Wie wir in den Urlaub fuhren und ich urlaubsreif zurückkehrte

Wer mir auf Instagram folgt, hat es vielleicht mitbekommen: Wir waren im Urlaub. Eine Woche Mallorca, superlastminute zwei Tage vor Abflug gebucht. Als wir Ostereier im Schnee suchten, reifte die Entscheidung: Wir buchen die Sonne. Schnell mal weg, Wärme tanken, die Sonne in die Nase halten, im Café einen Cortado trinken, am Strand entlangflanieren, durch Gebirgsdörfer streifen, ein bisschen wandern gehen. Und das alles gemütlich als Familie. Soweit der Plan. Nun sind wir zurück und ich bin urlaubsreif. Also so richtig. Ich bräuchte jetzt noch mal eine Woche Urlaub. Denn dieser Urlaub hatte es in sich: Drei kranke Männer und eine Menge Premieren, die man nicht wirklich braucht. So wissen wir nun, dass spanischer Antibiotikasaft noch schlechter schmeckt als der deutsche und ich hatte das Vergnügen nach all den Jahren endlich mal unsere Auslandskrankenversicherung in Anspruch zu nehmen. Ach und ich weiß nun, wie das so ist, mit drei Kindern, davon einem Baby, am Hotelbuffet sein Essen einzunehmen.

Ich kam mir so verwegen vor, als ich den „Buchen“-Button drückte. So kurz vor knapp hatte ich noch nie einen Urlaub gebucht. Doch ich blickte aus dem Fenster in das österliche Schneetreiben und da war nur dieser Wunsch: Weg. Ab in die Sonne. Mallorca ist schnell zu erreichen, Millionen machen dort Jahr für Jahr Urlaub und schwören drauf- die können doch nicht irren. Das Wetter sollte gut werden, auf der Insel steht grad alles in voller Blüte – ein bisschen Abwechslung zum tristen Winterbraun würde uns gut tun und alle Infekte der vergangenen Wochen sich bei etwas Wärme und einer großen Portion Vitamin D in Luft auflösen.

Guter Plan.

Familienurlaub auf Mallorca: Kolumne über einen Urlaub, nach dem ich urlaubsreifer war alsvorher

Der Urlaub fing auch vielversprechend an. Der Hinflug klappte wunderbar, das  mit dem Mietwagen auch, unser Baby erwies sich als echter Flugreiseprofi mit seinen vier Monaten und das Hotel war paradiesisch! Da wir gerne essen gehen und es mögen, abends noch eine Runde spazieren zu gehen, entschieden wir uns dafür, Frühstück und Abendessen außer Haus einzunehmen und fanden schon gleich am ersten Abend ein nettes Restaurant, direkt am Meer. Was auch unser Frühstücksrestaurant werden sollte – zumindest die ersten Tage. Die Sonne schien, abends um acht war ich noch im T-Shirt am Strand – unfassbar nach dem langen Winter.

Doch am dritten Tag zeigten uns die Infekte die lange Nase. Sie hatten den weiten Weg von Deutschland auch nach Mallorca gefunden! Ein kleiner Magen-Darm-Virus hatte sich gedacht „die hatten in diesem Winter bisher nur Atemwegsinfekte, da haben die ja echt was verpasst“. Und so saßen wir an Tag Drei im Strandkorb an der Strandpromenade in unserem Frühstücksrestaurant als der Große Bauchschmerzen vermeldete und kurz darauf die Rennerei begann. Nun hat ja ein Magenvirus ein Glück die Gewohnheit, sich schnell wieder vom Acker zu machen – was dann auch der Fall war.

Familienurlaub auf Mallorca: Kolumne über einen Urlaub, nach dem ich urlaubsreifer war alsvorher

Doch kaum war der Große wieder fit, fing sich der Gatte einen Infekt ein. Und sollte bis zum Rest des Urlaubs ausgeschaltet sein. Blieb also ich mit drei Kindern und so vielen Plänen, was ich von Mallorca alles sehen wollte! Aber mit einem Mietwagen ohne Navi und dafür einem ständig schreienden Baby an Bord (nein, sie mag das Autofahren immer noch nicht besonders) und einem stets reisekranken Vierjährigen daneben – irgendwie auch keine wirklich entspannende Aussicht. Mallorca ist für vieles bekannt, aber leider nicht für eine Tipptopp-Strassenbeschilderung. Der Große kann zwar lesen, aber leider noch keine Straßenkarten. Nun, was soll ich sagen. Ich entschied mich dagegen, die geplanten Ausflüge zu unternehmen. Stattdessen wanderten wir zur Playa de Muro, einem schönen Strand mit dahintergelegenen Naturschutzgebiet. Ein schöner Nachmittag.

Am Abend entschied ich mich aus Bequemlichkeit gegen den zehnminütigen Spaziergang vom Hotel an die Strandpromenade von Can Picafort, unserem Urlaubsort. Stattdessen ging es mit den drei Kindern ans Hotelbuffet, wo wir auch den Rest des Urlaubs Frühstück und Abendessen einnehmen sollten. Was soll ich sagen? Premiere Hotelbuffet mit zwei Kindern und einem Baby gelungen. Mit einem gemütlichen Abendessen, wie man es sich im Urlaub so vorstellt, hat es freilich nicht viel gemeinsam. Nur unter Protest saß das Babymädchen in der Trage. Da saß sie ja schon den ganzen Tag auf unserer Wanderung. Aber es half nix – wie sollte ich denn die Teller vom Buffet transportieren mit Baby auf dem Arm?!

Familienurlaub auf Mallorca: Kolumne über einen Urlaub, nach dem ich urlaubsreifer war alsvorher

Kaum hatte ich meinen Teller voll, hatten die Jungs ihre aufgegessen und wollten noch mehr und beklagten sich, wie kurz sie vorm Verhungern waren, während ich egoistische Mutter erst mal meinen Teller leer machte, bevor ich ihnen Nachschub holte (stellt Euch vor, aber ich esse mein Essen gerne warm). Das Baby wollte derweil auf dem Schoß sitzen und so nahm ich sie seufzend aus der Trage und aß einhändig – man hat diese Technik als Babymutter ja schließlich perfektioniert und führt sie auch gerne vor einem großen Publikum vor!

Das Hotelbuffet war großartig. Es gab unglaublich leckere Sachen. Und die Dessertauswahl erst – Wahnsinn! Das Frühstücksbuffet am nächsten Morgen – ebenso ein Knaller. Schön für die anderen Hotelgäste. Ich hatte leider nur begrenzt meinen Spaß. Wenigstens kippte kein Glas um und auch die Teller blieben heil.

Man soll sich ja an den kleinen Erfolgen erfreuen.

Eine Woche hat sieben Tage und während der Gatte noch weiter angeschlagen die Einrichtung des Hotelzimmers bewunderte, setzte beim Kleinen einen Tag vor Abflug auf einmal 40 Grad Fieber ein. 40,5 Grad um genau zu sein. Da er, der  selbst abends um 9 normalerweise noch einem Duracell-Häschen gleicht, auf einmal nur noch schlapp herumsaß, dachte ich mir: Zeit für eine weitere Premiere.

Hey, wir sind im Urlaub, das macht man doch, um Neues kennenzulernen! Land und Leute – dazu gehört doch auch ein Arzt.

Familienurlaub auf Mallorca: Kolumne über einen Urlaub, nach dem ich urlaubsreifer war alsvorher

Die Rezeption rief einen für uns an, der konnte Deutsch und klopfte eine halbe Stunde später an die Zimmertür. Na endlich lohnte sich auch die Auslandskrankenversicherung, die ich seit Jahren ungenutzt zahlte! Die Beiträge habe ich locker wieder drin, denn so eine Arztvisite kostet 100 Euro. Hab ich also auch wieder was gelernt.

Nun, es war gut, dass wir den Arzt gerufen hatten. Denn der kleine Mann hatte eine dicke Mandelentzündung und so machte ich dann auch noch die Bekanntschaft mit spanischem Antibiotikum.

Ihr seht, ein Urlaub voller Premieren!

Was soll ich sagen? Wenn sich Eure Kinder weigern, ihren Antibiotikum-Saft zu nehmen, dann sagt ihnen: „Seid froh, dass ihr nicht in Spanien lebt.“ Denn der spanische Saft schmeckte nochmal furchtbarer als sämtliche Sorten, die mein Sohn schon in Deutschland probieren durfte (er hatte ja grad erst vor zwei Wochen Scharlach, war also voll drin im Thema). Oder wie mein Kleiner es ausdrückte: „Der schmeckt noch bäh-ihger als zuhause.“

Dafür wirkte er und am nächsten Morgen war er wieder ganz der alte Duracell-Hase, der am Flughafen herumsprang und uns aufgeregt über sämtliche Rollfeldaktivitäten auf dem Laufenden hielt. Der Rückflug verlief erstaunlich gut, der Gatte brachte uns sicher zum Flughafen, die Koffer kamen mit und auch das Baby hatte immer dann Hunger, wenn es passte und nicht grad in der Warteschlange der Sicherheitskontrolle. Kurzer Schreckmoment, als der Große am Flughafen spuckenderweise auf die Toilette lief – es war kein Comeback des Magenvirus‘ sondern nur ein bisschen Reisekrankheit.

Nun sind wir also wieder zuhause, an vier von sieben Urlaubstagen war jemand krank und wie ein Wunder halten das Babymädchen und ich uns tapfer. No Infekt in Sichtweite, aber das mag ich gar nicht laut sagen, denn sonst kommt der gute alte Murphy um die Ecke. Soviel zum starken und schwachen Geschlecht!

Montag beginnt die Schule wieder und ich bin jetzt ehrlich urlaubsreif. Also so eine Woche Mallorca wär doch jetzt ganz nett.

Familienurlaub auf Mallorca: Kolumne über einen Urlaub, nach dem ich urlaubsreifer war alsvorher - Urlaub mit Kindern auf Mallorca, krankes Kind im Urlaub

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11 Kommentare zu “Wie wir in den Urlaub fuhren und ich urlaubsreif zurückkehrte

  1. hi Nathalie, oje das hört sich fies an! Kannst du trotzdem das Hotel empfehlen? Bin gerade auf der Suche nach einem schönen Kinderfreundlichen Hotel auf Mallorca…

  2. Es tut mir ehrlich leid für euch um euren Urlaub…aber für mich als Leserin waren eure Erlebnisse lustig zu lesen und vor allem sehr erleichternd und beruhigend wie entspannt und lässig Du damit umgehen konntest! Respekt! Nächstes mal (in Skandinavien??) wird bestimmt erholsamer! Bis dahin halt die Ohren steif! Liebe Grüße,Katharina

  3. Ach du Arme! Seid ihr jetzt wieder fit?
    Ich glaube, am selben Tag als du gebucht hast, waren wir kurz davor, eine Woche Holland zu buchen. Und wenn ich deinen Bericht so lese sind wir „zum Glück“ krank geworden bevor wir buchen konnten.

  4. … also ich komme aus Portugal und soweit ich mich an meine KIndheit mich errinnere, schmeckte mein Antibiotikum damals nach Erdbeer ;)

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