Kinder und ihre Lieblingswörter: Pupskanone und Co.

Haben Eure Kinder eigentlich solche Lieblingswörter, die sie ständig wiederholen und laut durch die Gegend posaunen? Solche Lieblingswörter haben doch alle Kinder, die sprechenlernen. Bei meinem Kleinen war es eine Zeitlang „Eis“. Das war auch mangels Vokabular. Und im Sommer. Der Große hat ein weniger charmantes, aber durchaus nicht unoriginelles Wort zu seinem Liebling erklärt: Pupskanone!

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Die Vorliebe für diese Pupskanone hält nun schon tatsächlich einige Monate lang. Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wo er es eigentlich her hat. Auf einmal platzte er damit raus: „Mama, du bist eine Pupskanone!“ An den genauen Umstand kann ich mich nicht erinnern. Vielleicht beim gemütlichen gemeinsamen Puzzeln. Ich weiß nur ganz genau, dass wirklich kein Pups im Spiel war! Ich schwör!

Wenn Kinder sprechenlernen, kommt manchmal Erstaunliches heraus

Tja, da stand dieses Wort also im Raum und er fand Gefallen dran. Und seitdem hört es nicht mehr auf. Es ist so ein Universalwort – passt eigentlich immer zu jeder Gelegenheit! Beim gemütlichen Schlendern durch die Stadt: „Mama, wieso bist du so eine Pupskanone?“ (merke: Man kann dieses Wort auch wunderbar in die neverending Warum-Fragen einbauen! Ist das nicht großartig!?)

Oder wenn man sich die Zeit an der Supermarktkasse vertreiben will. Mal eben so ein lautes „Mama, du kleine Pupskanone!“ heraushauen, das löst die Stimmung und verkürzt die Wartezeit.

Auch im Wartezimmer beim Arzt kann das Wort gerne auch mehrfach mal in den Raum geworfen werden: „Papa ist eine Pupskanone. Mama ist eine Pupskanone. Mein Bruder ist auch eine Pupskanone. Ich aber nicht. Nur manchmal.“

Klar, dass auch Oma und Opa nicht ungeschoren davon kommen und schonmal mit einem lauten „Hallo Oma, du Pupskanone“ begrüßt werden oder lauthals an der Tür zum Abschied ein „Bis bald, Opa Pupskanone“ hinterhergebrüllt wird.

Ihr seht, was ich mit Universalwort meine. Ob Restaurant, Busfahrt oder am Postschalter („Ich hätte gerne drei 70er Marken.“ – „Ja, macht 2.10 Euro.“ – „2,10 Euro, Pupskanone!“ schallt es da als Echo aus der unteren Etage). Pupskanone geht immer. Es wird auch gerne in Lieder verpackt. „Alle meine Pupskanonen schwimmen auf dem See“ hat auch seinen ganz eigenen… Charme. Man kann Pupskanone flüstern und schreien, meistens leider schreien. Man kann es auch schon mal im Wutanfall um sich werfen: „Dann seid Ihr alle Pupskanonen!“ Man kann es auch zärtlich beim Gute Nacht sagen murmeln: „Ich hab Euch lieb, Ihr Pupskanonen.“ Es gibt eigentlich nur wenige Situationen, in denen das Wort nicht passt.

Kinder haben einen unglaublichen Humor. Und lieben Pipi-Pups-Kacka-Witze.

Nur eines habe ich noch nicht herausgefunden: Was bitte ist eigentlich eine Pupskanone? Ich dachte erst an Pupse, die wie Kanonenkugeln, ich erspare Euch die genaue bildliche Beschreibung, Kopfkino reicht an dieser Stelle. Aber das hat damit gar nicht unbedingt was zu tun. Es ist eher so ein Name, fast schon ein Titel. Manchmal wird es sogar fast schon ehrfürchtig gesagt. Manchmal klingt es fast wie eine Liebeserklärung.

Was leider die Passanten auf der Straße (in solchen Momenten kommt ja generell nie ein Bus oder ein lautes Moped vorbeigefahren), die Mitwartenden beim Arzt oder die biestig dreinblickende Dame im Businesskostüm an der Supermarktkasse nicht wissen.

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Ich warte nun Tag für Tag dadrauf, dass diese Passion für das Wort nachlässt, aber es ist keine Besserung in Sicht. Mal gibt es hoffnungsvolle Pausen, in denen es weniger häufig fällt, auf diese Pausen folgt dann aber gerne ein regelrechter Ausbruch: „Pupskanone! Pupskanone! Pupskanone! Alle!“ Am Anfang haben wir noch viel gelacht. Mittlerweile ist es nicht mehr ganz so witzig. Wir haben es mit Ignorieren versucht – darauf folgt meist ein noch lauteres und hartnäckigeres „PUUUUUUPPPPPSKANOOOONE!“ Das Wort zu etwas Verbotenen erklären, macht es leider auch nur interessanter. Es hilft wohl alles nichts: Man muss einfach abwarten.

Kindermund tut Wahrheit kund?

Bei meinem Kleinen hat die „Eis“-Vorliebe auch irgendwann nachgelassen. Also die für das Wort jetzt. Ach war es süß, wie er im Sommer in seinem Buggy saß und „Mama, Papa, Papa, Mama, Eis!“ rief. Die drei liebsten Dinge in seinem Leben. Abgelöst wurde es von dem Ruf „Eier, Eier, Eier„, der bei mir das Bild eines im Sprung befindlichen Olli Kahn heraufbeschwörte und nicht wirklich, sagen wir, positiv belegt war.

Nun hat er zurzeit grad kein wirklich Lieblingswort. Abgesehen von den Kipplastern, Raupenketten und Baggerschaufeln, von denen ich mal schrieb. Seit einigen Tagen hat seine Sprachentwicklung aber eine bedenkliche Richtung eingeschlagen. Er beherrscht es jetzt auch. Das böse P- Wort. Vor dem Einschlafen kam es. Mit einem lauten Kichern: „Mama ist Puppanone.“

Was haben Eure Kinder für Lieblingswörter? Sind es auch so lustige Universalwörter?!

 

12 Kommentare zu “Kinder und ihre Lieblingswörter: Pupskanone und Co.

  1. Aus einem Keinohrhase-Buch, das eine der Erzieherin im Kindergarten vorgelesen hat, hat sie „Es ist mir pupsegal!“ mit nach Hause gebracht. Das lässt sich super als Antwort auf Mamas „Anordnungen“ rausposaunen, bevor sie dann doch nach einiger Zeit doch tut, was sie soll. Noch finde ich es irgendwie lustig und süß, aber in ein paar Wochen – wer weiß 😉

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  2. Hier ist das Lieblingswort „Hasenloch“, was auch immer das ist. Der bald 3-Jährige sagt es als Schimpfwort, aber auch durchaus zärtlich zur kleinen Schwester: „Was machst du denn, Ida Hasenloch!?“
    Zuvor hörten wir „Kaki Mifune!“ den lieben langen Tag, da gefällt mir das Hasenloch schon viel besser 😉

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  3. Unser Großer hatte auch dieses Lieblingswort 😂 das kommt aus dem Film mit den Minions. Ich glaube der zweite Teil. Das Wissen um die Herkunft, macht manche Situationen in der Öffentlichkeit auch nicht angenehmer, aber ich kann dir versichern: Es geht vorbei !😉

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