Das hat uns noch gefehlt: Schwanger und Ringelröteln im Kindergarten!

Da sind wir ganz entspannt im Urlaub bei meinem Vater in Finnland und geniessen dieses Treibenlassen, in den Tag hineinleben, was man so macht an den langen Tagen hoch im Norden. Und da klingelt das Telefon. Der Kindergarten. Im Kindergarten gab es zwei Fälle von Ringelröteln. Und wegen der langen Inkubationszeit von zwei Wochen könnten sich meine Jungs auch angesteckt haben. Und weil das ja nicht ganz ungefährlich ist, wenn man sich in der Schwangerschaft mit Ringelröteln infiziert, wollten sie mich informieren. Was ich sehr nett und aufmerksam finde. Und gleichzeitig ist sie schwups dahin, diese Urlaubsentspannung. Denn leider sind Ringelröteln (nicht zu verwechseln mit den Röteln, ist ein anderer Virus) tatsächlich nicht ganz ungefährlich fürs ungeborene Baby. 

Ich legte den Hörer auf und erinnerte mich dunkel daran, was mit den Ringelröteln noch mal war… Harmlos für Kinder und Erwachsene. Und sie können einen roten Ausschlag verursachen, müssen aber nicht. Sie können auch einfach nur Erkältungssymptome verursachen. Oder aber gar keine Symptome. Ich erinnerte mich auch dunkel, dass Ringelröteln aber dem ungeborenen Kind schaden können. Aber genau wusste ich es nicht. Also schlug ich nach…

Ringelröteln in der Schwangerschaft: Eine akute Infektion kann dem unngeborenen Baby schaden, aber die Wahrscheinlichkeit ist gering. Was kann passieren, wie ist es behandelbar und wie sind meine Erfahrungen als Mutter damit?

Ringelröten: Gefährlich für das ungeborene Baby

70 Prozent der Erwachsenen hatten den Virus wohl in der Kindheit, ganz oft unbemerkt wegen fehlender Symptome. Statistiken können doch beruhigen, denn 70 Prozent ist schon mal recht viel! Aber wenn man sich in der Schwangerschaft ansteckt und bisher keine Antikörper hatte (gehört leider nicht zu den Standardblutuntersuchungen wie die Röteln), dann kann man in etwa 30 Prozent der Fälle das Baby im Bauch infizieren. Also wieder konnte mich die Statistik ein wenig beruhigen. Selbst, wenn ich keine Antikörper habe und mich trotzdem angesteckt habe, dann überträgt sich der Virus in nur ein Drittel der Fälle auf das Baby. Und von diesen infizierten Babys entwickeln längst nicht alle, also keine zehn Prozent, Symptome. Statistiken sind gut, wenn sie so beruhigend sind.

Aber leider sind die Symptome von Ringelröteln bei Ungeborenen, wenn sie dann eintreffen, nicht gerade beruhigend. Die Babys im Bauch können Wassereinlagerungen bekommen, eine schwere Blutarmut und Herzprobleme. Besonders schlimm ist es in den ersten 20 Wochen. Im ersten Trimester kommt es in so einem Fall meistens zu einer Fehlgeburt. Ab der 20. Woche sind die Auswirkungen nicht mehr ganz so schlimm (puh, ich bin in der 26. Woche!) und vor allem kann man das Baby dann behandeln: Mit Bluttransfusionen durch die Nabelschnurvene. Uh, muss ich alles nicht haben. Behandelbar, aber eben nicht einfach mal so mit einem schnellen Medikament…

Ringelröteln in der Schwangerschaft - nicht ganz ugefährlich

Da ist man ganz entspannt im Urlaub und erfährt, dass im Kindergarten Ringelröteln umgehen… schwupps ist es vorbei mit der entspannten Schwangerschaft!

Egal, wie beruhigend die Statistiken waren – mir schossen tausend Gedanken durch den Kopf und die Urlaubsentspannung war natürlich erst einmal dahin. Kennt Ihr das? Ich sagte mir immer wieder: Wahrscheinlich hatte ich es eh schon als Kind. Es ist ja auch gar nicht gesagt, dass mein Jungs sich angesteckt haben. Blöd nur, dass es symptomlos verlaufen kann und man es so gar nicht feststellt. Und blöd, dass die Inkubationszeit bis zu zwei Wochen betragen kann!

Ringelröteln: Harmlos für Kinder und Erwachsene, aber nicht fürs Ungeborene

Ringelröteln in der Schwangerschaft braucht man wirklich nicht. Und das dann auch noch im Urlaub erfahren, auf einer Insel, wo kein Arzt in der Nähe ist, ist auch nicht grad optimal. Am liebsten wäre ich sofort zum Arzt gerannt, aber das ging leider nicht. Sobald wir wieder Zuhause sind, geht es erst einmal direkt zum Arzt, meinen Antikörperstatus bestimmen lassen. Dann ist entweder Entwarnung gegeben. Das wäre das beste, das ist das, worauf ich zurzeit hoffe! Aber der Test kann auch ergeben, dass ich akut infiziert bin. Oder frisch infiziert war. Oder aber, dass ich noch gar keinen Kontakt mit Ringelröteln hatte. Falls ich noch keinen Kontakt hatte, muss ich mich wohl noch einmal testen lassen, denn durch die lange Inkubationszeit ist es ja nicht ausgeschlossen, dass man eine Woche später dann doch den Ringelröteln-Virus nachweisen kann. Liegt eine frische Ringelröteln-Infektion vor, ist es vorbei mit der bisher so entspannten Schwangerschaft! Davor graut mir sehr. Ich wälze die Sorgen hin und her, versuche mich an die Wahrscheinlichkeiten zu klammern und sage mir immer wieder, dass die Statistiken für mich sprechen. Aber natürlich schaffe ich das nicht. Zumindest nicht rund um die Uhr.

Kennt Ihr das? Wenn man sich die ganze Zeit versucht zu beruhigen und dennoch im Kopf das Worst-Case-Szenario durchspielt?

Nun, das wäre in diesem Fall eine Infektion mit den Ringelröteln. Dann ist es ja noch nicht gegeben, dass sich das Baby wirklich infiziert. Aber von da an müsste ich wöchentlich zum Ultraschall, um zu schauen, ob das Baby Symptome entwickelt. Diese Symptome können in einem Zeitraum von bis zu 10, manche sagen sogar 16 (!), Wochen auftreten. Und sich, wenn sie auftreten, recht schnell bedrohlich entwickeln. Also müsste ich im Falle einer frischen Ringelrötelninfektion in der Schwangerschaft einmal die Woche zum Ultraschall: Das Baby würde dann auf Wassereinlagerungen untersucht, der Blutfluss gecheckt, um schnell eine Anämie festzustellen. Denn die müsste dann ganz schnell behandelt werden – sie wird sehr schnell lebensbedrohlich für das Baby im Bauch! Eine entspannte Schwangerschaft wäre das dann gar nicht mehr.

Ringelröteln in der Schwangerschaft -

Eine Blutuntersuchung bringt Klarheit

Ja, das wäre der Worst-Case. Ich mag diese Gedanken nicht zu Ende denken, unterbreche meinen Gedankenfluss immer an der Stelle, wo das Blutergebnis da ist. Ich versuche mir die ganze Zeit zu sagen, dass die Wahrscheinlichkeit gering ist, dass ich mich frisch mit Ringelröteln infiziert habe und sich das Baby im Bauch angesteckt hat. Aber natürlich sind sie nun da die Sorgen und haben ein Stück Urlaubsentspannung mit sich davongetragen.

Ich versuche mich, nicht zu sehr zu beunruhigen und habe auch das Googeln gelassen. Das wilde Herumgondeln habe ich mir schon vor langer Zeit abgewöhnt – und ertappe mich doch immer dabei… Ich warte nur noch auf das Blutuntersuchungsergebnis und dann sehe ich weiter. Einen Schritt nach dem anderen.

Wart Ihr schonmal in so einer Situation? Hatte eine von Euch sogar Ringelröteln in der Schwangerschaft? Wie beruhigt Ihr Eure Nerven in solchen Situationen? Drückt mir die Daumen, dass ich in der Kindheit bereits Ringelröteln hatte und auf der sicheren Seite bin… Ich halte Euch auf dem Laufenden!

 

7 Kommentare zu “Das hat uns noch gefehlt: Schwanger und Ringelröteln im Kindergarten!

  1. Oh je, sowas stresst. Ich drück ganz doll die Daumen, dass sich überhaupt niemand angesteckt hat! Auf eine tolle Rest-Schwangerschaft (und natürlich auf einen tollen Rest-Urlaub)! Liebe Grüße!

  2. Hi, Du Arme! Sowas ist immer der Horror, auch, wenn die Wahrscheinlichkeit verdammt gering ist, dass Ihr Euch infiziert habt. Trotzdem bleibt das Risiko, ich drücke Euch ganz fest die Daumen, dass Ihr virenfrei bleibt!!

  3. Oh nein, das klingt ja alles sehr beunruhigend und würde mich auch extrem nervös machen. Kann nur zu gut verstehen, dass du da ständig mit den Gedanken beim Durchspielen verschiedener Szenarien bist. Ich hatte Gott sei Dank in meinen beiden Schwangerschaften keine so einschneidende Mitteilung und kann nur erahnen, wie schrecklich es im Moment mit all der Ungewissheit für dich ist. Ich drücke ganz fest die Daumen, dass alles weiterhin gut verläuft und sich deine Sorgen in Luft auflösen dürfen.

    Herzliche Grüße
    Christine

  4. Hallo,
    ich bin eher eine ruhige Mitleserein, aber dieser Post erinnert mich so sehr an meine Schwangerschaft.
    Ich hatte in meiner zweiten Schwangerschaft eine ähnliche Situation und kann deine Sorgen so gut verstehen. Ich wusste, dass ich keine Antikörper gegen Ringelröteln hatte und nach einer Blutuntersuchung in der 8.Ssw kam heraus, dass mein Titer für eine akute Infektion grenzwertig war und nach einer zweiten Blutuntersuchung weiter gestiegen ist. Ich habe auch versucht, mich zu beruhigen und versucht abzulenken und meinem Baby positive Gedanken zu schicken. Mir hat es sehr geholfen, mit meinem engen Umfeld und meiner Hebamme über meine Ängste zu sprechen und ich sage es ganz ehrlich – bis zu diesem Zeitpunkt kannte ich solche Ängste noch nicht.
    Letztendlich stellte sich bei mir aber dann heraus, dass der Titer wieder in den negativen Bereich fiel und ich glücklicherweise keine akute Infektion hatte. Trotzdem blieb die Angst während der restlichen Schwangerschaft und wir sind umso glücklicher und so unendlich dankbar seit Dezember ein gesundes Babymädchen in unserem Leben zu haben.

    Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass es sich als falscher Alarm herausstellt!!!

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