So unterschiedlich können Geschwister sein!

Es ist schon spannend, diese Sache mit den Genen und den schier unendlichen Kombinationen. Ein und dieselben Eltern und trotzdem sind Geschwister manchmal so unterschiedlich. Nicht nur optisch, sondern auch in ihrer ganzen Art. So wie meine beiden Jungs, die mich immer wieder überraschen und sich mit all ihren Gegensätzen so wunderbar ergänzen.

IMG_3218

Geschwisterliebe.

Dank 3-D-Ultraschall können Eltern ja heutzutage schon etwas mehr von ihrem Baby erkennen als mit dem herkömmlichen Schwarzweiß-ich-rate-mal Ultraschallbildern. Aber bei der Geburt ist es (glücklicherweise) immer noch eine riesige Überraschung, wie das Kind denn nun aussieht. Welche Haarfarbe wird es haben? Welche Augen? Und vor allem: Wie wird es werden, wenn es größer wird? Wird die Nase so wachsen wie die vom Papa? Oder die Augen so dunkel wie von der Mama?

Wie die Kinder werden, lässt sich vor der Geburt nicht vorhersagen

Mein großer Sohn  kam vor fünf Jahren mit einer riesigen Überraschung auf die Welt: mit roten Haaren! Die genetischte unwahrscheinlichste Kombination. Und man konnte es sogar pefekt durchmendeln (erinnert Ihr Euch noch an Euren Biounterricht?), denn die rezessiven Gene für die roten Haare lagen sowohl bei mir Brünette als auch bei meinem dunkelhaarigen Mann vor. Zu den roten Haaren gesellen sich braune Augen, was noch mal wieder unwahrscheinlicher und seltener ist. Bei seinem kleinen Bruder waren wir also auf alles gefasst. Aber wie Kinder werden, lässt sich vor der Geburt nicht vorhersehen. Die Haare des Kleinen entsprechen aber vollkommen der Wahrscheinlichkeit: dunkelbraun.

Geschwister: Wieso sind sie oft so unterschiedlich? Was können wir Eltern mit unserer Erziehung tun, damit sich unsere Kinder nicht so viel streiten?

Der eine ist eher zierlich und klein, eher ruhiger Natur und interessiert sich für Musik und Schachspielen, der andere ist eher robuster (wobei man das ja erst sagen kann, wenn der Babyspeck weggeht), hat Wuschellocken und einen echten Dickkopf. Seine Leidenschaft: Bagger, Laster, alles, was laut ist.

Während der Große mit wenigen Monaten verlässlich durchschlief, sieht der Kleine sowas gar nicht ein und hält mich immer noch auch nachts gut auf Trab. Das ist typisch, da freut man sich beim zweiten Kind die ganze Zeit auf den Moment, wo es endlich durschläft und das Kind macht einem ne lange Nase und sagt: „Ätschibätschi, andere genetische Zusammenstellung! Kannst lange warten, Mama!“

Dasselbe mit den Wutanfällen. Klar, kannten wir den Wutzwerg auch von meinem Großen. Aber der Wutzwerg kam dann doch nicht allzu häufig zu Besuch und ließ sich meistens auch schnell wieder vertreiben. Der Kleine hingegen scheint die Besuche seines Wutzwerges sehr zu mögen, anders kann ich es mir nicht erklären, dass der Wutzwerg so oft kommt und vor allem so lange bleibt. Jedes Kind ist anders – und wenn man glaubt, man kennt beim zweiten Kind scho alles, dann muss man sich auf so einige Überraschungen gefasst machen!

Wieso sind Geschwister oft so unterschiedlich?

Es ist einfach superspannend zu sehen, wie Geschwister groß werden – und wie unterschiedlich sie sein können. Jeden Tag überraschen sie einen mit etwas Neuem. Und ich frage mich: Wie werden sie sich weiterentwickeln? Werden sie so unterschiedlich bleiben? Oder doch ganz ähnlich sein, wenn sie in die Pubertät kommen? Was für Männer werden sie einmal sein? Und auch das ist total spannend: Wie werden die ersten Freundinnen sein, mit denen sie nach Hause kommen? Auch total unterschiedlich? Und dann wiederum die Enkelkinder?!

we9

Brüder auf Entdeckungstour. Hoffentlich gehen sie auch gemeinsam durch Dick und Dünn, wenn sie groß sind.

Was ich bei allen Unterschiedlichkeiten zwischen meinen Kindern hoffe: Dass sie nicht nur Brüder, sondern auch Freunde werden. So wie jetzt. Bei allen Geschwisterstreitereien und Eifersüchteleien, wenn es drauf ankommt, dann halten sie zusammen. Dann können sie schön miteinander spielen (meistens dann, wenn es abends ins Bett gehen soll oder morgens in den Kindergarten). Oder schauen sich an und fangen auf Befehl an zu lachen – weil es gerade ein Kinder-Insiderwitz war, den wir Erwachsenen nicht verstehen. Oder dann liegen sie abends kuschelnd im Bett oder halten Händchen, wenn sie durch die Stadt laufen. Da geht Mamas Herz auf. Man liebt jeden auf seine Weise, bei all den Unterschiedlichkeiten – und gerade wegen all der Unterschiedlichkeiten.

Wusstet Ihr übrigens, das ich einen Erziehungsratgeber zum Thema „Geschwister“ geschrieben habe?  Ein undogmatischer Erziehungsratgeber, in dem es darum geht, wie man das große Kind auf den Neuankömmling vorbereitet, wie man die erste Zeit mit zwei Kindern gestaltet, was man bei Eifersucht, Geschwisterstreit und anderen Alltagssituationen am besten macht und wie aus Geschwistern Freunde werden. In dem Buch sind viele praktische Tipps und Elternzitate. „Willkommen Geschwisterchen: Entspannte Eltern und glückliche Kinder“ ist ab sofort im Handel erhältlich!

Wie ist es bei Euch? Sind Eure Kinder auch so unterschiedlich? Haben Sie Euch mit etwas überrascht? Gibt es beim zweiten Kind etwas, was Ihr vom Großen gar nicht kanntet?

Herzlich Willkommen bei der ganznormalenMama! Wollt Ihr  familienfreundliche Reisetipps? Oder kinderleichte Rezepte? Oder Lustiges, Nachdenkliches aus dem Mamaalltag? Dann stöbert im Archiv und folgt mir auf Facebook, bei Instagram oder Pinterest – ich freue mich auf Euch!

Geschwister können sehr unterschiedlich sein - tipps für die Erziehung.

8 Kommentare zu “So unterschiedlich können Geschwister sein!

  1. Ohjaaaa, das kenne ich zu gut. Meine beiden sind grundverschieden. Mal sind sie wie Feuer und Wasser und ein anderes Mal sind sie ein Herz und eine Seele! Ich hoffe wirklich von ganzem Herzen, dass sie sich „im Alter“ nicht aus den Augen verlieren bzw sich immer nah sein werden. Ich denk, das wünscht sich jede Mama, dass ihre Kinder zusammenhalten <3
    Lg Kerstin :)

  2. Geschwisterforschung ist tatsächlich auch eine spannende Sache, leider habe ich mich damit noch nicht beschäftigt. Was ich oft beobachte und mir auch hier wieder auffällt: Bei zwei Kinder ist meistens das ältere Kind ruhiger, vorsichtiger und der Denker, während das zweite oft offen, wild und eher ein Macher ist. Ausnahmen bestätigen die Regel, aber ich habe das schon wirklich oft beobachtet. Eventuell auch eine Erziehungsfrage?

    • Kann schon sein, das mit der Erziehung. Beim zweiten Kind ist man deutlich entspannter und lässt es einfach sehr viel mehr machen. Beim ersten Kind passt man doch viel mehr auf und macht sich Sorgen, wenn es alleine die Rutsche hochgeht und so. Diese Entspannung überträgt sich wahrscheinlich aufs Kind.

  3. Das verwundert mich immer noch jeden Tag. Meine beiden Soehne sehen sich so aehnlich, sind aber unterschiedlich in jeder anderen Beziehung. Im Grunde ergaenzen sie sich perfekt. Ist der eine eine Draufgaenger und offen, ist der andere ein Denker und eher verschlossen. Das Wunderbare an der Sache ist, dass sie auch keine Konkurrenz zueinander sind. Liebe Gruesse, Ann

  4. Na klar kenn ich das alles, meine Kinder sind komplett unterschiedlich. Nun haben sie ja auch noch ein anderes Geschlecht, aber die Charaktere, Denk- und Handlungsweisen sind so dermaßen gegensätzlich und waren es schon von Geburt an. Als Babys waren sie völlig anders und auch ihre Autonomiephase ist/war total verschieden.
    Es gab vor kurzem eine Blogparade, wofür ich einen Text über das Thema geschrieben habe, den ich hier mal verlinke. Ich hoffe, das ist okay:
    http://fruehlingskindermama.blogspot.de/2016/02/geschwistervergleich-blogparade.html

    Viele Grüße und viel Spaß weiterhin mit den beiden Jungs!

  5. Toller Beitrag ! Meine Große ist 4, die Kleine 10 Monate. Ich bin gespannt wie sie sich entwickelt und welche Gemeinsamkeiten die beiden haben werden :-)
    Liebe Grüße, Berenice

Beim Kommentieren stimmt Ihr meiner Datenschutzerklärung (siehe Menü) zu.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.