Drei Monate Babymädchen – drei Monate Dreifachmama

Eigentlich wird die kleine Maus erst morgen drei Monate alt, aber weil heute der dritte März ist, passt es so schön: 3 Monate Baby, drei Monate Dreifach-Mama und dann noch der 3.3. Und die Wehen starteten kurz vor Mitternacht, also bin ich so frei und poste den Text schon heute :-) Wahnsinn, oder? Diese kleine Maus, die es sich so lange in meinem Bauch gemütlich gemacht hatte und uns noch sage und schreibe 11 Tage über den Stichtag hinaus warten ließ – dieses Baby ist nun schon drei Monate bei uns! Und es fühlt sich so an, als sei sie schon immer bei uns gewesen – und gleichzeitig so, als ob es doch erst gestern war, dass ich mit meinem dicken Bauch und den Wehen ins Krankenhaus fuhr!

Was soll ich sagen als kleines Zwischenfazit über das Leben mit drei Kindern? Die kleine Maus ist sowas von pflegeleicht und entspannt. Wenn mir andere von ihren entspannten Babys erzählt hatten, die durchschliefen, sich ohne Quengeln ablegen ließen und glücklich und zufrieden waren, einfach nur dabei zu sein, dann hielt ich das immer für ein Märchen. Denn meine Jungs fielen nie in dieser Kategorie. Aber: Unsere Babymaus ist genauso so. Tiefenentspannt. Sie ist begrüßt einen morgens mit einem herzerwärmenden süßen Lächeln und rudert begeistert mit den Armen. Sie lächelt sowieso viel. Und macht unglaublich süße Geräusche. Und noch süßere, wenn man auf ihre Geräusche antwortet. Sie beobachtet alles um sich herum aufmerksam und wach, will tagsüber immer weniger schlafen – um ja nichts zu verpassen.

Ist ja auch spannend, das Leben mit zwei großen Brüdern!

Die sind übrigens immer noch sehr sehr niedlich zu ihrer Schwester, jeder auf seine Art. Der Große schon viel vernünftiger und im Kümmer-Modus, der Kleine in seiner wilden Art, manchmal etwa ungestüm, aber herzlich.

Drei Monate dreifach Mutter: Wie sich das Leben mit drei Kindern verändert.

Unser Baby ruht in sich – und wir Eltern auch

Ich muss ja gestehen, ich habe nie die Geschichten von den Babys geglaubt, die von Anfang an vier oder fünf oder mehr Stunden schliefen. Ich dachte wirklich, meine Jungs wären normal mit ihrem Zweistunden-Stillrhythmus Tag und Nacht (und abends dann gerne im stundenlangen Clusterfeeding). Ich bekam bei beiden Jungs nachts ziemlich wenig Schlaf ab, monatelang, und ich war entsprechend kaputt und gerädert in der Anfangszeit. Ja,  es gab viele Tage, an denen ich auf dem Zahnfleisch ging. Es gab viele Nächte, an denen ich mich fragte „wie soll ich den Tag überstehen?“. Das zerrte an den Nerven – aber ich empfand es nie als Belastung. Denn ich dachte: Ist ganz normal. Ist es ja auch, ich glaube nach wie vor, die Mehrzahl der Babys hat diesen Schlafrhythmus wie meine beiden Jungs.

Und vor der Geburt meiner Kleinen war ich auch mental schon auf diese harte Anfangszeit und die schlaflosen Nächte eingestellt. Ich wusste ja, es wird alles besser, im Nachhinein ist die Phase kürzer als sie einem im Akutzustand vorkommt – und so konnte ich die Aussichten auf Schlafmangel ganz gut ertragen. Und dann kam unser Baby auf die Welt und überraschte mich von der ersten Nacht an: Denn sie schlief von Anfang an vier oder mehr Stunden am Stück! Dafür ist sie tagsüber von Anfang an länger und häufiger wach.

In den ersten Nächten wachte ich immer schön im Zweistundentakt auf und wunderte mich. Was ist denn das für ein Baby?! Schläft und lässt mich schlafen. Als sich das mit dem Milcheinschuss und den platzenden Kuheuter-Brüsten gelegt hatte, fing ich an, es richtig zu genießen. Ja, und die kleine Maus schläft tatsächlich seit einigen Wochen durch. Also Baby-Durch: Um 20 Uhr geht es mit den Jungs ins Bett. Und meistens will sie dann vor 2 oder 3 Uhr nichts trinken. Und dann erst wieder kurz vorm Weckerklingeln um halb sieben! Es gab sogar schon Nächte, da meldete sie sich erst um 6!

Ich mag das ja gar nicht laut erzählen, aus Angst, dass sie plötzlich den Rhythmus ändert! Aber ja, wir haben hier eine 1a-Schlafmaus. Tagsüber trinkt sie viel, ich achte nicht auf den Rhythmus (im Gegensatz zum ersten Kind, wo ich mir noch immer schön die Uhrzeiten notierte – das machte ich schon beim zweiten Kind nicht mehr). Wenn sie Durst hat, meldet sie sich und dann trinkt sie reichlich. Und schnell.

Geschwisterliebe - wie sich das Leben mit drei Kindern verändert.

Drei Kinder – unsere beste Entscheidung!

Aber auch ansonsten ist dieses Baby ein super entspanntes Kind. Ich habe meine Jungs nie als anstrengend oder schwierig oder fordernd empfunden. Für mich waren sie normale Babys. Aber jetzt rückblickend und im Vergleich zu ihrer Schwester, weiß ich, dass sie mir doch einiges abverlangten. Beide Jungs hatten die ersten zwei Monate das abendliche Schreien perfektioniert. Ihre Schwester hat das nur an einer Handvoll Abenden, davon Heiligabend und Silvester, wo es wirklich sehr trubelig und alles andere als reizarm war. Beide Jungs ließen sich oft den lieben langen Tag nicht ablegen. Wollten auch nicht in die Trage, sondern richtig im Arm getragen werden. Monatelang. Sie wollten nachts nicht im Beistellbett schlafen, sondern am liebsten direkt auf mir drauf. Monatelang. Beide Jungs konnten tagsüber nur im Kinderwagen, der Trage oder direkt an der Brust schlafen. Ich fand es sogar schön. So viel Körperkontakt. Und auch dabei dachte ich: Ganz normal. So sind Babys.

Ist ja auch normal. Sind ja auch viele Babys so. Und allen, die das jetzt neidisch lesen und denken, an ihren Kindern ist etwas falsch, will ich versichern: Ich fühle mit Euch. Ich weiß wie es ist. Ich kann Euch so gut verstehen. (Und als Aufmunterung vielleicht meinen Brief an mein früheres Mama-Ich empfehlen, in dem ich mir selbst Mut gemacht habe).

Aber es kann auch anders sein!

Das erlebe ich jetzt: Unsere Kleine ruht total in sich. Sie ist zufrieden, wenn sie gucken und beobachten kann. Sie mag es, in ihrer Wippe zu sitzen, ihre ersten Greifversuche zu machen und uns zuzuschauen. Sie mag es, auf dem Bauch zu liegen, sich abzustützen und mir zuzuschauen, wie ich die Küche putze oder Wäsche zusammenlege. Sie will gar nicht unbedingt ständig getragen werden, sondern lieber gucken und schauen und dabei ihre Hände in den Mund stecken. Wenn sie müde ist, dann schläft sie einfach ein. Und wacht ohne Gequengel wieder auf. Nachts nach dem Stillen, kann ich sie einfach wieder ins Beistellbett verfrachten (zehn Zentimeter neben meinem Kopf), ohne dass sie aufwacht.

Natürlich will sie viel kuscheln und mag es, wenn man mit ihr spielt, ihr etwas vorsingt und so – aber sie mag es auch, einfach nur dabei zu sein. Und strahlt dabei so eine Ruhe und Zufriedenheit aus. Unglaublich – aber ich kann es Euch versichern: Es gibt diese in sich ruhenden, unkomplizierten Babys wirklich! Ich hielt sie immer für ein Märchen und werde nun eines Besseren belehrt: Unsere Babymaus ist eines dieser Babys.

Aber natürlich meckert auch dieses Baby. Sie zeigt deutlich, was sie will. Wenn sie Hunger hat, dann gleicht ihr Schreien eher einem Räuspern. Wenn sie müde ist, dann quengelt sie auch, beruhigt sich dann aber selbst so schnell, dass ich gar nicht dazu komme, etwas zu machen. Sie meckert, wenn ihr langweilig ist und fordert dann auch Babyunterhaltungsprogramm ein. Und sie schreit immer noch die ganze Stadt zusammen, wenn sie Autofahren soll.

Aber wisst Ihr was? Ich kann mit diesem Meckern viel besser umgehen. Denn ich merke auch, dass ich viel entspannter bin. Gelassener. Ich glaube, wir koppeln uns gegenseitig diese Gelassenheit zurück. Ich bin entspannter, weil sie entspannter ist. Sie ist entspannter, weil ich entspannter bin. Zusammen sind wir beide: ziemlich cool, wie ich finde :-)

Wie habe ich mich als Dreifachmutter verändert?

Ich bin selbst immer wieder verblüfft, wie einfach das Familienleben zurzeit fällt. Durch meine Gelassenheit sind auch die Jungs entspannter. Viele der Gedanken und Sorgen, die ich mir vor der Geburt über das Leben mit drei Kindern machte, haben sich in Luft aufgelöst. Es läuft.

Nun, mit einigen Prioritäten halt. Der Haushalt hat da nicht so die oberste Priorität. Die Bücher stehen nicht ganz so gerade im Bücherregal, wie sie sollten und der Wäscheberg wächst immer noch wie von selbst nach. Hier stapeln sich auch noch viele ungelesene Zeitschriften, denn zum Lesen komme ich grad kaum. Und meine Strickprojekte habe ich auch auf Eis gelegt. Denn wisst Ihr, was ich viel lieber mache? Einfach nur mein Baby beobachten. Diese Ruhe hatte ich bei den beiden ersten Kindern nicht. Da hatte ich immer das Gefühl, ich verpasse etwas. Aber dieses Gefühl habe ich nun beim dritten Kind nicht mehr: Ich kann mich viel mehr auf das Tempo meines Babys einlassen und auch einfach nur genießen.

Hört sich ziemlich perfekt an? Ja, es fühlt sich auch perfekt an. Einfach richtig. Drei Kinder, diese Entscheidung war perfekt, war richtig und tut gut.

Wobei sie sich auch so angefühlt hätte, wenn unsere Babymaus schlechter schlafen und mehr schreien würde. Denn sie ist so unglaublich süß, das entschädigt für alles! Diese langen Wimpern, die Patschehände, die ganzen Speckfalten, die sie sich angetrunken hat. Die weichen Haare, dieser Babygeruch. Und dann diese vielen lustigen Geräusche. Ich bin immer noch vernarrt. Und wenn dann noch ihre zwei großen Brüder neben ihr liegen, ihr etwas vorsingen wie der Große oder sämtliche Bagger im Lieblingsbaustellenbuch zeigen wie der Kleine – dann geht das Mamaherz auf. Meine drei Kinder! Wahnsinn! Ich habe drei Kinder! Eine Großfamilie! Drei so unterschiedliche Kinder. Und jedes ist perfekt auf seine Art.

Gibt es eigentlich Schöneres?!

Dreifach-Mama: Wie verändert sich das Familienleben mit drei Kindern? War es die richtige Entscheidung, ein drittes Kind zu bekommen?

Willkommen bei der ganznormalenMama! Wollt Ihr  familienfreundliche Reisetipps? Oder kinderleichte Rezepte? Oder Lustiges, Nachdenkliches aus dem Mamaalltag? Dann stöbert im Archiv und folgt mir per Email,  auf Facebook, bei Instagram oder Pinterest – ich freue mich auf Euch!

Und wusstet Ihr, dass mein neues Buch „Willkommen Geschwisterchen: Entspannte Eltern und glückliche Kinder auf dem Markt ist!? Ein undogmatischer Erziehungsratgeber zum Thema „Zweites Kind“ – humorvoll und praxisorientiert

5 Kommentare zu “Drei Monate Babymädchen – drei Monate Dreifachmama

  1. habe gerade gedacht:“…liest sich ja wie bei uns…“(drittes Mädchen ist jetzt 9 Wochen alt), da sehe dass ihr sogar denselben grünen Wollwalkstrampel habt :) … wir sind auch froh und dankbar zu fünft zu sein! Euch weiterhin alles Gute und liebe Grüße! Katharina

  2. Ich finde es schön, dass die Kleine meist relaxed ist. Das freut mich, da deine Jungen genau wie meine Tochter keine Durchschlafer waren. Es gibt Hoffnung.

    Wie geht es deinem Liebsten als Dreifachpapa?

  3. Da bekommt man glatt Lust auf Baby No. Drei. No. Zwo liegt grade schnarchend auf meinem Schoß, während ich bei dir auf dem Blog stöbere…

Beim Kommentieren stimmt Ihr meiner Datenschutzerklärung (siehe Menü) zu.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.