Die ersten Schultage – ein kleines Zwischenfazit über den Schulbeginn

Unglaublich – nun hat mein Großer schon die ersten richtigen Schultage hinter sich. Nach der Einschulung ging es ja erst so richtig los: Nun begann der Schulalltag. Der für so einen Erstklässler natürlich erst einmal richtig spannend ist. Er meistert die Umstellung von Kindergarten auf Schule viel besser als erwartet – für mich hingegen ist vieles noch ganz schön ungewohnt und neu. Und ich gestehe: Ich muss mich wirklich erst einmal an diese neue Situation gewöhnen…

In den ersten Tagen können die Erstklässler noch ins Klassenzimmer gebracht werden. Aber schon am ersten Tag entscheide ich: Sohnemann muss das so schnell wie möglich alleine machen. Denn das Klassenzimmer ist im dritten Stock  – mit meinem Walrossbauch muss ich das nicht jeden Tag haben. Mein Sohn sprintet mir voran mit seinem Schulranzen auf dem Rücken, ich irgendwie hinterher, den kleinen Bruder an der Hand (der Schule jetzt auch viel spannender findet als Kindergarten) und den Babybauch vor mir herschiebend. Die Garderobe ist erst mal ein bisschen wie im Kindergarten: Jacke an den Haken, Hausschuhe an, ein Stück bewährte Routine auch in der Grundschule. So sehr Routine, dass mein Großer seinen Schulranzen auch an den Haken hängt, so wie er es im Kindergarten immer mit seinem Rucksack gemacht hat.

Er ist nicht der einzige. Um mich rum lauter Mütter, die ihre Kinder daran erinnern, doch den Schulranzen mit in die Klasse zu nehmen. (Und ja, es gab auch die eine oder andere Mutter, die ihrem Kind die  Hausschuhe anzog…aus Helikoptergründen oder aus Zeitersparnis? Ich weiß es nicht. Da es noch 10 Minuten bis zum Klingeln waren, schätze ich mal ersteres…). Der Sohnemann war schon im Raum verschwunden und schnappte sich sein Namensschild, das neben der Tür stand.  Der Abschied war übrigens kurz und schmerzlos: Er hatte kaum noch Augen für mich und ich bin mir nicht sicher, ob er mein Tschüß überhaupt hörte. Ich blieb also in der Tür stehen und stapfte mit dem Kleinen rüber zum Kindergarten. Ich bin mir ziemlich sicher: Die drei Stockwerke muss ich schon ganz bald nicht mehr hochschnaufen, den Abschied können wir ohne Sorge auf das Schultor verlagern. Der Junge macht das schon.

SChulbeginn: Fazit über die ersten Schultage nach der Einschulung

Da läuft er mit seinem Schulranzen und ich komme kaum hinterher, so schnell ist mein Schulkind!

Die Umstellung vom Kindergarten zur Schule fällt mir schwerer als meinem Sohn

Etwas gewöhnungsbedürftig für mich: Die Kinder suchen sich jeden Tag ihren Platz neu. Zumindest in den ersten Wochen. Eigentlich ja gut, weil so Bewegung drin ist und sie sich besser kennenlernen. Aber auch irgendwie eine Unsicherheit für die Kinder, wenn sie im Gewühl nach einem freien Platz suchen müssen. Mein Sohn war am zweiten Tag schon etwas verwirrt, dass sein Platz vom Vortag besetzt war und es war beschlossene Sache: Wir müssen morgens früher los. Damit er einen guten Platz ergattert.

So ist das Ding mit der Schule! Pünktlich sein! Nach zwei Wochen Sommerurlaub für mich wirklich nicht leicht, morgens wieder umzuschalten und die Kinder zur Eile anzutreiben, wenn sie mal wieder noch unbedingt ein Bild malen wollen, anstatt sich anzuziehen.

Aber das ist nicht die größte Umstellung. Auch im Kindergarten mussten wir die letzten Jahre pünktlich zur Frühstücksrunde sein. Wobei es dort weniger gravierend war, wenn man ein paar Minuten zu spät kam. Und wenn man viele Minuten zu spät kam, ließ man die Frühstücksrunde halt aus und schickte das Kind direkt zum Spielen. Diese Freiheiten sind nun vorbei!

Aber die eigentliche Umstellung für mich: Der fehlende Austausch zu den Lehrern. Im Kindergarten gab es immer den täglichen Austausch mit den Erziehern. Morgens freundliche Worte beim Abgeben, wenn es angebracht  war, der Hinweis „Er ist gestern Abend so spät ins Bett, also nicht wundern, wenn er müde ist“. Nachmittags nette Worte beim Abholen. Wenn es Fragen gab, konnte man die gleich klären. Und jeden Tag gab es einen Plan, was gemacht wurde, die neu gelernten Lieder wurden an die Pinnwand gehängt, genauso wie der Essensplan. Dieser direkte Kontakt ist nun vorbei. Die Lehrer sehe ich gar nicht. Das Kind verschwindet in den Klassenraum und gut ist. Und beim Abholen kommt er aus der Nachmittagsbetreuung raus, den Schulranzen in der Hand und wieder kein Kontakt zu den Lehrern. Die sind dann ja auch gar nicht mehr da.

Fragen zum Unterricht, zu den Hausaufgaben, zu Dingen, die sie brauchen – das alles läuft nun über die Kinder. Es sei denn, man lauert vorm Unterrichtsbeginn dem Lehrer auf, aber das ist nicht so mein Ding. Ich weiß nicht genau, wie er sich macht, wie er mit den anderen auskommt. Und was er am nächsten Tag mitbringen soll, erfahre ich auch nur von meinem Sohn direkt. Und wie der Tag so war – nun das erfahre ich so Stück für Stück. Ihr wisst ja, wie Sechsjährige von ihrem Tag erzählen…

Die Kinder wachsen mit jedem Schultag

Da ist also nur der Stundenplan, den ich in der Küche aufgehängt habe und der abendliche Blick in die Unterlagen, in der Hoffnung zu erfahren, was er denn so gemacht hat. Denn seine Erzählungen sind bisher kurz zusammengefasst „Wir haben gemalt. Dann haben wir auch gesungen. Und erzählt, wie viele Geschwister wir haben. Dann hat mich ein Mädchen gefragt, ob ich in der Pause mit ihm spielen will. Und dann gab es Obst und in der anderen Pause war ich auf Klo. Und wir dürfen auch in der Stunde auf Klo, wenn es ganz dringend ist.“ Blackbox Schule! Arbeitsblätter oder ähnliches gab es bisher nicht, die ich angucken konnte, Bücher wurden auch noch nicht verteilt.

Aber es ist ja auch erst der Anfang! Von der Schule wird noch ein Hausaufgabenheft verteilt, in dem Eltern auch Notizen an den Lehrer und umgekehrt reinschreiben können. Dann kommt vielleicht etwas Klarheit in die ganze Sache. Bisher hatte er seine Hausaufgaben immer im Unterricht erledigt, die beschränkten sich auf „Malt das mal zu Ende.“ Ich bin gespannt, wie es nun weitergeht und habe ehrlichgesagt noch gar keinen Plan, wann wir die Hausaufgaben am besten in unseren Nachmittag integrieren. Da ich keine Ganztagsbetreuung habe sondern ihn am frühen Nachmittag abhole, muss er die Hausaufgaben zuhause machen. Irgendwie gut: So bekomme ich wenigstens noch irgendwas mit von dem, was er in der Schule macht!

Nun, alles in allem meistert mein Sohn die Umstellung von Kindergarten auf Grundschule super. Ich bin überrascht, mit welcher Selbstsicherheit er jeden Morgen in die Schule geht und wie schnell er andere Kinder kennenlernt. Früher war er mal sehr schüchtern und ich hatte mir noch im Frühjahr Sorgen gemacht, wie das wohl in der Schule wirkt. Davon ist nichts mehr zu spüren! Da er sich wohl zu fühlen scheint und jeden Morgen darauf freut, in die Schule zu gehen, bin ich auch ganz optimistisch. Auch wenn ich zu gerne wissen möchte, wie der Unterricht so ist, wie die anderen Kinder sind, wie die Lehrer sind und was die Kinder nun eigentlich genau machen, den ganzen Tag lang. Aber da muss ich wohl noch auf den Elternabend warten… an dem wir Eltern dann einen kleinen Einblick in die Blackbox bekommen.

Nach der Einschulung geht die Schule richtig los: Wie die ersten Schultage nach SChulbeginn aussahen und wie die Umstellung von Kindergarten auf Grundschule war. #einschulung #schule

Vieles ändert sich mit dem Schulbeginn – aber nicht alles

Ja, der Schulbeginn ist auch ein Loslassen für uns Eltern. Unsere Kinder machen das jetzt alleine. Und man muss ihnen auch vertrauen. Sie einfach machen lassen. Ich musste es mir doch verkneifen, noch auf die Lehrerin zu warten zu Schulbeginn, um zu fragen, wie sich mein Sohn so macht. Nein. Das erfahre ich schon. Und so lange es ihm gut geht und nichts zu klagen hat, lasse ich ihn machen. Er macht das schon.

Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Umstellung für mich größer ist als für ihn. Und als ob er in diesen paar ersten Schultagen noch einmal ordentlich gewachsen ist. Was mich wieder melancholisch werden lässt, wie schnell die Kinder doch groß werden… und gleichzeitig sehr stolz und glücklich. Mein Sohn ist nun ein Schulkind!

Wie war der Schulbeginn Eurer Kinder für Euch? War es auch so eine Umstellung? Eher für Euch oder für die Kinder? Ich bin nun total gespannt, wie es in der Schule weitergeht. Bisher ist jeder Schultag spannend – auch für mich. Denn ich erfahre immer mehr Puzzle aus der Blackbox Schule 🙂

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4 Kommentare zu “Die ersten Schultage – ein kleines Zwischenfazit über den Schulbeginn

  1. Ich habe die Einschulung nun schon ein Jahr hinter mir. Wobei meine mit 5 eingeschult wurde, da dies auf der internationalen Schule so üblich ist. Und kann echt alles immer noch so gut nachvollziehen. Aber ich weiß auch, man gewöhnt sich daran, dass Mama auf einmal von einem großen Teil des Lebens des Kindes irgendwie ausgeschlossen ist. Ach, sie werden einfach so schnell groß!

    Und bei der Weihnachtsaufführung, wo meine Große eine Ziege im Stall gespielt hat, hab ich echt geheult. Vor Stolz und wahrscheinlich auch ein bisschen, weil die Hormone verrückt gespielt haben (ich hatte gerade entbunden). Noch vor einem Jahr hätte ich nie gedacht, dass ausgerechnet mir so eine Rührseeligkeit passiert 😉

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  2. So ein Mini-Fazit von uns. Meine Tochter (6 Jahre) ist jetzt seit 6 Wochen in der Schule. Und ich muss sagen, dass mit der Umstellung von der Kita hat gut geklappt und wir sind im Alltag angekommen und vieles hat sich wieder eingespielt. Ab und zu bekomme ich Abends schon mal zu hören, dass es langweilig war. Es ist halt schwierig in einer Klasse mit 27 Kindern, allen gerecht zu werden.
    Ihr großes Erlebnis hatte sie dann am Wochenende, es gab Lese-Hausaufgaben und sie durfte stolz vorlesen. Da merkt man mal wie die Zeit rennt. und was die Kids in der kurzen Zeit schon können.
    Die Kommunikation in unserer Klasse ist gut geregelt, wie ich finde, denn jeden Freitag schickt die Klassenlehrerin eine Mail an alle Eltern. Mit Dingen, die die Kinder in der Woche gelernt haben, was in der folgenden Woche ansteht und Dinge die am Wochenende geübt werden können. Und bei Bedarf würde sie auf Probleme frühzeitig aufmerksam machen.

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  3. Wir haben ja auch gerade die Einschulung und die ersten 1 1/2 Wochen Schule hinter uns. Mein Sohn geht seit dem dritten Tag alleine mit zwei anderen Kindern zu Fuß zum Bus und kommt auch alleine von der Bushaltestelle wieder nach Hause. Das ist schon komisch, aber es klappt von Anfang an sehr gut. Die wollen jetzt ja groß und selbstständig sein. Irgendwie ist es fast so, als würde bei den Kindern ein Schalter umgelegt werden. Ein paar Tage vor der Einschulung wollte er den Weg noch nicht alleine gehen, aber seit er Schulkind ist, ist das gar keine Frage mehr. Ich finde es gut, dass er das dirket alleine macht und ich mache mir auch keine Sorgen, über den Schulweg. Ich finde es aber auch sehr schwierig bzw. eine große Umstellung, dass man keinen direkten Kontakt mehr mit den Lehrern hat so wie es eben im Kindergarten war. Das ist echt was ganz anderes, wenn man morgens nichts mal kurz etwas sagen kann und alles nur noch über die Kinder läuft. Ich erinnere ihn morgens bestimmt jeden Tag an zwei, drei Dinge, an die er denken bzw. die er erledigen muss und meistens klappt davon nur die Hälfte 😉 Seinen Malkasten schleppt er Tag für Tag nach Hause anstatt ihn dort in die Kunstkiste zu legen. Im Kindergarten hätte man das gerade selber erledigt… Und sein Sicherheitskragen ist direkt am ersten Tag von einem anderen Kind mitgenommen worden. Jetzt muss ich darauf vertrauen, dass er das gemeinsam mit der Lehrerin – und ohne mich – regelt. Das fällt mir auch noch schwer, aber ich denke, das wird sich alles einspielen.
    Ich freue mich jedenfalls immer, wenn er nach Hause kommt und ich ein wenig von seinem Schultag erfahren darf. Zum Glück habe ich ein Kind, das relativ viel erzählt 🙂

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  4. Ja, die Umstellung ist wirklich für uns Mütter schwieriger als für die Kinder. Ganz besonders, sie von Dir bemerkte fehlende Freiheit, vermisse ich sehr. Zu Kitzelten konnten wir morgens auch mal weniger schnell in die „Puschen kommen“, dann hat man halt später abgegeben. Und auch, das die Kommunikation mit den Lehrern fehlt, finde ich persönlich nicht so gut. Kinder sind halt mehr oder eben auch weniger Organisationstalente. Mein Sohn (8, 3. Klasse) musste z.B. vor den Sommerferien total viel in seinen Arbeitsheften nacharbeiten, weil er das, warum auch immer, nicht in der Schulzeit geschafft hat. Finde ich auch richtig so, aber bei ihm war es dann arg viel. Da hätte ich mir vom Lehrer viel früher ein Signal gewünscht, damit ich das etwas „überwachen kann“. So musste er ernsthaft zwei ganze Nachmittage und einen Morgen, vor der Schule, alles machen.
    Meine Tochter ist jetzt gerade in die Vorschule gekommen, gestern habe ich sie dort heulend zurückgelassen – blödes Gefühl. Aber ich war mir sicher, das erstens ihre Lehrerin sie auffängt und sie ganz schnell ins Spiel kommt. War dann auch so. Und heute keine Tränen mehr, sondern noch auf dem Schulweg erzählt „Mama, ich find Schule ja besser als Wochenende.“

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