Ab ins echte Leben: der ganz normale Alltag(swahnsinn) hat uns wieder

Da schrieb ich doch über unser gemütliches Wochenbett und wie kuschelig und langsam wir alles angehen lassen – und dann werde ich ganze zweieinhalb Wochen nach der Geburt von null auf hundert in den ganz normalen Alltag katapultiert! Heute war so ein Tag, den man nicht häufiger haben muss. Kinderarztbesuch mit drei Kindern, weiter in die Kinderchirurgie, erste Autofahrt mit Baby, übergelaufene Windeln und Stilleinlagen inklusive. Puh. Bin ich froh, dass dieser Tag vorbei ist. Aber der Reihe nach. Und vorneweg: Es geht uns allen gut!

Das Ganze begann am Wochenende. Da wollte der Große beim Tischdecken helfen – und ihm rutschte ein Teller aus der Hand und landete ausgerechnet auf dem großen Zeh. Aua! Nagel blau, tierische Schmerzen. Aber es wurde dann doch bald besser mit den Schmerzen und auch der blaue Fleck wurde nicht schlimmer. Schlimmstenfalls fällt der Nagel ab, dachten wir, aber so schlimm sah es nicht aus.

Gestern Morgen sah alles noch normal aus. Gestern Abend aber: dicker Zeh, geschwollen, blauer Fleck noch größer!

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Ich heut morgen also mit drei Kindern zum Kinderarzt. Der Gatte musste ins Büro. Um acht gleich beim Arzt angerufen und gleich in die Sprechstunde gebeten. Außer Kaffee nix für mich. Dafür viel Milch fürs Baby. Ein Glück läuft man nur zehn Minuten zum Kinderarzt. Dort ein sorgenvoller Blick: Abzess, Entzündung, muss im Krankenhaus geöffnet werden, Überweisung in die Kinderchirurgie.

Es folgte die erste Autofahrt mit drei Kindern – und die erste Fahrt fürs Baby. Ich hatte nicht nur vergessen, wie das mit Milcheinschuss und Wochenfluss ist, sondern auch, wie der Stresspegel steigt, wenn ein Baby im Autositz sich in Rage schreit und man am Steuer sitzt und nichts machen kann. Da wird selbst eine 15 Minuten Fährt zu einer gefühlten Ewigkeit!

Und nein, auch beim dritten Kind gewöhnt man sich an dieses Geschrei.

Ich schwitzte. Klar, dass es im Parkhaus erst in der allerobersten Etage einen Parkplatz gab. Ich trug also das schreiende Baby den einen Kilometer bis zur Kinderklinik quer über das Campusgelände. Zwei trödelnde Jungs im Schlepptau, von denen einer hinkte. Streit darum, wer den Fahrstuhlknopf drücken darf, inklusive.

Und dann dachte ich, ich könnte die Maus stillen, weil wir ja eh ewig warten müssen – doch da kamen wir doch tatsächlich gleich dran! Ich also mit meinen Kindern im Behandlungsraum. Den Großen im Arm, der Angst vor dem Aufstechen des Abzesses hat und viel Mamatrost braucht, das Baby parallel einhändig stillend, den Kleinen daran hindernd, irgendwelche Schubladen aufzuziehen. Während mein Sohn verarztet wurde und supertapfer war, brachte das Baby die Windel zum Überlaufen – parallel liefen meine Stilleinlagen aus. Der ganz normale Wahnsinn halt!

Irgendwie schafften wir es zum Auto zurück. Kurzer Wutanfall des Kleinen, weil der Große mit seinem Kindersitz auf den Beifahrersitz umziehen durfte, um schmerzfrei mit Verband einzusteigen. Elegant abgewendet von mir. Dafür fing das Baby an zu schreien, als ich es in die Babyschale setzte. Und hörte erst zuhause auf. Muss ich noch erwähnen, dass auf dem Rückweg Stau war? Und das Baby schrie. Egal, ob ich sang, tröstende Worte sprach oder sch-Laute machte. Es schrie und bei mir kullerten Schweißperlen und Muttermilch im Tandem. Die Autofahrt erschien  wie eine Ewigkeit.

Zuhause wollte die Maus dann nur noch eines: Mamas Milch! Gaaanz viel. Und getragen werden. Auch gaaanz viel. Mein erstes Brot des Tages gab es also erst eine weitere Stunde später. Dazwischen zwei Jungs, die mir Zaubertricks vorführten, um mich aufzumuntern und dabei alles auf den Kopf stellten. Aber was ist man dankbar, dass der Sohnemann wieder fit ist und man sich keine Sorgen mehr machen muss! Ist das nicht das Wichtigste?!

Was für ein Tag! Den Rest des Tages machten wir es uns gemütlich. Und jetzt geht es allen gut. Der Große hat keine Schmerzen mehr und kann wieder gehen, der Zeh ist abgeschwollen und einbandagiert,  die Kleine ist satt und mein Blutdruck ist wieder auf gewohnt niedrigen Niveau.

Ein Glück sind morgen Ferien und wir werden alle gemütlich ausschlafen (hoffe ich zumindest). Und wisst Ihr was? Irgendwie bin ich stolz auf mich. Weil ich es alles gemeistert habe- trotz zeitweiligem Kratzen am Nervenzusammenbruch. Es geht dann doch alles, irgendwie. Und irgendwann mussten wir ja in den Alltag springen. Es hätte ruhig etwas sanfter sein können – aber hey, es geht doch. Wenn es sein muss, wachsen wir Mütter über uns hinaus! … obwohl ich zwischenzeitlich echt fertig war. Vor allem das Autofahren mit schreiendem Baby hat mich echt mitgenommen. Puh! Und dazu die Sorge um den Großen.

Aber man wächst ja mit seinen Aufgaben…

achja – und dieser Text entstand einhändig tippend am Handy. Während das Baby an der Brust trank und die Großen Sendung mit der Maus am Computer guckten. Das muss jetzt einfach sein.

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3 Kommentare zu “Ab ins echte Leben: der ganz normale Alltag(swahnsinn) hat uns wieder

  1. Ich finde es toll wenn eine Mama so offen darüber schreibt. Vor unserem Kinde hätte ich vermutlich gedacht na so schlimm wie sie hier schreibt wird es nicht. Nach unserem Kind jetzt so mitten in der Trotzphase weiß ich ES KANN UND ES IST DER Wahnsinn. Toll das du so offen darüber schreibst.

  2. Autofahren mit schreiendem Baby treibt meinen Blutdruck und mein Stresslevel auch immer in ungeahnte Höhen – egal ob auf dem Fahrer- oder Beifahrersitz. Ich fühle also mit dir.

  3. Du bist die Wucht in Tüten, eine echte yes-we-can-Mama, das macht Mut :-) Ich wünsche Dir und den Deinen ein paar ruhige(re) und gemütliche Tage über Weihnachten, liebe Grüße Alexandra (die schon mit einem Kind oft an die Grenzen des Machbaren kommt und Dich gerade bewundert!)

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