Feierabend vs. Ausgeschlafensein – jeden Abend dasselbe Dilemma

Hände hoch – wer von Euch schläft auch regelmäßig beim Insbettbringen der Kinder mit ein?! Mir passiert es ständig. Also wirklich ständig. Seit einem Jahr noch häufiger als früher. Denn in der Schwangerschaft war ich oft so müde, dass ab 20 Uhr mit mir eh nichts mehr anzufangen war. Und seit das Baby da ist und zwar gut durchschläft, aber dafür morgens ab halb sechs Babyparty macht, fallen meine Augen abends oft genug noch vor den Augen meiner Kinder zu. Dafür bin ich morgens (meistens) recht ausgeruht – aber ich muss ehrlich gestehen: Ich will meinen Feierabend zurück!

Was habe ich früher abends eigentlich gemacht? Faul auf dem Sofa gesessen. Gelesen. Im Internet gesurft. Einen Fernseher haben wir nicht mehr, Serien gucken ist auch nicht so meins, weshalb ich in Sachen Netflix und Co. keine Aktien im Spiel habe. Aber einfach mal in einer Zeitschrift blättern oder ein gutes Buch lesen. Ich liebe es. Oft genug habe ich abends auch gearbeitet – und das war eigentlich auch der Plan für die Elternzeit. Abends arbeiten, wenn die Kinder schlafen und Euch tolle, neue Texte auf den Blog zaubern!

Das Feierabend Dilemma; Lieber Ausgeschlafen sein und mit den Kindern ins Bett oder zwei STunden Feierabend genießen

Wie soll man sich auch bei so kuscheliger Gesellschaft noch mal aufraffen und aufstehen?

Ich liebe meine Kinder und ich liebe den nachmittäglichen Trubel. Aber ich gebe es zu: Ich liebe auch abends meinen Feierabend. Ich liebe die ein, zwei Stunden Ruhe auf dem Sofa. Dass mal keiner an mir zerrt, etwas von mir will oder sich zwei Jungs die Köppe einschlagen, weil der eine dem anderen nicht glaubt, dass der Weihnachtsmann neun Rentiere hat. Ich bin ja anspruchslos: Ich will gar nicht durch Kneipen ziehen. Ich will auch nicht stundenlang meine Me-Time genießen. Ich möchte einfach nur ein oder zwei Stündchen vor mich hin faulenzen und vielleicht auch ein oder zwei Sätze mit meinem Gatten wechseln, ohne dass ein kleiner Mann etwas dazwischenkräht.

Dann sollse doch abends einfach bis zehn wachbleiben, wo ist das Problem?

Das Problem ist meine Müdigkeit! Kaum komme ich zur Ruhe und kuschele ich mich mit den Jungs ins Bett (denn Einschlafen geht bei uns nur mit Einschlafkuscheln), kaum liege ich fünf Minuten, da fallen mir schon die Augen zu. Ich kann mich gar nicht wehren. Ich gestehe: Ich habe schon kapituliert. Ich mache mich mit den Jungs zusammen bettfertig. Dann kann ich einfach liegenbleiben. Wo es doch so gemütlich ist. Denn richtig doof ist es, wenn man irgendwann hochschreckt, sich halb im Schlaf ins Badezimmer schleppt, die Zähne putzt und die Augen abschminkt und dann im Bett liegt und nicht wieder einschlafen kann, stundenlang, sich aber trotzdem total matschig fühlt. Also mache ich mich prophylaktisch einfach mal mit Bett fertig. Hat auch was Pädagogisches: Seht her, wie toll die Mama ihre Zähne putzt!

Ich will meinen Feierabend wieder!

Aber trotzdem nehme ich mir jeden Abend vor: Heute bleibe ich mal wach.  Und schleiche mich nachher aus dem Schlafzimmer und fläze mich aufs Sofa. Ich liege also da und denke „bloß nicht die Augen zumachen“. Und vor lauter Denken schlafe ich dann ein. So herrlich gemütlich.

Und jeden Abend wiege ich von Neuem ab: Was ist mir wichtiger? Das halbwegs Ausgeschlafensein am nächsten Morgen? Oder der (wie ich finde wohlverdiente) Feierabend? Die zwei Stündchen Ruhe auf dem Sofa oder das Fitsein für den nächsten Tag?

Gerade diese Zeit für mich selbst ist im Moment rar gesät. Denn, wenn das Baby schläft und ihre Brüder sich grad großartig selbst beschäftigen, dann arbeite ich. Ich habe gelernt, unglaublich effektiv in diesen kleinen Zeitlücken zu arbeiten. Was gut für meine Arbeit ist und für mich als Selbständige sehr praktisch ist. Aber gleichzeitig fehlen mir dadurch diese vielen kleinen Momente zum Durchschnaufen, diese kleinen Momente für mich selbst (und wie wichtig auch diese kleinen Pausen sind, hab ich ja in meinem neuen Buch geschrieben!).

Zurzeit fällt meine Entscheidung meistens zu Gunsten des Ausgeschlafenseins aus. Ehrlichgesagt fälle ich diese Entscheidung gar nicht selbst, mein Körper übernimmt das für mich. Indem er einfach die Augen zuklappt und mir eine Mütze voll Schlaf verordnet. Aber so langsam nervt mich dieser Automatismus. Gerade jetzt, wo die Tage länger werden, da möchte ich auch mal wieder wach bleiben! Der Stapel der ungelesenen Bücher und Zeitschriften ist mittlerweile in Konkurrenz zum Mount Everest gewachsen – es wird höchste Zeit, das zu ändern!

Mal sehen, vielleicht schaffe ich es ja heute Abend. Ich nehme es mir mal vor. Und was macht Ihr so am Feierabend?!

Eltern und Schlafmangel: Jeden Abend schlafe ich mit meinen Kindern ein, dabei möchte ich doch auch Feierabend als Mama. #erziehung #familie

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Und wusstet Ihr, dass mein neues Buch Die Kunst, keine perfekte Mutter zu sein: Das Selbsthilfebuch für gerade noch nicht ausgebrannte Mütter auf dem Markt ist?  Und natürlich immer noch erhältlich ist mein Ratgeber zum Thema zweites Kind: „Willkommen Geschwisterchen: Entspannte Eltern und glückliche Kinder.

 

 

 

 

9 Kommentare zu “Feierabend vs. Ausgeschlafensein – jeden Abend dasselbe Dilemma

  1. Dieses Problem kenne ich gut. Wir haben in der Regel (aber Ausnahmen bestätigen die Regel natürlich ;-)) ein Abendritual bei dem die Kinder zwischen 19h und 19:30h im Bett sind. Dann bleiben wir noch etwas dabei sitzen, wir wechseln uns da ab, aber die Kinder schlafen meist relativ schnell ein und die Großen auch immer mehr allein, sodass man dann echt noch was vom Abend hat und das brauche ich. Sowohl für unsere Beziehung in der Ehe als auch für mich zum runterkommen und entspannen und bei der Uhrzeit komme ich dann trotzdem noch recht früh ins Bett, um am nächsten Tag fit zu sein.
    Für mich sind diese Abendstunden wirklich wichtig und den Kindern tut der Schlaf auch gut! ;-)

  2. Mit ging es auch oft so: und es ist eigentlich auch wichtig, Kräfte für den nächsten Tag zu sammeln! Inzwischen schlafen meine Kinder meißtens allein ein, so dass ich dann über meinen „toten Punkt“ komme und den Weg ins Bett nicht mehr finde! Also: entweder mit einschlafen und am nä.Tag fit, oder Zeit für sich und tranig am nächsten Tag 😐 Vielleicht lässt sich ja noch ein Mittelweg finden… Wobei alles einmal vorüber ist- und man sich dann die Kuschelzeit zurück sehnt😉

  3. Ich habe das bei allen drei Kindern so gehandhabt wie du jetzt. Die ersten Monate mit bettfertig gemacht und liegen geblieben. Obwohl mir die Zeit für mich gefehlt hat. Aber Schlaf war mir wichtiger. K3 war ausserdem so oft wach, ich wäre ständig zwischen Wohnzimmer und Schlafzimmer gependelt. Jetzt, nach 9 Monaten, schläft er ohne murren allein ein und durch. Und mein Feierabend ist wieder da! :-)

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