Wann bist Du eigentlich so groß geworden?

Mein kleiner Mann,

eigentlich muss ich ja sagen:  Mein großer kleiner Mann. Denn ich schaue Dich an und frage mich: Wann bist Du eigentlich so groß geworden? Warst Du nicht eben noch das kleine Baby, das am liebsten direkt an meiner Brust einschlief und partout nicht ins Bett gelegt werden wollte? Es ist doch erst einen Wimpernschlag her, dass Deine kleinen Finger sich um meinen Finger legten, der erste Greifversuch? Hast Du nicht gerade eben erst Deine ersten wackligen Schritte auf diesen süßen Babyspeckbeinchen gemacht? Hast Du nicht vorhin erst das erste Mal „Mama“ gesagt?

Zweijährige, alles alleine machen

Ich komm‘ kaum hinterher! Warst Du nicht eben erst noch ein kleiner Mann auf Entdeckungstour? Und heute schon ein Vorschulkind?!

Und nun sabbelst Du ohne Unterlass, davon zehnmal in der Minute das Wort „Maamaaa“ und setzt Dich auf Dein Fahrrad und strampelst mir einfach davon. Du schreibst mit einer Selbstverständlichkeit auf alle deine Bilder deinen Namen – dabei habe ich doch eben erst dein erstes Bild über dem Schreibtisch aufgehängt, das mit dem lila Krickelkrackel.

Manchmal möchte ich die Zeit anhalten

Wenn Du mir beim Abholen im Kindergarten die Arme um den Hals legst, dann sind da keine Speckröllchen mehr, dann muss ich gar nicht mehr so weit in die Knie gehen, um Dich zu halten. Und Deine Hose, musste ich die gestern nicht noch umkrempeln? Und nun schon wieder Hochwasser. Drei Wochen Sommerferien und die Hausschuhe im Kindergarten sind zu klein, die Gummistiefel auch und der Sonnenhut passt auch nicht mehr richtig. Wann bist Du so gewachsen? Wann bist Du so hochaufgeschossen, wann wurde mein kleines Männchen zu diesem schlacksigen Kerl, der mir armeschlenkernd so viele Warum-Fragen stellt, dass ich gar nicht mehr nachkomme, im Internet die Antworten nachzuschlagen?

Sentimentale Gedanken einer Mutter: Wann ist mein Baby eigentlich groß geworden? Die vielen Meilensteine in der Entwicklung des Babys zeigen, wie schnell die Zeit vergeht.

Mein Sohn ist groß geworden. Quasi über Nacht. Fünfeinhalb, ein Vorschulkind. In einem Jahr um diese Zeit bist Du schon in der ersten Klasse, ich mag es mir gar nicht ausmalen. In einem Jahr, das ist ja irgendwie fast schon morgen!

Dabei war es doch erst gestern, dass ich mit Dir in meinem riesigen Bauch herumlief und darauf wartete, dass ich Dich endlich in live und echt kennenlerne und nicht nur über den Schwarzweißmonitor beim Ultraschall!

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Hatte ich nicht grad erst diesen dicken Bauch, auf dem ich meine Teetasse abstellen konnte?!

Mit Kindern merkt man erst, wie die Zeit vorbeirast

Doch auch, wenn Du schon so groß bist, oft so vernünftig und so klug, wenn Du dich auf meinen Schoß kuschelst, dann bist Du trotz deiner spitzen Knochen immer noch mein kleiner Junge, auf den ich aufpassen werde, egal was kommt. Dann drücke ich das ein ums andere Mal meine Nase in dein Haar, atme tief ein und wünschte, ich könnte die Zeit anhalten. Den Moment einfach stoppen – denn ehe ich mich versehe, bist Du schon wieder ein Stück gewachsen!

Wenn ich sehe, wie Du wächst, dann zeigt es mir, wie viel Unwichtiges es gibt, diese Dinge, die nur vom Wesentlichen ablenken. Wenn man Kinder hat, gibt es eigentlich nichts was wichtiger ist, als einfach mit ihnen zu wachsen, die Momente mit ihnen zu teilen und das Leben mit Kindern zu genießen.

Die Zeit rast und gerade, wenn man Kinder hat, merkt man das besonders stark. Man will sie einfangen, diese ganzen schönen Momente, festhalten und es gelingt nur bedingt. Es macht mich melancholisch, zu sehen, wie schnell Ihr Kinder uns über den Kopf wachst – und gleichzeitig ist es so wunderschön zu sehen, wie Ihr lernt, jeden Tag etwas mehr, wie Ihr wachst und zu richtigen Persönlichkeiten werdet mit all Euren Ecken und Kanten. Mir graut vor dem Tag, an dem Du mir auf den Kopf spucken kannst (bei meinen 1,59 Metern wird das schneller sein als mir lieb ist!) und noch mehr vor dem Tag, an dem Du beim Spazierengehen nicht mehr Deine kleine Hand in meine legst. Gleichzeitig gibt es nichts Tolleres als zu sehen, wie Du größer, selbstbewusster und geschickter wirst, wie Du jeden Tag etwas Neues lernst und mich immer wieder überrascht.

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War das nicht erst gestern?! Nee – es war vor mehr als fünf Jahren!

Das Leben mit Kindern ist so unglaublich spannend!

Ach, mein Großer, wann bist Du bloß so groß geworden?! Aber egal, wie groß Du bist. Du wirst immer mein kleiner Mann sein, der, der so energisch gegen meine Bauchdecke trat. Der kleine Mann, auf den ich aufpassen werde, auch wenn Du mir viel zu bald das Kinn auf den Kopf legst statt umgekehrt!

 

9 Kommentare zu “Wann bist Du eigentlich so groß geworden?

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