Willkommen zurück, Erkältungszeit!

Da ist sie wieder. Die Erkältungszeit. Ich kann nicht wirklich behaupten, dass ich sie vermisst habe. Monatelang kein Infekt. Abgesehen von der Blasenentzündung, die unsere Babymaus im Finnlandurlaub hatte. Aber keine schniefenden Nasen, keine schlaflosen Nächte wegen Ohrenschmerzen oder plötzlich auftretendes Scharlach. Letzteres scheint nämlich besonders vernarrt in meine Jungs zu sein. Kaum baumelt am Kindergarteneingang der Zettel „wir haben einen Fall von Scharlach“ hat einer von den Jungs abends einen roten Hals und mag nicht mal mehr Nudeln mit Ketchup essen.  Ja, der Sommer war sehr schön. Und irgendwie vergisst man in diesen Monaten, dass es ja auch die andere Seite gibt. Ich spreche jetzt nicht vom Kuscheln bei Sturm und Plätzchenbacken, worauf ich mich sehr freue. Nee, die Rede ist von literweise Rotz und die Telefonnummer des Kindergartens auf dem Handydisplay, die von drohendem Unheil kündet. 

Mit meinem Mittleren ging es los. Schniefnase. Es blieb nur bei der Schniefnase, aber die zeigte sich in voller Pracht. So voller Pracht, dass sich das Babymädchen ansteckte. Bleibt nicht aus, wenn der große Bruder mit einem kuschelt. Da kann man noch so viel Hände waschen. Und so hatte unsere Babymaus ihre erste richtige, heftige Erkältung. Bisher blieb sie wirklich davon verschont, hatte mal zwei, drei Tage etwas Schnupfen, das war’s. Beim dritten Kind bin ich schlauer und weiß, dass es nicht ewig so weitergeht. Training des Immunsystems und so weiter. Ich kenn‘ das alles. Und trotzdem ist es einfach nervig, wenn ein Baby eine verstopfte Nase hat und nicht richtig schlafen kann. Die verstopfte Nase wich sehr schnell einer Triefnase. Und ich weiß nicht, was besser ist. Denn nun schien sie alles nachzuholen, was sie letzten Winter an Erkältungen verpasst hat.

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Ist es nicht immer wieder unglaublich, wie viel Schnotter aus so einer kleinen Babynase kommen kann?!

Meine Jungs fanden die Schnotterblasen lustig, die sich nach einem Nieser bildeten.

Ich eher nicht so wirklich.

Ich war eigentlich nur noch am Nase putzen, was Babys ja irgendwie nicht so witzig finde. Keine Ahnung, ob sie es lieber mögen, wenn ihnen alles in den  Mund läuft. Nasentropfen mögen Babys ja auch nicht so. Verstehe ich auch nicht. Ich finde es herrlich, wenn ich endlich frei atmen kann. Aber erkläre das mal einer knapp zehn Monate alten kleine Maus! Wahrscheinlich kamen auch schlicht zu wenig Nasentropfen bei ihr an, denn zur Schnotternase und dem Husten kamen dann noch die Ohrenschmerzen. Baby mit Ohrenschmerzen = wenig Schlaf für alle. Die Gleichung kennen wahrscheinlich alle Babymütter.

Sie bekam übrigens parallel dazu noch zwei Zähne. Gleichzeitig. Wenn man denkt, noch schlechtere Nächte gehen nicht, kommt die nächste Nacht und belehrt dich eines Besseren.

Es kam, wie es kommen musste. Obwohl meine Hände vom lauter Waschen schon trocken und rissig waren, hatten natürlich einige der fiesen Viren ihren Weg zu mir gefunden. Halsschmerzen, Ohrenschmerzen, Schnupfen, Schlafmangel. Alles doof.

Da wir auch gerade Herbstferien haben und ich also alle drei Kinder zuhause habe, war natürlich keine Zeit zum Ausruhen. Wie denn auch. Das Baby war wach und quengelig und wohnte quasi auf meinem Arm. Schlief sie tagsüber mal ein, wachte sie nach einer Viertelstunde auf, weil sie sich an einem ihrer zehn Liter Rotz verschluckte. Ich ging Abend für Abend mit den Jungs ins Bett und schlief früh ein, was nicht so viel nützte, wenn dann zwei Stunden später das Baby Hunger meldete und im Zweistundentakt weiter machte. Als sie auf dem Wege der Besserung war, lag ich dafür stundenlang nachts wach und dachte mir „lohnt sich nicht einzuschlafen, sie meldet sich eh gleich“. Tat sie nicht. Nunja, hab ich mal wieder geschafft ein Buch zu lesen. Von nachts zwei bis nachts vier Uhr.

Nun waren wir zwei Tage tatsächlich mal alle halbwegs gesund. Aber heute läuft der Maus schon wieder die Nase und mir schmerzt das Ohr und kratzt der Hals. Der Mittlere fängt auch an zu niesen. Nur der Große hält sich irgendwie. Hat sie wahrscheinlich schon alle durch die Kindergartenschnupfenviren.

Naja. Hab ich erwähnt, dass ich während dieser echt hartnäckigen Erkältung auch noch dringend ganz viel zu arbeiten hatte?! Is‘ ja irgendwie immer so. Abgabetermine sind Abgabetermine.

Tja. Da hilft nur Abwarten und Tee trinken – wie immer bei Erkältungen. Hab sie alle durch: Ingwer, Kurkuma, Sanddorn und wie sie alle heißen. Kenne alle Geheimmittel und Hausmittel und sage Euch: Bei Kindergarteninfekten wirken die nur beschränkt. Vor allem, wenn ein zahnendes, erkältetes Baby einem keinen erholsamen Schlaf gönnt.

Genug  gejammert.

Ich sollte mich besser dran gewöhnen. Denn das ist erst der Anfang der Erkältungszeit. Ich habe mich mit einem Jahresvorrat Taschentücher, Nasentropfen, Ingwer, Kurkuma, Sanddorn, Honig und was es so gibt, eingedeckt und sehe den nächsten Monaten tapfer entgegen.

Wie sagte eine befreundete Ärztin mal: „Erkältungen sind für Eltern sowas wie ein gesundheitlicher Normalzustand.“ Also dann. Willkommen im Normalzustand!

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