Weihnachtsbasteln – Bullshitbingo: Schere, Kleber, Stift…

Wer mich kennt, weiß, dass ich mich gerne mal vorm Basteln drücke. Mein Talent in dieser Hinsicht ist nicht so ganz… sagen wir mal optimal ausgeprägt. Die Scheren wollen einfach nicht gerade schneiden und der Kleber hält einfach nie. Und die Bastelanleitungen strotzen auch voller Fehler. Liegt nur daran, dass meine Sterne nie so aussehen, wie sie sollen ;-) Doch in der Adventszeit kommt man einfach nicht drumherum um das Weihnachstbasteln. Deshalb heute mein WeihnachtsbastelnBullshitbingo. Seid Ihr dabei?

Weihnachtsbasteln, Basteln mit Kindern, Basteln für Anfänger

Papier, Schere, Klebe, Bastelbuch – alles da oder fehlt was?

Weihnachtsbasteln mit Kindern leicht gemacht

Ich gebe es zu: Ich bin froh, dass meine Kinder noch so klein sind, dass ich ungehemmt die Bastelanleitungen für Anfänger und Kleinkinder heraussuchen kann. Wenn ich in Bastelbüchern blätter, sehe ich viele schöne Dinge, die man so machen kann mit ein bisschen Tonpapier, Klebe und Schere. Man kann sie machen. Man kann es auch bleiben lassen. Jedenfalls, wenn man so wie ich, nicht unbedingt basteltechnisch begabt ist.

Ich hatte schon als Kind Probleme mit den geraden Linien und irgendwie klebte die Klebe immer nur an meinen Fingern, aber nie dort, wo sie sein sollte. Ich schob alles immer gerne auf meine Linkshändigkeit – die Scheren, die Anleitungen, alles für Rechtshänder, gute Ausrede, oder? Als die Schulzeit vorbei war, konnte ich dieses nicht vorhandene Basteltalent erfolgreich verdrängen. Man kann auch ganz gut ohne Basteln leben. Sogar ohne Weihnachtsbasteln. Bis ich Kinder bekam… und die ins Bastelalter kamen… Ich will ihnen diese Bastelerfahrungen ja nicht nehmen und ich gebe es zu, mein Großer ist auf dem besten Wege schon jetzt besser zu malen als ich. Sie haben richtig Spaß daran, zu schnibbeln wie die Weltmeister und dann alles irgendwie zusammenzukleben. Den Spaß will ich ihnen nicht nehmen. Und gerade bei dem Schietwetter ist das Basteln mit Kindern ja auch eine schöne Nachmittagsbeschäftigung. Und Weihnachtsbasteln ist ja nun ein Klassiker!

Wie das bei uns so abläuft… habe ich mal mitstenographiert:

Weihnachtsbasteln, Bullshitbingo, Basteln mit Kindern

Na, kommt Euch das bekannt vor? Oder gibt es bei Euch andere Standardsituationen?

Kinderleichte Bastelanleitungen für die Adventszeit

Da steht dann in großen Lettern „Kinderleicht“ über der Anleitung für den Weihnachtsstern. Oder auf der Seite ist so ein Störer mit „Gelingt in zehn Minuten“. Na, da kann ja gar nichts mehr schiefgehen! Ran ans Basteln! Denkste. Da wird also abgepaust, geschnitten, geklebt – und meistens landet einer der Sternzacken im Mülleimer. Bei mir. Bei meinen Söhnen wundersamerweise nicht. Klar, heißt ja auch „kinderleicht“ und nicht „mamaleicht“. Sie basteln, was das Zeug hält. Mit einer beneidenswerten Geduld. Dafür muss man den Kleinen manchmal abhalten, nicht auch noch das Bastelbuch zu zerschnibbeln. Oder mal testweise am Klebestift zu lecken.

Habe ich den Jungs also mehr oder weniger erfolgreich gezeigt, wie’s geht, kann ich mich zurücklehnen und sie machen lassen. In der Theorie. In der Praxis nimmt immer irgendjemand jemanden genau das rote Papier weg, was doch gerade ganz wichtig für den nächsten Schritt eingeplant war oder zerknickt frecherweise eine der acht Sternzacken. Gekrönt wird das dann vom umgekippten Kakao der dem Goldpapier erst so die richtige Braun-Tönung verleiht.

Am Ende ist dann am für mich einwandfreien Stern irgendetwas nicht so ganz, wie sich das der Große vorgestellt hat und er muss nochmal unbedingt von vorne beginnen, während der Kleine gedanklich mit dem Thema abgeschlossen hat und gelangweilt Papierschnipsel unter den Tisch wirft. Achja, Basteln mit Kindern ist ja so lustig!

Einfache Sterne selberbasteln – das bekomme ich gerade noch so hin

Meine fast schon rhetorische Abschlussfrage „Und wer räumt das jetzt auf?“ wird zunächst gepflegt überhört und mit einem „Mama, wann gibt es endlich Abendbrot?“ im Wechsel mit „Können wir jetzt puzzeln?“ übertönt. Aber ich bin gut darin, sie einfach solange im immer selben Tonfall zu wiederholen, bis die Jungs genervt aufgeben und mithelfen Papier aufzusammeln und Kleberreste vom Teppich zu entfernen. Wer Basteln kann, muss auch Aufräumen! (dh im Umkehrschluss – ich muss gar nicht aufräumen, denn ich jkann ja nicht basteln!)

Am Ende des Nachmittags hängen wir überall selbstgebastelte Papiersterne auf, die abends nochmal stolz dem Papa gezeigt werden. Abgerissene  Zacken habe ich mit Tesafilm geflickt und liebevoll Knicke herausgebügelt.

Weihnachtssterne basteln, Basteln mit Kindern

Für diese Papiersterne reicht mein Basteltalent. Ich finde sie aber trotz ihrer Schlichtheit sehr schön!

Ich bin nur froh, dass es in unserem Kindergarten kein gemeinsames Weihnachtsbasteln gibt. Es würde dort wahrscheinlich schon auffallen, wenn man drei Jahre in Folge genau dann krank ist, oder?

Das nächste Mal will ich mich an diese Haussilhouetten heranwagen, wo man die Fenster ausschneidet und mit Papier hinterklebt. Soweit die Theorie. Aber es könnte klappen. Zumindest wenn mein Sohn das mit den geraden Linien übernimmt. Vielleicht ist es ja irgendwann soweit, dass die beiden alleine basteln, das Haus weihnachtlich dekorieren und ich mich entspannt mit einer Tasse Kaffee zurückziehen kann, ab und zu von meiner Zeitschrift hervorschaue, anerkennend „Klasse“ rufe und dezent wieder den Blick auf die Hochglanzseiten mit den ach so einfachen DIY-Tutorials lenke.

Und was bastelt Ihr so mit Euren Kindern? Habt Ihr Tipps für mich, was sich schnell, einfach und auch als Anfänger basteln lässt? Lasst uns hier eine kleine Sammlung mit Basteltipps starten! Weihnachtsbasteln soll ja auch Spaß machen!

11 Kommentare zu “Weihnachtsbasteln – Bullshitbingo: Schere, Kleber, Stift…

    • Mein Kleiner ist da gut drin, alles zusammenzukleben, was nicht zusammengehört… Er ist noch in der Experimentierphase, probiert auch gern mal, ob so ein Stern auch auf dem Handydisplay klebt.

  1. Hahaha, cooles Bullshit-Bingo! Ich sehe das Ganze lebhaft vor mir :-) Ich bastel ja ganz gerne, der kleine Kaaskop auch, aber irgendwie kommt nie so ganz das raus, was mir vorschwebte. Das liegt aber auch zum Teil daran, dass ich öfter mal freestyle bastle, weil ich denke, ich krieg das ohne genaue Anleitung oder Vorlage hin… Heute noch: ich wollte so eine Tannenbaumgirlande machen, und dachte, das ist so einfach, das mach ich mal eben. Aber dann wurde der Baum asymmetrisch und das Tonpapier, das ich speziell gekauft hatte, weil ich dachte, ich bräuchte ja ein richtig langes Stück, war so dick, dass es sich so gefaltet gar nicht richtig schneiden ließ. Jetzt hab ich eine Tannebaumgirlande mit schiefen, nicht überall aneinander hängenden Bäumen mit ausgefransten Rändern. Und als Krönung fragte der kleine Kaaskop auch noch: „Was ist das, Mama??“ Seufz.
    Zum Glück wird in der Kita ja immer fleißig gebastelt und die Erzieherinnen können das wirklich viiiiiiel besser!
    Liebe Grüße,
    Kristine

    • Oh das mit dem Extra Zubehör kaufen, kenne ich. Ich habe hier haufenweise Spezialpapier liegen – als ich das kaufte, hatte ich vor Augen, was man da Tolles draus zaubern kann. Bisher hat es nur mein Sohn benutzt und daraus Schnipsel gemacht oder lustige Bücher geklebt. Ich bin auch froh, dass im Kindergarten sehr viel Wert aufs Basteln gelegt wird und so jemand meinen Söhnen diese Kunst ein bisschen näher bringt…

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