schrittes unterwegs.

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Ein Glück werde ich diese Spaziergänge noch eine Weile haben, denn mein Baby kommt ja im Sommer in den Kindergarten. Aber was mache ich, wenn diese Spaziergänge wegfallen? Werde ich dann in alte Bewegungsmuster zurückfallen?

Mit Kindern in Bewegung bleiben

Die WHO empfiehlt 150 Minuten Bewegung mit „moderater Intensität“ pro Woche. Das schaffe ich momentan locker. Wie Dreiviertel der befragten Eltern aus der AOK-Familienstudie. Zu intensivem Sport komme ich einmal die Woche – da habe ich meine Yogastunde und ja, ich finde, das ist „intensiver Sport“. Das schafft ein Drittel der Eltern, so die Familienstudie. Ein Drittel der Eltern sagt aber auch, dass regelmäßige Bewegung nicht zu ihrem Familienalltag gehört. Mit den dazugehörigen gesundheitlichen Folgen – Übergewicht, erhöhtes Diabetes-Risiko, Rückenschmerzen und so weiter…

Und das färbt auf die Kinder ab. Eigentlich logisch, oder? Was die Kinder machen statt nachmittags zu toben? Sie sitzen vor Bildschirmen. Laut Familienstudie nehmen die Inaktivitätszeiten zu: 59 Prozent der Vier- bis Sechsjährigen und 44 Prozent der Sieben- bis Zehnjährigen sitzen unter der Woche mehr als eine halbe Stunde, bzw mehr als eine Stunde am Tag vor Bildschirmen – also mehr als die allgemeinen Empfehlungen! Und am Wochenende sind es noch mehr. Klar, meine Jungs dürfen auch mal was gucken. Und es gibt Tage, an denen dürfen sie noch ein bisschen mehr gucken. Die Dosis macht es, denke ich!

Wichtig ist, dass es auch einen Ausgleich gibt – und zwar in Form von Bewegung.

Aber wie schaffen wir Eltern es, uns im Alltag mehr zu bewegen?

Solange man in Elternzeit ist und jeden Tag seine Runde mit dem Kinderwagen dreht, ist das mit der Bewegung gar nicht so schwer. Und an der frischen Luft ist man dabei auch noch. Aber kaum setzt dann der Alltagstrott wieder ein… wer nicht gerade mit dem Rad oder so wie ich zu Fuß unterwegs ist, der kommt nur schwer auf seine 150 Minuten Bewegung in der Woche. Ich habe einige wirklich nützliche Tipps, wie man mehr Bewegung in den Alltag integrieren kann, auf der Webseite der AOK Hessen gefunden, darunter den Tipp, den ich tatsächlich immer beherzige: im Stehen Telefonieren! Ich laufe gerade bei längeren Telefonaten gerne im Zimmer herum, dabei kann ich mich irgendwie besser telefonieren – kennt Ihr das auch?

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Bewegung in den Alltag bringen

Wie ich noch mehr Bewegung in den Alltag bringe? Ich lasse die Wasserflasche oder Teekanne in der Küche – so muss ich immer aufstehen, wenn ich mir nachschenken möchte. Ich nehme grundsätzlich jede Treppe, die ich finde statt dem Fahrstuhl – es sei denn, ich habe den Kinderwagen dabei. Ich mache schon morgens beim Zähneputzen Gymnastik, in dem ich auf den Füßen wippe, die „Wadenpumpe“, die auch gut gegen Krampfadern und dicke Füße ist. Dasselbe abends natürlich. Ich mache so viel wie möglich zu Fuß und zwar wenn es geht schnellen Schrittes. Und beim Geschirrspülerausräumen trage ich die Teller einzeln durch die Küche zu ihrem Schrank. Was ich mir seit ich Kinder habe, angewöhnt habe: Ich setze mich zu ihnen auf den Fußboden. Dort sitzt man ganz anders als auf dem Sofa. Und wenn man aufsteht, ist der ganze Körper in Bewegung.

Aber am allerliebsten bin ich mit meinen Kindern an der frischen Luft – an den Wochenenden geht es eigentlich immer an den Strand oder in den Wald, egal wie das Wetter ist. Und auch wenn meine Jungs dann meistens meckern, dass sie lieber Lego bauen wollen – sobald wir am Strand sind, flitzen sie umher und wollen am Ende gar nicht mehr nach Hause. Das ist es, was ich unter gutem Beispiel vorangehen verstehe. Ich selbst bin so aufgewachsen: Meine Eltern waren mit meinem Bruder und mir bei Wind und Wetter draußen und sei es auch nur „um einmal um den Pudding zu laufen“. Das hat mich so sehr geprägt, dass ich es heute mit meinen Kindern nicht anders mache. Mit gutem Beispiel voranzugehen bringt also wirklich was!

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Bewegung hält die ganze Familie fit

Von einer positiven Einstellung gegenüber Bewegung haben alle etwas: Laut AOK Familienstudie haben Kinder in Familien mit einer positiven Einstellung  zur Bewegung haben Kinder seltener körperliche und psychische Beschwerden. Auch sind Kinder in Familien, die sich gern bewegen, etwas seltener gereizt oder launisch und haben seltener Probleme beim Einschlafen. Also – was hält uns davon ab, uns noch mehr zu bewegen?!

Der Zeitmangel. Den kenne ich leider auch. Neben meiner Yogastunde würde ich gerne häufiger meine Asanas machen – ich bin schon froh, wenn ich ab und zu einen schnellen Sonnengruß außerhalb des Yogakurses schaffe. Da geht es mir so wie den meisten Eltern. Wie man mehr Zeit für sich hat, darüber habe ich Euch ja viele Tipps in meinem Buch „Die Kunst, keine perfekte Mutter zu sein“ aufgeschrieben. Ein Video mit vielen Tipps, wie man den Spagat zwischen Arbeit, Haushalt und Kindern leichter meistern kann, gibt es auch bei der AOK Hessen – lasst Euch doch davon inspirieren und fang noch heute an!

Ich werde jetzt mal mit gutem Beispiel vorangehen und mit meinen beiden Jungs schwimmen gehen! Wir gehen übrigens zu Fuß in die Schwimmhalle :-) Dafür gibt es danach auch eine große heiße Schokolade. Yummieh!

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Und wusstet Ihr, dass mein neues Buch Die Kunst, keine perfekte Mutter zu sein: Das Selbsthilfebuch für gerade noch nicht ausgebrannte Mütter auf dem Markt ist?  Und natürlich immer noch erhältlich ist mein Ratgeber zum Thema zweites Kind: „Willkommen Geschwisterchen: Entspannte Eltern und glückliche Kinder

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