Der 6. Geburtstag – wo ist die Zeit hin?!

Vor genau sechs Jahren um diese Zeit setzten bei mir die Wehen ein. Und morgen früh werden wir am Essenstisch sitzen und Du wirst die sechs Kerzen am Kuchen auspusten. Sechs Jahre! Mir kommt es vor, als seien die letzten Jahre im Zeitraffer vergangen. Ich seh‘ Dich noch vor mir, als Du frisch geboren um Dich blicktest, so neugierig und irgendwie schon so frech wie heute. Und nun steht vor mir ein großer, lang aufgeschossener Junge, der manchmal ein richtiger Klugschieter sein kann, der so unglaublich viel weiß und immer mehr wissen will und dann auf einmal doch wieder mein kleines Kuschelkind ist. Wo sind nur die letzten Jahre hin? Seit ich Kinder habe, denke ich viel zu oft: Ich will die Zeit festhalten!

Wobei ich sie ja eigentlich nicht festhalten will. Weil es nichts Spannenderes gibt, als Kindern beim Aufwachsen zu begleiten. Als zu sehen, wie aus den hilflosen Babys Menschen mit Charakter und eigenem Kopf werden. Zu erleben, wie aus dem anfänglichen Plappern die ersten Worte werden, aus den ersten wackeligen Babyschrittchen ein entschlossener Gang. Jedenfalls, wenn Du zum Eisladen willst. Ansonsten hast Du Dir ja auch schon diese coole Jungs-Gangart zugelegt, dieses Schlendern und locker mit den Beinen schlenkern.

Brief an meinen Sohn: Der 6. Geburtstag ist etwas Besonderes. Gedanken einer Mama beim Kindergeburtstag, Sentimentales und Erinnerungen wie er als Baby war.

An Kindergeburtstagen fällt einem auf, wie sehr die Zeit rast

Du willst nicht, dass ich Dich cool nenne, meintest Du letztens. Aber es trifft die Sache so gut. Denn Sechsjährige sind manchmal verdammt cool. Wenn es darum geht, dem kleinen Bruder zu erklären, wie etwas funktioniert. Oder wenn sie nicht mehr mit ganz so lautem Gebrüll einem Ball hinterherrennen wie die Horde Dreijähriger. Deine Hosen hängen locker runter, die Haare fallen ins Gesicht und da soll ich Dich nicht cool nennen?! Bist Du aber, und zwar sowas von, mein Großer!

Und die Coolness ist auf einmal völlig verschwunden, wenn Du abends im Bett liegst und noch eine Runde kuscheln willst. Und ich mach es jedes Mal, so lange es geht, denn weiß ich denn, wann Du das letzte Mal kuscheln willst? Wann Du beschließt, zu alt für den morgendlichen Abschiedskuss zu sein? Wann Du beschließt, dass Du jetzt nicht meine Hand halten willst, wenn wir durch die Stadt gehen? Diese kleine Hand, die längst nicht mehr klein und voller süßem Babyspeck ist. Denn der Babyspeck, der ist schon lange weg. Lang, sehnig, kein Gramm Fett, es ist nur eine Frage der Zeit, wann Du mir auf den Kopf spucken kannst. Deine Schuhe passen mir ja schon fast – Größe 34 trifft auf Größe 36!

Geburtstage sind immer was Besonderes. Nicht nur für die Kinder. Auch für uns Mamas. Denn dann kommen sie plötzlich wieder, die ganzen Erinnerungen an die Schwangerschaft, an meinen dicken Bauch, an Deine Geburt, die ersten Tage, das erste Lächeln, die ersten Schritte, all die ersten Male. Dein Kindergarten ist genau neben dem Krankenhaus, wo Du auf die Welt kamst. Ein komisches Gefühl, zum Kreisssaal hochzuschauen und zu wissen: Heute vor sechs Jahren…

Geburtstagskuchen, Kindergeburtstag, Kerzen auspusten

Kinder, wie die Zeit vergeht!

Der 6. Geburtstag läutet einen neuen Lebensabschnitt ein

Es gibt Geburtstage. Und besondere Geburtstage. Weil sie für einen neuen Abschnitt stehen. Der 18. Geburtstag ist so einer. Und der 6. Denn der bedeutet: Dieses Kind kommt bald in die Schule. Und das ist noch einmal so ein neuer Lebensabschnitt. Der Schulranzen liegt schon bereit und als Du ihn zur Probe aufsetztest, saßt Du so groß aus, so gar nicht mehr nach Kindergartenkind.

Es ist unglaublich, wie schnell Ihr Kinder Euch entwickelt, wie schnell Ihr lernt, wie gerne Ihr lernt. Es ist unglaublich, wie viel Freude Ihr uns Eltern bereitet, wie stolz man auf sein Kind sein kann, wie groß die Liebe sein kann. Du bist kein Baby mehr, Du bist ein Sechsjähriger, ein Junge mit einem eigenen Kopf. Was uns manchmal in den Wahnsinn treiben kann – aber ganz und gar in Ordnung ist. Behalt Dir Deinen Dickkopf und Deine Neugier und Deine ständigen Fragen. Auch wenn ich nach der hundersten Frage vielleicht nicht mehr ganz so ausführlich antworte – hör nie auf, Fragen zu stellen! Hör nie auf, Dich zu wundern!

Morgen pustest Du Deine sechs Kerzen aus. Und ich werde nun den Kuchen dafür backen. Und in Erinnerungen schwelgen. Wie Du in meinem Bauch wild um Dich tratest und dann doch viele viele Stunden im Krankenhaus auf Dich warten ließest. Du hattest schon immer Deinen eigenen Kopf.

Bleib einfach Du selbst, mein großer Junge. Ich hab‘ Dich lieb! Genauso wie Du bist!

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7 Kommentare zu “Der 6. Geburtstag – wo ist die Zeit hin?!

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