„Und dann geht das Wasser ins Klärwerk!“ – was Dreijährige halt so interessiert

Mein Sohn hat ein neues Interesse. Halt, so neu ist es gar nicht. Es geht nun schon seit ein paar Monaten so. Und das Interesse lässt sich nicht nach. Das Interesse nach dem Weg des Abwassers. Wo landet unser Abwasser? Natürlich im Klärwerk. Das findet mein dreijähriger Sohn sowas von spannend, dass diese rhetorische Frage unseren Alltag mittlerweile … sagen wir mal… so ein bisschen dominiert.

Sohnemann macht sein Pipi. Steht dann vorm Klo, schaut versonnen hinab  und drückt die Spülung. So lange es geht, starrt er seinem Pipi und dem Spülwasser hinterher. Spartaste drücken? Wozu denn, das würde das Vergnügen nur verkürzen. „Das Pipi ist jetzt im Klärwerk“, sagt er schließlich zufrieden. Dann dreht er den Wasserhahn auf, blickt in den Abfluss: „Mama, wo geht das Wasser hin?“ Klar, dass das nur eine rhetorische Frage ist, denn die Antwort weiß er natürlich. „Ins…“ sage. „Klärwerk“, beendet er. Und starrt lange ins Abflussrohr.

Kein Klogang ohne das Klärwerk-Thema. Auf öffentlichen Toiletten blockieren wir das Klo jedes Mal sehr lange, denn die Fachmannfrage nach dem Klärwerk muss vor Verlassen der Kabine ausführlich geklärt werden. Und das, wo der Besuch von öffentlichen Toiletten mit Kindern ja eh so ein besonderer Spaß ist.

Mein Sohn und sein merkwürdiges Interesse fürs Klärwerk....

„Wo geht das Wasser hin?“ Rhetorische Frage. Denn die Antwort kommt gleich hinterher: „Ins Klärwerk.“

Kein Klogang ohne Klärwerk

Ich weiß gar nicht, wann dieses Interesse das erste Mal auftrat. Aber ich weiß, dass es ihn sehr begeistert. Auf dem Weg zum Kindergarten kommen wir an vielen Gullis vorbei. Bei jedem bleibt er stehen, wirft einen Blick hinein und sagt versonnen: „Das Wasser fließt auch ins Klärwerk.“ Habe ich schon erzählt, dass wir auf dem Weg zum Kindergarten an SEHR vielen Gullis vorbeikommen?!

Wir wohnen ja in der Stadt. Und so treffen wir häufiger mal auf Rohreinigungsfahrzeuge. Hier treffen Faszination Klärwerk und Faszination großes Fahrzeug, was Krach macht, aufeinander. Ihr könnt Euch vielleicht vorstellen, wie groß die dadurch entstandene Faszination ist? Richtig. So groß, dass man sein Kind eigentlich nicht mehr vom Fleck bewegt bekommt. Dass diese Rohreinigungsfahrzeuge furchtbar stinken? Geschenkt. Das tut ein Klärwerk ja auch. Das gehört zur Faszination.  Da muss man durch als Jungsmama.

Dreijährige haben eigene Interessen: Bei jedem Klogang und jedem Händewaschen, will mein Sohn wissen, wo das Wasser hingeht? Alles rund ums Klärwerk interessiert ihn, Kinder unter 3 sind so wissbegierig!

Neben stinkenden Rohrreinigungsfahrzeugen gibt es hier auch viele Baustellen. Und da liegen manchmal große Rohre freigebuddelt. Richtig. Abwasserrohre. Wo die hinführen? Ihr braucht nur meinen Sohn zu fragen: Ins Klärwerk.

Die merkwürdigen Interessen von Dreijährigen

Alles, was mit fließendem Wasser, großen Rohren und Abwasser zu tun hat, stößt beim Sohnemann auf große Begeisterung. Letztens stand die Schranktür unter der Spüle offen. Und was war da zu sehen? Richtig die Abflussrohre von Spülbecken und Geschirrspüler. Dass davor der Mülleimer war, ist Sohnemann egal. Auf der Suche nach dem bestmöglichen Blick auf all die Abwasserleitungen, kroch er in den Schrank hinein und inspizierte alles mit fachmännischem Blick. Dann kam er wieder heraus und verkündete: „Da fließt das Wasser ins Klärwerk.“

Mein Sohn und sein merkwürdiges Interesse fürs Klärwerk....

Klar weiß mein Dreijähriger, wo diese Rohre hinführen… ins… richtig!

Er weiß übrigens auch schon, was im Klärwerk passiert. Wir haben natürlich Bücher angeschaut. Vom Kreislauf des Wassers. Von den einzelnen Klärbecken. Wie die Bakterien dann nach den ganzen Filterstufen „den Dreck wegfressen“, um es mit meinem Sohn auszudrücken. Wir kamen letztens bei einem Spaziergang auch an einem Klärwerk vorbei. Rein konnten wir ja leider nicht, aber es war auch so ziemlich aufregend. Sohnemann konnte jedenfalls nicht von Papas Arm runter, denn er musste alles ganz genau anschauen.

Seit mehreren Monaten geht das nun schon so. Jedes Abflussrohr, jedes fließende Wasser übt größtmögliche Faszination auf meinen Dreijährigen aus. Ich hoffe, es gibt bald einen Tag der offenen Tür im Klärwerk. Ich jemanden, den das sehr glücklich machen würde. Das wäre doch mal was für einen tollen Papa-Sohn-Nachmittag, finde ich 🙂

Haben Eure Kinder auch so lustige Interessen, die ganz plötzlich entstehen? Mich erstaunt es immer wieder, für was sich Kinder begeistern können – und wie ausgiebig sie sich dann mit solchen Themen beschäftigen. Ich hoffe nur, dass sie sich dieses Wissenwollen auch in der Schule noch bewahren….

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4 Kommentare zu “„Und dann geht das Wasser ins Klärwerk!“ – was Dreijährige halt so interessiert

  1. Oh ja,ein wahres Wort! Meine Tochter hatte mit knapp 3 nach einem Berlinbesuch einen „Mauer-Tick“. Ich hatte ihr in aller Kürze kindgerecht erklärt, wie das mit der Mauer war und sie hat gnadenlos für die Verbreitung des Märchens gesorgt! 2 Könige, die sich streiten, Menschen, die sich nicht mehr besuchen können, „die Mauer muss weg“-Choräle usw. Nachdem wir das überstanden hatten, fing mit 3,5 das Jesus-Thema an. Jetzt ist sie bald 5 und ist in den letzten Jahren der Hauptgrund für Kirchenbesuche diverser Zumeist christlicher Religionen gewesen. Wir waren bei den Katholiken, den Protestanten, in jeder Taufkirche aller Familienmitglieder, an jeder Krippe im Umkreis, haben Kindergottesdienste, Weihnachten, Taufen und einfache Sonntagsgottesdienste mitgemacht…. Das beste: in der Hoch-Zeit hat sie in der Kita angefangen zu missionieren!
    Aber Jesus wurde zum Glück (Ironie?) weitergehend von Elsa abgelöst….. ARGH!!

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  2. Uiuiui. Da gibt es eine lustige Folge von „the fixies“ drüber. Auf russisch фиксики. Ich glaube auf deutsch gibt es die Serie noch nicht. Da schwimmen sie gleich mit nach der Taste der Toilette ;-P

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  3. Bei einem Tag der offenem Tür im Klärwerk, komme ich mit meinem Sohn mit.
    Ist gerade genau sein Thema :-).

    Liebe Grüße, Tanja

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