Die Zeit kurz vorm Stichtag… immer wieder magisch

Am Anfang hat man das Gefühl, als wolle die Zeit einfach nicht vergehen. Man zählt die Tage, die Wochen. Hat das Gefühl, als sei die Zeit wie Kaugummi, bis endlich die 12. Woche erreicht ist. Und irgendwann im Laufe der Schwangerschaft beginnt die Zeit plötzlich zu rasen. Ehe man sich versieht, ist das letzte Trimester da, dann kommt der Mutterschutz und man denkt: Ach, jetzt noch mal ganz gemütlich. Nix da – plötzlich steht der Stichtag vor der Tür und man fragt sich: Wo ist die Zeit eigentlich hin?! Bei dieser dritten Schwangerschaft ging alles noch rasanter als bei den ersten beiden. Und jetzt, so knapp eine Woche vorm Stichtag? Da ticken die Uhren auf einmal wieder langsamer. Diese letzten Tage haben etwas Besonderes an sich, fast schon etwas Magisches.Wenn es quasi jederzeit so weit sein kann.

Wenn man morgens nicht weiß, ob man abends nicht  vielleicht schon sein Baby im Arm hält.

Wenn man sich über den Bauch streicht und sich nicht sicher sein kann, dass man am nächsten Morgen noch einmal über eben diesen prallen Babybauch streichen kann.

Wenn man die Tritte des Babys in sich spürt, sieht, wie der Bauch sich ausbeult, ein kleiner Fuß an die Bauchdecke tritt – und sich bewusst wird, dass es jeden Tag soweit sein kann, dass der kleine Bauchbewohner auszieht und man keine Tritte mehr in sich spürt.

Es kann sich quasi jederzeit alles ändern

Da es dieses Mal höchstwahrscheinlich meine letzte Schwangerschaft ist, wird mir all das diesmal besonders bewusst und es schleicht sich ein bisschen Wehmut mit ein. Fast zehn Monate hatte ich dieses Baby im Bauch, habe meinen Bauch wachsen sehen, die ersten zarten Tritte gespürt, dann später die kräftigen Tritte – und nun ist diese Reise bald zu Ende. Dann habe ich meinen Bauch wieder für mich. Und werde voraussichtlich nie wieder dieses Gefühl in mir haben von zarten Babyfüßen, die gegen die Bauchdecke treten. Bei jedem Foto, das wir machen, ist da auch dieser leise Gedanke: „Das könnte jetzt das letzte Bild mit Babybauch sein.“

Aber andererseits werde ich auch dankbar sein, wenn ich nicht mehr mit diesen Rückenschmerzen kämpfen muss. Dem Rücken gefällt der dicke Bauch nämlich nicht so gut. So gerne ich schwanger bin und so gerne ich diesen dicken, runden Babybauch habe, in diesen letzten Wochen ist der Bauch ständig im Weg, jedes Umdrehen im Bett geschieht unter Schnaufen, auf das ein Walross neidisch sein könnte. Wenn ich aus dem Bett aufstehe, dann ist es, als ob sich ein Elefant langsam erhebt. Schuhe anziehen, Hosen anziehen, alles ist irgendwie doch sehr beschwerlich geworden. Die Natur hat es geschickt eingerichtet, dass die letzten Wochen so beschwerlich sind: Denn dann fällt der Abschied vom Babybauch, vom Schwangersein nicht ganz so schwer!

WArten auf den Stichtag- eine magische Zeit bevor das BAby kommt

Sind wir heute Abend schon zu fünft? Diese tägliche Ungewissheit vorm Stichtag verleiht der Zeit etwas Magisches.

Eine Mischung aus Wehmut und Vorfreude: Die Zeit vorm Stichtag

Nachdem mir jetzt schon mehrere Leute gesagt haben, dass es bei der dritten Geburt auch ganz schnell gehen kann (was ich mir irgendwie nach meinen zwei vorherigen langen Entbindungen nicht vorstellen kann), fange ich an, mich gedanklich darauf vorzubereiten, dass ich auch innerhalb von wenigen Stunden tatsächlich die kleine Bauchmaus im Arm halten könnte!

Ich genieße die Tage mit meinen beiden Jungs ganz bewusst und kuschel abends gerne noch einmal ein bisschen länger mit ihnen – denn wer weiß, wie das wird, wenn unser Baby erst da ist? Wie wird es für meine Jungs sein? Wie wird es für mich sein? Werde ich noch so viel Zeit für sie haben, ihnen so viele Kuscheleinheiten schenken können wie jetzt? Klar ist: Es wird sich doch einiges verändern. Aber jetzt beim dritten Kind weiß ich, dass sich nicht alles ändern wird. Und dass man mit seinen Aufgaben wächst. Was mir wiederum hilft, nicht in grüblerische Sorge zu verfallen. Und da ist ja die riesige Vorfreude! Darauf, ein Baby im Arm zu halten! Diesen Neugeborenengeruch  in der Nasse zu haben! Die weiche Haut, der Babyspeck an den Ärmchen. Die Innigkeit beim Stillen! Ich kann es gleichzeitig gar nicht erwarten! Wie wird sie wohl sein, die Kleine?

Trotzdem ist und bleiben diese Tage vorm Stichtag etwas Besonderes. Ich bringe meine Kinder morgens in den Kindergarten und zur Schule und kann mir nicht sicher sein, ob ich sie nachmittags abhole oder dann nicht vielleicht im Kreißsaal liege. Ich gebe ihnen einen Gute Nacht Kuss und weiß nicht, ob ich nicht mitten in der Nacht mit geplatzter Fruchtblase ins Krankenhaus fahre. Es liegt ein seltsames Gefühl in der Luft, eine Spannung, eine Neugier. Diese tägliche Ungewissheit! Und mit jedem Tag, der vergeht, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass unser Baby auf die Welt kommt  – und wächst bei mir das Bewusstsein, dass es jetzt tatsächlich der Endspurt ist, der begonnen hat. Dass bald der Abschied vom Babybauch angesagt ist – der gleichzeitig ein Willkommen ist, denn unser Babymädchen kommt.

Warten auf das Baby: Besondere Tage vorm Stichtag, Vorbereiten auf das Baby, Gedanken über das Familienleben #baby #schwangerschaft

Es wird etwas völlig Neues beginnen. Nur wann – das ist die Frage! Es kann jederzeit so weit sein. Da wartet man fast 10 Monate und dann ist es doch wieder eine Überraschung und eine merkwürdige Mischung aus „Zeit rast“ und „Zeit zieht sich wie Kaugummi“. Kennt Ihr dieses Gefühl?

Nun bin ich also in Warteposition. Lausche auf die Signale meines Körpers. Merke, dass es mich in näherer Umgebung des Krankenhauses hält. Und warte. Jeden Tag. Mit dieser merkwürdigen Gefühlsmischung in mir drin.

Aber irgendwie hab ich noch so viel zu erledigen! Erst einmal morgen der 4. Geburtstag meines Kleinen. Die Schatzsuche und die Party bin ich ihm schuldig. Die Geschenke sind gepackt, der Kuchen wird heute gebacken. Und dann, wenn die Party vorbei ist und das übermüdete Geburtstagskind im Bett ist, dann darf seine Schwester sich auf den Weg machen.

Ich halte Euch auf dem Laufenden, wann unser Baby da ist. Einige Blogtexte sind schon geschrieben, leckere Rezepte und Buchtipps – das Lesefutter wird hier nicht ausgehen. Wenn Ihr wissen wollt, ob das Baby schon da ist, dann folgt mir doch am besten bei Facebook oder Instagram – da ist es für mich am einfachsten, Euch auf dem Laufenden zu halten 🙂

Willkommen bei der ganznormalenMama! Wollt Ihr  familienfreundliche Reisetipps? Oder kinderleichte Rezepte? Oder Lustiges, Nachdenkliches aus dem Mamaalltag? Dann stöbert im Archiv und folgt mir auf Facebook, bei Instagram oder Pinterest – ich freue mich auf Euch!

Und wusste Ihr, dass mein neues Buch „Willkommen Geschwisterchen: Entspannte Eltern und glückliche Kinder auf dem Markt ist!? Ein undogmatischer Erziehungsratgeber zum Thema „Zweites Kind“ – humorvoll und praxisorientiert

2 Kommentare zu “Die Zeit kurz vorm Stichtag… immer wieder magisch

  1. Hallo Natalie, mir geht es im Moment wie dir…wir warten auf Nummer 3. Unser Stichtag ist der 21. aber wie du schon sagst, kann es jederzeit losgehen und man mag nicht mehr so richtig für längere Zeit im Voraus planen. Ich wünsche dir eine schöne und schnelle Entbindung und bin gespannt auf neue Blogposts von dir. Liebe Grüsse Antje

    Gefällt mir

  2. Liebe Nathalie,
    das hast du sehr schön beschrieben. Ich erinnere mich auch noch genau an die von dir beschriebene Spannung.
    Ich finde es immer wieder ein Wunder der Natur und würden es nicht am Ende so beschwerlich und unbequem für uns sein, wären wir wohl am liebsten dauerschwanger 😉
    Alles erdenklich Gute für die letzten Tage.
    Lisa

    Gefällt mir

Was denkst Du?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s