Der letzte Kindergartentag – bald ist mein Sohn ein Schulkind

Obwohl ich das Datum schon lange kannte, war der Tag dann irgendwie doch urplötzlich da: Der letzte Kindergartentag. Am Freitag stand er an. Nach drei Jahren war mein Großer nun kein Kindergartenkind mehr. Nach drei  Jahren hieß es für ihn: Abschied nehmen. Klar, Kinder werden jeden Tag größer. Und sie lernen ständig dazu. Aber solche Meilensteine zeigen einem doch immer wieder, wie schnell das alles geht. Und vor allem wird sich nun eine Menge ändern. Denn Schule ist nun mal nicht dasselbe wie der Kindergarten. Für uns als Familie wird sich einiges ändern – und für meinen Sohn sowieso.

Was hat sich in diesen drei Jahren nicht alles getan! Vor drei Jahren stand er da, mein Sohn, damals noch viel kleiner als heute, mit ein wenig Rest-Babyspeck an den Beinchen. Von der Tagesmutter, wo es alles kleiner und behüteter war, ging es in den großen Kindergarten, auch noch einer der größten in unserer Stadt. Auf einmal war die Gruppe fast doppelt so groß. Auf einmal waren da so viele Spielräume. Auf einmal waren da ganz neue Kinder, die er noch gar nicht kannte. Und neue Erzieherinnen. Alles anders, alles neu. Die Eingewöhnung im Kindergarten war nicht leicht, die Umstellung von der familiären Tagesmutterwelt groß und es flossen so einige Tränen. Aber dann ging es doch schneller als ich dachte und er bewegte sich mit einer Sicherheit durch das große Haus, die ich so noch gar nicht von ihm kannte.

Ein neuer Lebensabschnitt beginnt: Mein kind hatte den letzten Tag im Kindergarten. Bald kommt er in die Schule. NAchdenkliches darüber, dass solcheMeilenstiene einem immer zeigegn, wie schnell die Zeit vergeht und es gleichzeitig toll ist, sein Kind größer werden zu sehen

Wie Kinder in drei Jahren Kindergarten wachsen

Das war vor drei Jahren. Seitdem hat sich vieles geändert. Es sind solche Stichtage, die einem zeigen, wie schnell ein Kind groß wird, wie schnell es dazulernt, was es alles dazulernt. Vor einigen Tagen schon brachte mein Sohn seine Mappe mit nach Hause, wo die ganzen Bilder von ihm abgeheftet waren. Aus den Kopffüßlern wurden nach und nach richtige Menschen, irgendwann auch mit Haaren auf dem Kopf. Irgendwann kam das erste Mal der selbstgeschriebene Name aufs Bild. Aus den großen, ungelenken Buchstaben wurden mit der Zeit immer feinere Buchstaben. Die Farben wurden bunter, die Motive komplexer.

Die Bilder zeigen, was für eine Entwicklung Kindergartenkinder durchlaufen. Heute steht er vor mir, mein Großer, schlaksig ist er geworden, Arme und Beine sehen ein bisschen zu lang aus, ein bisschen zu schnell gewachsen. Seine Hose hängt cool ein wenig lässig in den Kniekehlen, seine Haare streicht er sich ungeduldig aus dem Gesicht. Wann ist er noch mal so groß geworden? Wann ist aus dem eher schüchternen Jungen so ein selbstbewusstes Kind geworden? Hat er nicht gestern erst Laufen gelernt? War er nicht eben erst mein kleines Baby?! Und nun geht er im Urlaub alleine mit seinem kleinen Bruder auf den Spielplatz, klettert die höchsten Bäume hoch, erkennt die Automarken und zählt am liebsten bis 1000 oder gleich ganz bis unendlich.

Er hat immer noch 1000 Fragen – aber seit neuestem auch 1000 Antworten. Ein richtiger kleiner Klugschieter, besonders gern seinem kleinen Bruder gegenüber – der auch schon lange kein kleiner Junge mehr ist, aber das ist eine andere Geschichte.

Meilensteine wie der letzte Kindergartentag bringen uns zum Innehalten. Man lässt die Zeit Revue passieren, fragt sich, wo sie eigentlich geblieben ist und wundert sich immer wieder, obwohl man es besser wissen müsste, wieso die Menschen eigentlich immer noch kein Mittel erfunden haben, mit dem man die Zeit anhalten kann.

Derletzte kindergartentag - Melancholie und Vorfreude

Bald steht er da mit dem Schulranzen auf dem Rücken: In fünf Wochen ist mein Sohn ein Schulkind!

Bei aller Melancholie: Das Großwerden ist spannend und das Beste, was es gibt!

Aber wisst Ihr was?! Bei aller Melancholie, die einen an solchen Tagen unweigerlich packt – ist es nicht auch wunderbar, zu sehen, wie die Kinder größer werden? Ist es nicht furchtbar spannend, unsere Kinder beim Großwerden zu begleiten? Zu sehen, wie sie jeden Tag etwas Neues lernen, uns immer wieder überraschen? Es ist doch das Wunderbarste im Leben einer Mutter, zu sehen, wie die Kinder groß werden, dazu lernen, selbstsicherer werden, zu Persönlichkeiten werden. Wäre es nicht langweilig, wenn wir den Moment festhalten würden und die Zeit anhalten würden? Wäre es nicht langweilig, wenn sich nicht weiterentwickelt? Würde der Moment nicht seinen Zauber verlieren, wenn wir ihn immer und immer wieder erleben könnten?

Eben.

Deshalb gestatte ich mir die Melancholie an solchen Tagen. Und frage mich wehmütig, wo die Zeit geblieben ist. Aber gleichzeitig freue ich mich über diese Meilensteine. Weil sie mir zeigen, wie mein Kind groß wird. Weil sie mir zeigen, wie kostbar der Moment ist. Weil sie das Leben erst so richtig spannend machen.

Ein neuer Lebensabschnitt hat begonnen – für meinen Sohn, für uns als Familie

Mit dem letzten Kindergartentag geht auch eine Phase der Kindheit zu Ende. Das, was bisher selbstverständlich war, wird sich ändern. Ja. Es geht auch ein Stück Freiheit verloren. Denn natürlich wird sich mit dem Schulbeginn einiges ändern. Nicht nur für meinen Sohn, auch für uns als Familie. Und natürlich sind Veränderungen nicht immer bequem. Vieles geht mir zum Schulbeginn durch den Kopf, Befürchtungen und Erwartungen – aber das ist eine andere Geschichte.

Erst einmal schaue ich etwas melancholisch auf die vergangenen drei Jahre. Dann freue ich mich auf die Ferien. Und dann schaue ich sehr gespannt auf den Schulbeginn und freue ich auf all die Entwicklungen, bei denen ich meinen Sohn in den nächsten Jahren begleiten darf!

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3 Kommentare zu “Der letzte Kindergartentag – bald ist mein Sohn ein Schulkind

  1. Ich danke Dir für diesen Beitrag. Auch mein Sohn kommt in fünf Wochen in die Schule und der letzte Kindergarten Tag hatte es in sich – zumindest emotional. Für uns als Eltern und auch für ihn. Da steht er plötzlich und ist so groß. Ich spüre seine Aufregung, manchmal seine Angst aber auch viel Vorfreude. Du hast Recht, es ist ein Meilenstein in der Entwicklung. Ich wünsche Euch alles ❤ und vorallem einen guten Schulstart.

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  2. Ich kann es gut nachfühlen, meine Tochter hatte aus ihren letzten Kitatag vor kurzen. Ab Sommer ist sie zwar erst Vorschulkind, aber ich habe dann zwei Schulkinder und kein Kitakind mehr. Das ist irgendwie komisch. Bei meiner Tochter merke ich immer mehr, dass es die richtige Entscheidung war, sie in die Vorschule zu geben. Sie freut sich schon sehr, mit ihrem großen Bruder dann auch eine Schule zu gehen.
    Das Größerwerden lässt sich einfach nicht aufhalten 😉 Aber wer will das schon. Wenn ich sehe, wie groß und selbstständig sie schon mit 5 ist, kann ich manchmal gar nicht glauben, dass sie mal mein kleines Baby war.

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