Das Universalwort Monnitonni: Mein Sohn und seine Geheimsprache

Mein Großer hat neuerdings auf alles eine Antwort. „Monnitonni“. „Monnitonni“ ist das neue Zauberwort. Und es bedeutet: so ziemlich alles. Das heißt, es passt auch als Antwort auf alles. Mama schimpft, weil die Hälfte des Müslis auf den Boden ging? Monnitonni. Der kleine Bruder will keine Gummibärchen abgeben? Monnitonni. Papa fragt, ob er sich die Hände gewaschen hat? Monnitonni. Dieses Universalwort ist unglaublich praktiscb (findet er – ich weniger) und ist zurzeit in unserem Haus ziemlich häufig zu hören. Monnitonni halt. Wobei mir das Wort noch am liebsten ist. Denn unser Großer hat eine Kinder-Geheimsprache entwickelt, die man weder verstehen noch nachsprechen kann – und deren verständlichstes Wort Monnitonni ist.

Diese Faszination für Geheimsprachen kenne ich noch aus meiner Kindheit.  Da habe ich auch gerne etwas vor mich hergeplappert oder mit Freunden versucht, eine Geheimsprache zu erfinden, die nur wir verstehen. Das hat aber meistens nicht wirklich geklappt, weil wir unsere eigenen Vokabeln zu schnell wieder vergessen hatten. Wir fanden es damals aber toll und verwegen, etwas zu reden, was die Erwachsenen nicht verstehen. Von daher fühle ich mich ein Stück in meine Kindheit hineinversetzt, wenn mein Sohn so vor sich hin redet. Nur dass seine Geheimsprache ungleich komplizierter ist als unsere Sprachversuche damals. Er redet und redet und hat eine Freude dabei. Auch, wenn nur er selbst seine eigene Geheimsprache versteht. Noch nicht mal sein kleiner Bruder kommt da mit.

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Monnitonni! Aber volle Kraft voraus!

Er findet es jedenfalls total witzig, uns in seiner eigenen Sprache zu antworten und kann sich kringelig lachen, wenn wir dann nichts verstehen. Dass wir irgendwann doch leicht genervt sind, wenn auf unsere hundertste Bitte, sich doch mal die Schlanfanzug anzuziehen lediglich ein „Monnitonni“ erklingt. Monnitonni ist DAS Universalwort seiner Geheimsprache. Denn Monnitonni passt immer. So hat er es zumindest erklärt. Es ist auch das einzige Wort, was man nachsprechen kann. Alles andere ist eher so ein… Klangbrei.

Wenn  Kinder eigene Geheimsprachen entwickeln

Weil wir Monnitonni als einziges verstanden haben und irgendwann genervt sagten „nun hör doch mal mit dem Monnitonni auf!“ hat er es also zu seiner Standardantwort erkoren. „Gib mir mal den Monnitonni“ ist da noch das verständlichste Satzgebilde. Da Monnitonni nach seiner eigenen Definition alles  bedeuten kann, ist es freilich nicht immer ganz einfach, ihm das Gewünschte zu geben. Genauso wenig können wir immer gleich etwas mit „mein Monnitonni ist kaputt“ anfangen. Wenn auf die Frage, ob er Hausaufgaben auf hat, ebenfalls nur „Monnitonni“ ertönt, sind wir auch nicht gerade schlauer. Am Anfang fand er es noch ziemlich komisch. Aber als er dann feststellte, dass es irgendwie unpraktisch ist, wenn einen keiner versteht, sah er ein, dass die Sache mit der Geheimsprache nur wirklich witzig ist, wenn man auch jemanden hat, mit dem man diese Sprache sprechen kann. Ansonsten kann es doch auf Dauer recht schnell langweilig werden, wenn man vor sich hinplappert, aber keiner antwortet.

Unser doch sehr gesprächiger Sohn hat deshalb glücklicherweise das Monnitonni wieder gegen Wörter getauscht, die  man auch im Duden nachschlagen kann. Nun. Meistens jedenfalls. Manchmal rutscht ihm noch ein Monnitonni raus. Und manchmal verfällt er gänzlich in seine Klangbrei-Geheimsprache.

Kinder und Geheimsprachen: Unser Schulkind hat eine eigene Sprache ausgedacht. #famillie #schule

Vielleicht ist das ja seine Art zu kontern, wenn Mama und Papa in ihre Geheimsprache verfallen. Wir reden nämlich immer Englisch, wenn die Kinder uns nicht verstehen sollen. Wir zum Beispiel besprechen, was wir zu Weihnachten kaufen. Leider hat mein Sohn nun schon einige englische Wörter gelernt, die sich erstaunlicherweise ziemlich schnell vermehren. Unsere Geheimsprache droht aufzufliegen. Nun, zur Not halt Monnitonni.

Ihr versteht schon – Monnitonni!

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5 Kommentare zu “Das Universalwort Monnitonni: Mein Sohn und seine Geheimsprache

  1. Unsere Große hatte mit ca 1,5 Jahren auch ein Universalwort: Kia! Das konnte auch alles heißen. Aber da sie sonst altersentsprechend noch nicht viel sprechen konnte, war ihre Berzweiflung oft groß wenn wir: „Mama! Kia!“ einfach nicht verstanden haben…😬

  2. Das mit der englischen geheimsprache könnte bei uns schwierig werden, vielleicht sollten wir uns aber auch einfach eine monnitonni Sprache einfallen lassen, was das wohl zu bedeuten hat… ♡

  3. Das ist wie mit „Dings“, manchmal fehlen einem einfach die Worte, dann ist alles Dings und so viel einfacher :D Einzige Lösung erscheint mir, dass du und dein Mann französisch lernen und euch darin dann den Kinder unverständlich unterhaltet und dein Sohn sein Englisch ausbaut – dann ist er seinem Bruder immer noch überlegen und alle Welt denkt was ihr für eine wunderbar bilinguale Familie ihr seid :D

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