Das missglückte Einschlafritual: Ich bin aber noch gar nicht müde!

Ich freue mich schon auf die Zeitumstellung. Ehrlich. Obwohl dann endgültig Herbst ist. Aber dann werden meine Kinder endlich mal früher ins Bett gehen. Zumindest ein paar Tage bis sie sich an den neuen Rhythmus gewöhnt haben. Aber vielleicht tut dann die frühe Dunkelheit ihr Übriges. Die Sache mit dem Einschlafritual und dem Insbettgehen ist bei uns nämlich zurzeit so eine Sache…

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Ich bin noch gar nicht müde! Da kommt er im Schlafsack aus dem Bett und spielt noch ne Runde…

Man bringt seine Kinder stundenlang an die frische Luft. Nachdem sie im Kindergarten schon den Garten gerockt haben. Man lässt sie klettern, hüpfen, um die Wette laufen und Bälle fangen. Heute sind sie bestimmt müde, denkt man sich beim Anblick der roten Bäckchen und tobenden Kinder.

Aber nix da! Kurzzeitig scheint es so. Wenn pünktlich um 17 Uhr die Happy Quengel Hour oder Wolfsstunde einsetzt, die eben noch so vergnügten Jungs sich wegen Kleinigkeiten in die Haare kriegen, im Sekundentakt „Mamaaaaa“ gerufen wird und sie abwechselnd Hunger, Durst oder waas nicht Definierbares haben. Dann denke ich: Yes, heute Abend, da schlafen sie um Acht. Jetzt schnell was zu Essen zaubern und dann ab in die Falle.

Ja, tatsächlich, dies Hoffnung habe ich immer noch, fast jeden Tag. Dabei müsste ich es doch langsam mal besser wissen!

Das mit dem Insbettbringen ist bei uns so eine Sache…

Denn egal, wie viel sie am Nachmittag getobt haben, wie lange sie an der frischen Luft waren, wie müde sie zu sein scheinen – nach dem Abendbrot drehen sie nochmal richtig auf. Sie spielen Fangen, bauen in trauter Eintracht eine Duploburg (so versunken und in süße Dialoge vertieft, dass man sie gar nicht stören mag) oder sie kutschieren ihre Kuscheltiere auf dem Bobbycar hin und her.

Das Kalkül der Kinder geht auch meistens auf. Auf eine Viertelstunde kommt es doch nicht an, schnell ein bisschen selbst die Füße hochlegen oder mal ein paar Sätze ungestört mit dem Gatten reden. Aber mit Blick auf den Feierabend und dem Gedanken an den nächsten Morgen, wo um halb sieben der Wecker klingelt, muss dann irgendwann doch das Einschlafritual eingeleitet werden.

Es folgt Insbettgehphase 1. Zähneputzen. Beim Großen ohne Theater, beim Kleinen je nach Tagesform mit Festhalten oder mit nur geringer Gegenwehr (also nur ein bisschen Gestrampel). Umziehen geht so. Aber ich beherrsche die Disziplin des Ein-weglaufendes-Kind-einfangen-und-im-Laufen-umziehen mittlerweile mit geschlossenen Augen.

Insbettgehphase 2 ist da schon schwieriger. Denn bevor wir ans Vorlesen gehen, fangen sie wie auf Knopfdruck wie Flummis auf dem Bett an herumzuhüpfen. Und steckend sich kichernd immer mehr an. Bis sich einer den Kopf stößt.

Es folgt ein Auf-Papa-oder-Mama-Herumklettern und endlich liegen sie im Bett. Bereit für den Vorlesemarathon.

Ein Baggerbuch für den Kleinen. Dann ein Vorlesekapitel für den Großen. Gefolgt von heftigen Verhandlungen um ein weiteres Kapitel. Haben wir das Vorlesen hinter uns, folgt die obligatorische Gute-Nacht-Geschichte, in der immer ein Schatz und eine Schatzkarte vorkommen muss.

Gute Nacht Geschichte Einschlafritual Kind Familie Mamablog

Es folgt der Vorlesemarathon vorm Schlafengehen…

Nochmal Pipi, noch mal ausgiebiges Kuscheln. Das ist der schönste Teil.

Dann klingelt die Kirchturmuhr acht Mal und man denkt sich: Achja, vielleicht schaffe ich es heute ja mal pünktlich aufs Sofa.

Der Große schläft tatsächlich nach anfänglichem Umherwälzen relativ zügig ein. Er hatte ja auch keine Mittagsschlaf. Da der Kleine noch unter 3 ist, muss er im Kindergarten mittags schlafen. Und das ist das Problem. Er steht irgendwann auf und beschließt, noch ein wenig wach zu bleiben. Nix zu machen.

 Kinder, geht ins Bett! Seid Ihr denn gar nicht müde?!

Ich stelle mich schlafend. Er turnt auf mir rum. Bis ich keine Lust habe, selbst einzuschlafen und ihn entnervt mit ins Wohnzimmer nehme. Dort ist er hellwach. Während mein Mann und ich furchtbar langweilige Dinge tun wie in einem Buch ohne Bilder zu blättern, schleppt er alle Baustellenfahrzeuge aus dem Kinderzimmer und baut sie vor uns auf.

Irgendwann wird er doch müde. Ich also mit ihm ins Bett. Er schläft, denke ich, will mich grad rausschleichen, da schlägt er die Augen auf: „Mama, wo gehst Du hin?“

Anfängerfehler! Gleichmäßiger Atem heißt nicht gleich Tiefschlaf!

Meine Kinder denken ja tatsächlich, dass ich mit ihnen ins Bett gehe und auch schlafe. Was ich ja auch oft genug tue, wenn ich mich zu lange schlafend stelle.

#Huschhusch – wenn Kinder schlafen gehen (oder eben nicht)

Achja, das Insbettbringen ist bei uns so eine Sache! Man will ja auch mal seinen Feierabend. Und die Kinder müssen am nächsten Morgen ja auch früh raus. Es gibt Tage, da schläft der Kleine nicht vor 21.30, manchmal gar 22 Uhr. Es macht mich wahnsinnig!

Ich freue mich, wenn im Kindergarten sein Mittagsschlaf gestrichen wird (hier lassen die Erzieherinnen nicht mit sich handeln!) und er abends früher müde ist. Allerdings ist er dann ab 17 Uhr so ungenießbar, dass ich auch nicht weiß, was besser oder schlechter ist.

Wie und wann schlafen Eure Kinder abends ein? Was habt Ihr für ein Einschlafritual? Und drehen Eure Kinder auch gerne noch einmal kurz vorm Insbettgehen so richtig auf?

Noch mehr Insbettbring-Erfahrungen von anderen Mamabloggerinnen findet Ihr übrigens bei Familieberlin – denn dort hat Bella die Blogparade #huschhusch ausgerufen! Schaut doch mal vorbei 🙂

10 Kommentare zu “Das missglückte Einschlafritual: Ich bin aber noch gar nicht müde!

  1. Wir haben seit Mitte Juni diese Phase eingeläutet :-(, zu dem Zeitpunkt war meine Tochter 23 Monate, jetzt ist sie 2 J. & 4 Monate und schläft noch immer fast nie vor 22 Uhr ein *heul* ;-(. Ich bin total alle und sie ist um 20:00 Uhr noch topfit. Auch wenn ich ihr anbiete alleine in Ruhe spielen zu dürfen, während ich im Schlafzimmer auf sie warte, nimmt das Angebot nicht an. Sie mag nicht alleine spielen. Ich kann sie noch so sehr auspowern, es bringt alles leider nichts. Ich schlafe meistens mit ihr zusammen ein und kann am Vorabend nichts mehr für den nächsten Tag vorbereiten :-(. Ich arbeite in Teilzeit von Mo-Do, letzte Woche Fr & Sa hat sie bei mir keinen Mittagsschlaf gehalten und ist „schon“ um 20:30 Uhr eingeschlafen, ich hatte zum ersten Mal nach langer Zeit die Möglichkeit den Abend in Ruhe ausklingen zu lassen.

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  2. Ich kenn das zu gut ☺ hab nur 1 Sohn und stelle mir das mit zweien die sich noch gegenseitig aufputschen echt schwierig vor 😯 meiner ist inzwischen 5 und ihm fällt es leichter einfach mal ne Weile liegen zu bleiben irgendwann ist es so langweilig dass er einschläft meistens schafft er es aber auch erst gegen halb 10…. und der Abend ist für uns auch gelaufen 😐 aber was will man machen kann ja das schlafen nicht erzwingen merke nur das es leichter wird je älter sie werden…auf jeden Fall bringt es nix ein hellwaches Kind hinzulegen kostet nur Nerven und zieht sich ewig in die Länge

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