Wie prägen die digitalen Medien das Aufwachsen unserer Kinder?

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Ganz selbstverständlich lösen meine Kinder die Tastensperre meines Handys. Eine Bewegung und fertig. Das konnten sie schon mit zwei Jahren. Ohne dass ich es ihnen bewusst gezeigt hatte. Beobachten hat gereicht. Und ganz intuitiv klicken sie sich durch das Menü auf dem Smartphone, machen Fotos und drehen kleine Videos – Dinge, von denen ich als Kind geträumt hätte! Die digitalen Medien bestimmen heute unseren Alltag, sie sind nicht mehr wegzudenken und wenn ich ehrlich bin, nehmen sie schon einen viel zu großen Teil des Lebens meiner Kinder ein. Obwohl ich versuche, den Medienkonsum zu begrenzen – genauso, wie ich auch aufgewachsen bin. Und trotzdem wachsen meine Kinder total anders auf als ich damals. 

Was macht die Digitalisierung mit unseren Kindern?

Wie prägen die digitalen Medien das Aufwachsen unserer Kinder und wie unterscheidet sich die Kindheit dadurch von meiner Kindheit, hat mich das Teletubbie-Team gefragt. Ja genau, das Produktionsteam dieser quietschbunten Kinderserie-Wesen aus den 90ern, die in diesem Jahr zu ihrem 20. Jubiläum übrigens neu aufgelegt worden sind – mit digitalen Touchscreens am Bauch statt Riesenbildschirm. Die Digitalisierung ging also auch an den Teletubbies nicht vorbei. Die stets gut gelaunten tapsigen Teletubbies prägten meine Kindheit nicht, dafür aber Samson und Grobi und die Sendung mit der Maus. Denn viel mehr durfte ich als Kind nicht schauen. Ich weiß noch ganz genau, wie wir uns um 18 Uhr mit belegten Broten und Tee mit Kandis vorm Fernseher versammelten und gemeinsam die Sesamstraße oder donnerstags die Sendung mit der Maus schauten. Danach war Schluss. Fernseher aus und ab zum Vorlesen ins Bett!

Das waren meine ersten Erfahrungen mit Fernsehen. Wie wahrscheinlich die ersten TV-Erfahrungen von Millionen anderer Kinder in den 80ern auch. Später kam noch eine Serie dazu, die ich schauen durfte: Der kleine Vampir. Ich habe die Bücher von Angela Sommer-Bodenburg geliebt und als dann die Serie im Fernsehen lief, haben sich meine Eltern erweichen lassen.

Ansonsten galt all die Jahre, bis ich von zuhause auszog: Der Fernseher bleibt vor 20 Uhr aus. Ausnahmen: Bundestagswahl, Fußball-WM oder besondere Ereignisse wie Naturkatastrophen und Co. Ausnahme Nr. 2: Astrid Lindgren Verfilmungen zur Weihnachtszeit. Diese ganzen Nachmittags-Talkshows in den 90ern, sie gingen an mir vorbei. Zeichentrickserien ebenso. Ich muss gestehen: Als ich von zuhause auszog und zum ersten Mal einen eigenen Fernseher hatte, schaute ich einen ganzen Tag lang nonstop fern und war nach diesem „Erlebnis“ dann auch geheilt. Und habe die Regel übernommen: Der Fernseher wird erst abends eingeschaltet. Es sei denn, siehe oben.

Insofern hat mich die Erziehung meiner Eltern sehr geprägt. Ich würde nie auf die Idee kommen, mich am helllichten Tag vor den Fernseher zu setzen. Und ich habe es bisher auch nicht vermisst.

Wie die Erziehung meiner Eltern den Medienkonsum meiner Kinder geprägt hat

Nun, dann kamen meine Kinder auf die Welt. Und ich schwor mir: Hände weg von den digitalen Medien! Wenn mein Großer als Baby nicht schlafen konnte, ließen mein Mann und ich den Fernseher aus. Damit das Baby nicht gestört wird. Und sich an einen angeschalteten Fernseher gewöhnt. Nun, diese guten Vorsätze lösten sich ziemlich bald in Luft auf. Am Anfang war es einfach niedlich und entzückend, wie der kleine Mann mit seinen Patschehändchen die Tastensperre auf dem Handy löste und sich zielsicher durchs Menü klickte. Und dann war es eine Form von Bequemlichkeit, die einsetzte. Er war dann so schön beschäftigt, sich Familienfotos anzuschauen und ich hatte Zeit für eine Tasse Kaffee in Ruhe.#

Wie prägen die digitalen Medien das Aufwachsen unserer Kinder?

Zack, die Tastensperre vom Tablet lösen und los geht’s: Meine Kinder beherrschen die digitalen Medien ganz intuitiv. Und ich lasse sie, mit Zeitbegrenzung, unter Aufsicht und immer mit Erklärungen meinerseits.

So ging es dann los! Und dabei hatte ich mir doch einmal geschworen: Ich werde nie digitale Medien zur Ablenkung meiner Kinder einsetzen. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen: Im Restaurant schaffen wir es bis heute noch ohne digitale Medien. Malen ganz analog auf Papier reicht meinen Jungs. Puh.

Aber ansonsten lasse ich sie tatsächlich gerne mal eine Pixi-Buch-App auf dem Handy anschauen. Wobei ich die Zeit begrenze (und mich viel zu oft erweichen lasse von ihrem „einmal noch, Mama“, soviel zur Konsequenz, ich bin da mal ganz offen zu Euch) und immer im Blick habe, mit was sie sich beschäftigen. Es gibt auch tatsächlich sehr gute Lern-Apps, mit denen meine Kinder zählen oder lesen lernen. Und ich finde sie gut. Also einige jedenfalls. Solange es nicht die einzige Form ist, durch die sie lernen, ist es doch vollkommen okay, die Kinder eine begrenzte Zeit digital lernen zu lassen! Tricky wird es erst, wenn Eltern sich gar nicht mehr mit ihren Kindern beschäftigen, alles den digitalen Medien überlassen. Aber als Ergänzung finde ich digitale Medien gut.

Machen wir uns doch nichts vor: Die Digitalisierung bestimmt unseren Alltag. Schon längst. Auch wenn ich erst mit 21 mein erstes Handy hatte, kann ich mir heute das Leben ohne mein Smartphone nicht mehr vorstellen. Es erleichtert den Alltag. Da gibt es nichts zu beschönigen. Und ja, es macht auch Spaß.

Die digitalen Medien bestimmen längst unseren Alltag

Wieso soll ich das meinen Kindern vorenthalten? Ihr ganzer Alltag wird von der Digitalisierung bestimmt. Also lasse ich sie begleitet an die digitalen Geräte ran. Zeitlich begrenzt, von mir überwacht und immer wieder versuche ich auch, mit ihnen über das zu sprechen, was sie dort machen oder sehen. So lernen sie Stück für Stück, wie diese Medien funktionieren und sie lernen, wie man sie begrenzt benutzt und anwendet – und wie man den Konsum dann auch stoppen kann. Denn das Aufhören müssen Kinder lernen! Wie sollen sie lernen, den Medienkonsum nach einer halben Stunde zu stoppen, wenn wir sie nicht lernen lassen?! Man kann es gut bei meinen Kindern sehen: Mein Großer weiß mit seinen sechs Jahren sehr gut, wann es genug ist und hört dann auf, ohne zu Murren. Der  Kleine mit seinen vier Jahren ist noch nicht so weit. Sein Protest ist mitunter laut, wenn Tablet oder Laptop ausgemacht werden. Aber es ist schon sehr viel besser geworden. Und geht manchmal sogar ganz ohne Protest.

Ich muss an dieser Stelle aber einmal ganz offen etwas gestehen: Während ich dies hier schreibe, schaut mein Kleiner eine „Lach- und Sachgeschichte“ auf dem Tablet. Ja. Ich  benutze dieses digitale Ding als Babysitter. Ich benutze die Digitalisierung, um mir ein bisschen Ruhe zu erkaufen. Dabei hatte ich mir doch genau das immer vorgenommen: Die digitalen Medien sollen kein Babysitter sein, kein Freikaufen. Nun. Manchmal habe ich auch ein schlechtes Gewissen.

Wie prägen die digitalen Medien das Aufwachsen unserer Kinder?

Wir haben hier ein Fanpaket der neu aufgelegten Teletubbies – und was ich daran super finde: Die Merchandiseartikel regen zum „echten Leben“ an, zur echten Bewegung, zu echten Spielen, zur Interaktion zwischen Eltern und Kindern. Und so werden mit den Merchandiseartikel das Digitale und das „Echte“ miteinander verknüpft und ergänzt.

Aber ich habe meine Meinung geändert: Es gibt gute Kindervideos und schlechte Kindervideos. Die guten holen die Kinder dort ab, wo sie stehen, man lernt etwas, die Geschichten sind altersgerecht und die Bilder nicht zu grell, laut und schnell. Ich lasse meine Kinder nicht unkontrolliert und ohne Zeitlimit schauen. Aber sie dürfen es. So wie ich früher eine halbe Stunde Sesamstraße täglich schaute. Da wir seit einiger Zeit keinen Fernseher mehr haben, gibt es bei uns heutzutage eine halbe Stunde Sesamstraße auf Youtube. Oder eine Folge Sendung mit der Maus. Oder eine andere altersgerechte Kinderserie. Und ab und zu gibt es auch einen ganzen Kinderfilm: An einem verregneten Sonntag etwa. Oder in der Vorweihnachtszeit ein Astrid Lindgren Film. Aber das ist nach wie vor etwas Besonderes bei uns. Und dann gucken wir alle zusammen, fast wie ein Kinonachmittag.

Also habe ich die Erziehung meiner Eltern letztendlich doch übernommen. Eine Folge Sesamstraße am  Abend, ab und zu besondere Filme und ansonsten bleibt der Fernseher in Gegenwart der Kinder aus. Und ab und zu dürfen sie auch mal ein bisschen mehr gucken. Wenn ich in Ruhe einen Text schreiben möchte, so wie jetzt. Oder sie dürfen eine Kinder-App auf dem Handy ausprobieren.

Ohne die digitalen Medien geht es halt nicht heutzutage. Was dabei umso wichtiger ist: Was wir unseren Kindern vorleben. Und so versuche ich, meinen Handykonsum am Nachmittag, wenn die Kinder zuhause sind, zu begrenzen. Die Betonung liegt auf: Ich versuche. Denn ich bin nun mal nicht perfekt. Und greife viel zu oft zum Smartphone. Geht es Euch auch so?!

Aber ich alles in allem machen wir das schon ganz gut mit unseren Kinder, finde ich. Es gibt auch genug Tage, an denen sie kein einziges Mal nach Youtube, Smartphone oder Tablet fragen. Also um ehrlich zu sein, überwiegen die Tage, an denen sie nix Digitales in die Finger bekommen. Und so lange das noch so ist, ist doch alles gut. Finde ich!

Wieso mich jetzt eigentlich das Teletubbie-Team nach diesen Gedanken gefragt hat? Weil die Kinderserie neu aufgelegt wurde. Vielleicht schaue ich mir mal an, was sich da geändert hat. Vor 20 Jahren fand ich die Teletubbies ehrlich gesagt ziemlich albern. Diese langsamen Wiederholungen, die Babysprache, die simple Handlung, falls man das überhaupt Handlung nennen konnte. Heute, wo ich selbst Kinder habe und so einige Kinderserien angeschaut habe, kann ich sagen: Das Langsame, Ruhige ist durchaus sehr positiv. Denn viele Kinderfilme sind einfach zu grell, zu laut und viel zu schnell für kleine Kinderaugen und Kindergehirne.

Nun interessiert mich aber: Wie haltet Ihr es mit dem Medienkonsum Eurer Kinder? Und wie hat Euch dabei die Erziehung Eurer Eltern geprägt?

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Und wusste Ihr, dass mein neues Buch „Willkommen Geschwisterchen: Entspannte Eltern und glückliche Kinder auf dem Markt ist!? Ein undogmatischer Erziehungsratgeber zum Thema „Zweites Kind“ – humorvoll und praxisorientiert

Wie prägen die digitalenn Medien das Aufwachsenn und die Kindheit unserer Kinder? WAs ich über digitale Medien in der Erziehung halte, wie man sie sinnvoll integriert. #familie #erziehung

*Zur Transparenz: Dieser Text ist als Werbung gekennzeichnet, da er im Auftrag des Teletubbies-Produktionsteams entstand. Meine Meinung hat dies aber nicht beeinflusst und der Text dieses Textes konnte von mir frei bestimmt werden.

6 Kommentare zu “Wie prägen die digitalen Medien das Aufwachsen unserer Kinder?

  1. Ich teile deine Meinung und deinen Ansatz. Das Thema wird mit zunehmendem Alter der Kinder immer kniffliger! Viel sozialer Austausch läuft über digitale Medien ab und wer da nicht dabei ist, ist schnell raus … Da es bei Jugendlichen mit dem strikten Reglementieren immer schwieriger wird und man ganz schnell in einer ‚Dauermecker-Schleife‘ landet, probiere ich jetzt eine andere ‚Taktik‘ aus. Ich konzentriere mich auf den ‚Gegenpool‘. D.h. ich motiviere gezielt zu Erlebnissen außerhalb der Computer-Reichweite und unterstütze diese so viel ich kann. Sport, Musik, ‚echte‘ Treffen mit Freunden, Tanzkurs, gemeinsame Ausflüge (wir haben eine gemeinsame Top 20-Liste erstellt und die arbeiten wir nach und nach ab 😉), dabei nehmen wir gern auch Gleichaltrige mit. Der Versuch ist bisher ganz gut angelaufen. Klar, mal klappt’s besser, mal schlechter; so wie immer … Der Medienkonsument bei uns bleibt eine tägliche Herausforderung und fordert viel Aufmerksamkeit und Enegie. Und ja, ich habe auch ein Smartphone, einen Netflix-Account, schreibe diesen Kommentar auf dem iPad und arbeite am Rechner … Das ist das Ding mit der eigenen Nase und so 😉

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