Der 5. Geburtstag: Kinder, die Zeit rast!

Ich habe es gestern erst entdeckt: An meiner Pinnwand über dem Schreibtisch hängt noch mein Vorsorgeterminzettel von der ersten Schwangerschaft. Das ist mir gestern aufgefallen: Am 5. Geburtstag meines Sohnes! Der Große ist fünf Jahre alt!  Unglaublich – hatte ich nicht erst vorgestern noch diesen Riesenbauch? War er nicht eben erst noch ein Baby, dass die ersten Krabbelversuche unternahm? Und gestern wurde ich von einem unwahrscheinlich aufgeregten kleinen, großen Mann geweckt, der um 6 Uhr unbedingt seine Geschenke öffnen wollte und sich tierisch auf die Kindergeburtstag-Party freut. Die Zeit rast und an den Kindern merkt man, wie schnell.

Geburtstagskuchen, Kindergeburtstag, Kerzen auspusten

Fünf Kerzen auf dem Geburtstagskuchen. Der große Kuchen wird am Wochenende gebacken.

Am Dienstagnachmittag überwachte der Große jeden Schritt vom Kuchenbacken. Er hatte genaue Vorstellungen, wie der eburtstagskuchen für seine Kindergartengruppe auszusehen hatte: Schokolade obendrauf und dann eine Reihe Smarties und eine Reihe Gummibärchen. Dass beim Verzieren die Hälfte in seinem und dem Mund seines Bruders landete, war ja irgendwie klar. Ich hatte – beim fünften Geburtstag kennt man sich damit mittlerweile aus mit Kindergeburtstagen! – vorsorglich schnmal doppelt so viel Verzierungsmaterial gekauft.

Ein aufgeregtes Geburtstagskind

Abends wollte er nicht ins Bett und steckte seinen kleinen Bruder mit seiner Aufregung an, so dass ich zwei hellwache Jungs im Bett hatte, von denen der eine 1000 Fragen hatte und sich die meisten Antworten auch selbst gab. Um Punkt 6 schmiß das Geburtstagskind dann auch den Rest der Familie aus dem Bett und konnte es nicht erwarten, endlich die Geschenke zu öffnen.

Vor Aufregung vergaß er auch sein Brot zu essen, zur Feier des Tages gab es Nutella unter der Woche (ist sonst nur fürs Wochenende reserviert), aber da waren ja die Legos, das neue Spiel, die Eisenbahn… viel zu tun! Die große Geburtstagsparty mit seinen Freunden ist erst am Wochenende – bis dahin wird die Aufregung mindestens anhalten, vermute, äh befürchte ich…

Und ich erinnere mich genau, wie es bei mir früher war. Wie ich Tage vorher ebenfalls nicht schlafen konnte, wie ich morgens nicht schnell genug aufstehen konnte, wie ich mir Wochen vorher ausmalte, welche Spiele an meinem Geburtstag gespielt werden sollten. Wie mein Großer heute. 30 Jahre sind seit meinem 5. Geburtstag vergangen!

Und fünf Jahre, seit mein Kind auf der Welt ist.

Wo sind die Jahre geblieben?!

An Kindergeburtstagen werde ich sentimental

Geht es Euch auch so, dass Ihr Euch gerade an den Geburtstagen Eurer Kinder noch so genau an die Geburt erinnert? Ich bin gestern zufällig auch am Krankenhaus vorbeigegangen, in dem mein Sohn auf die Welt kam. Und auf einmal hatte ich die ersten Stunden wieder vor Augen – wie ich die ganze Nacht (er kam um 3 Uhr nachts) wach lag, ihn im Arm hielt und ihm von mir, dem Papa und der Welt erzählte und jeder zweite Satz war glaube ich: „Wir haben uns schon so auf dich gefreut“. Er schlief übrigens genauso wenig wie ich in den ersten Stunden, sondern guckte mich an, als ob er jedes Wort verstand!

Baby,Kindergeburtstag

Ist es wirklich schon fünf Jahre her, dass dieser kleine Mann so niedlich auf dem Wickeltisch lag?!

Achja und nun ist aus dem Baby ein Vorschulkind geworden. Der Babyspeck ist weg, er ist hochaufgeschossen und wenn er so vor einem steht und argumentiert, dann merke ich: Er ist groß geworden. Diese Wissbegierigkeit, wie sie Fünfjährige zu Tage legen, überrascht mich immer wieder. Und diese nicht endenwollende Energie, das ansteckende Lachen, die Freude an der Bewegung und an den kleinen Dingen – wie gestern gerade erst ein kleiner Marienkäfer, für den er mitten auf der Straße anhalten wollte. Bevor er auf die Welt kam, hatte ich nur ansatzweise eine Ahnung, in was für eine Parallelwelt, was für ein neues Leben er mich hineinkatapultieren würde!

Auf einmal sitzt da ein Kind mit am Essenstisch, dass mit Messer und Gabel isst. Dass mal so überraschend vernünftig ist – und dann wieder ein tierischer Dickkopf, der mich auch mal wirklich zum Wahnsinn treiben kann!

Und gerade weil er auf einmal so groß wirkt, uns immer wieder mit neuen Dingen überrascht, die er gelernt hat – manchmal vergisst man (auch weil er im Vergleich zu seinem kleine Bruder so vernünftig wirkt), dass er ja eigentlich doch noch klein ist. Er ist schon fünf – ja, aber er ist halt auch ERST fünf! Das muss man sich immer wieder vor Augen führen, wenn man zum Schimpfen ansetzen will, wenn man genervt ist von der Trödelei oder Trotzigkeit!

Mein süßer kleiner großer Mann, ich habe Dich so unglaublich lieb, auch wenn ich noch so doll schimpfe und genervt bin. Es ist so wunderbar, dass Du auf der Welt bist und es bringt so unfassbar viel Spaß, Dich beim Großwerden zu begleiten. Ich bin immer für Dich da und werde solange auf Dich aufpassen, bis Du dann auf mich aufpassen musst.

Er merkt wohl selbst, dass er groß wird. Vorgestern lag er im Bett und fing auf einmal an zu weinen: „Mama, ich will niemanden anders heiraten als dich!“ Ich sagte ihm, dass er ja sowieso erst in vielen Jahren heiraten wird und auch gar nicht muss und überhaupt, was man halt so erklärt beim abendlichen Insbettbringen. „Mama, ich will nicht heiraten und woanders wohnen. Ich will immer bei euch wohnen bleiben.“ Ich war gerührt und irgendwo zwischen dem „Weinen oder Lachen“-Gefühl. So niedlich! Aber wenn ich ihm das dann am 18. Geburtstag erzähle, dann wird es rückblickend auch sehr lustig sein.

Achja, Kindergeburtstage sind immer ein großer Grund um zu feiern – und diese Aufregung von so einem kleinen Mann überträgt sich auf einen selbst und das ist einfach wunderschön! Aber an Geburtstagen merkt man auch, wie die Zeit vergeht und es kommt so ein bisschen Wehmütigkeit auf. Denn man kann die Zeit einfach nicht anhalten.

Aber die Momente festhalten, im Herzen, in der Erinnerung und sich freuen auf die schönen Momente, die noch kommen werden.

Happy Birthday, mein Schatz!

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