17 Uhr-Bullshitbingo: Happy Quengel Hour

Bis 16.55 spielen die Kinder friedlich miteinander – doch dann legt sich irgendein von mir noch nicht gefundener Schalter um und es beginnt… die Quengelstunde. Bis zum Schlafengehen oder zumindest bis zum Sandmännchen verwandeln sich die sonst meist artigen Mäuse in kleine heulende Wölfe mit plötzlichen Hungerattacken, ebenso überdrehten und genervten Brüdern und dem unsäglichen Appetit auf Gummibärchen und Co. zu kämpfen haben. Das Ganze gipfelt zu einem synchronen Sirenenton und lässt sich auch mit ein paar Gurkensticks nicht besänftigen. Kennt Ihr das, diese gefürchtete Spätnachmittagszeit? Wenn die Kinder zu müde fürs Liebsein sind und zu wach, um ins Bett zu gehen? Und sich alles so langsam hochschaukelt?

Bullshitbingo, übermüdete Kinder, Stressige Kinder

Wieso werden Kinder abends immer so quengelig?

Da hat man einen netten Nachmittag hinter sich, hat fünf Mal würdevoll beim Memory verloren, ein Laster-, ein Baustellen- und ein Kehrmaschinenpuzzle gemacht, ist zu 123 im Sauseschritt durchs Zimmer gesaust und hat ganz nebenbei noch den höchsten Turm gebaut und ebensolchen wieder zerstören lassen. Und dann denkt man sich, ach, eine halbe Stunde noch, dann muss ich aber mal mit dem Abenbrot beginnen. Und ehe man diesen Gedanken zu Ende gebracht hat, wird man unterbrochen von einem jähen Geheul. Man kann die Uhr danach stellen:

Wenn die Kirchenglocken fünfmal schlagen, wird sich nicht mehr gut vertragen.

Dann hat immer irgendjemand dem anderen etwas weggenommen, kaputt gemacht, getreten, gekniffen, an den Haaren gezogen oder auch einfach nur die (wie Ihr wisst immer sehr komplizierten, minütlich wechselnden) Spielregeln nicht richtig verstanden. Auf das kollektive Geheul folgt zumeist eine Heißhungerattacke. Auf Nutellabrot, Gummibärchen oder sonstige Leckereien – auch der Wunsch, mal schnell zum Eismann zu gehen, wird mitten im Zornesgeheul ab und an geäußert. Der Einwand, es gebe ja gleich Abendessen wird mit einem „Ich hab‘ aber soo Hunger, ich halt es nicht mehr aus!“ abgetan. Das Angebot eines leckeren Gurkentellers oder eines halben Apfels wird ausgeschlagen.

Bullshitbingo: Jeden Abend um 17 Uhr drehen die Kinder durch - Quengeln und Streit am späten NAchmittag kennen bestimmt alle Eltern!

In der Küche geht es meistens munter weiter. Trotzanfälle kommen jetzt gerne parallel vor. Das Alleinebeschäftigen klappt nicht mehr, der Bruder nervt sowieso und mit dem kann man schon gar nicht spielen, das Malen klappt auch micht mehr alleine, das Hörspiel ist langweilig und beim Essenmachen helfen klappt auch nur manchmal. Ein Arbeitseinsatz als Möhrenschäler kann zumindest bei dem Großen die Stimmung manchmal retten und auch ein Um-die-Wette-Tischdecken. Der Kleine lässt sich manchmal am Wasserhahn ablenken und schüttet Wasser von Glas zu Glas und meistens ziemlich viel daneben. Unser Wasserverbrauch ist rapide gestiegen, seit ich diese Ruhig-Stell-Methode entdeckt habe, aber was tut man nicht alles, um in Ruhe die Nudelsoße anzurühen!

Eine Dänin sagte mir mal, dass man bei ihnen die Stunde zwischen 17 und 18 Uhr auch Wolfsstunde nennt und wenn ich mir meine Jungs so anhöre, ist zumindest akustisch eine gewisse Ähnlichkeit gegeben!

Gegen Quengelei hilft meistens nur Humor

Manchmal kann ich die Situation entschärfen, indem ich das Radio laut aufdrehe und meine aufsteigende Gereiztheit zu einem 80er Jahre Song wegsinge und so albern wie möglich tanze oder Luftgitarre spiele. Humor als letzte Hilfe. Das lockert die Stimmung zumindest temporär. Wenn nicht bei den Kindern, dann wenigstens bei mir. Aber manchmal ist die Stimmung so in Schieflage, dass mir der Nerv und die Kraft fehlen, den Lautstärkeregler zu betätigen, geschweige denn noch eine Tanzeinlage darzubringen.

Es sind ja nicht nur die Kinder müde und kaputt – sondern man selbst als Mama ist es ja auch. Mit dem Resultat: Mama ist gereizt und genervt. Und das trägt nun auch nicht grad zu einer besseren Stimmung bei.

Ach, ich freu mich auf den Sommer. Wenn man bis zum Abendbrot auf dem Spielplatz zubringt und die Kinder beim Kochen noch mal schnell in den Garten schicken kann. Im Sommer ist eh alles besser. Auch die Wolfsstunde. Ich kann jetzt gar nicht sagen, ob sie weg ist oder ob ich sie nur besser ertrage. Der letzte Sommer ist zu langer her als das mein müdes Hirn sich erinnern kann 🙂 Aber im Sommer ist eh alles besser!

Kennt Ihr das auch? Diese kribbeligen letzten Minuten vor dem Abendbrot und dem Schlafengehen? Welche Sätze sind bei Euch typisch?

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6 Kommentare zu “17 Uhr-Bullshitbingo: Happy Quengel Hour

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