10 Dinge, die zu einer gepflegten Gute-Nacht-Geschichte gehören

Tipps für eine gute Gute-Nacht-Geschichte: Das wollen meine Kinder beim Geschichtenerzählen in ihrem Märchen haben.

Unser Einschlafritual für den Großen ist ein bisschen umständlich (aber schön. Meistens.): Erst ein oder zwei Kapitel in einem Buch lesen, dann eine Geschichte erzählen, noch mal auf Klo gehen, kuscheln, schlafen. Naja. Das mit dem Schlafen kann sich manchmal hinziehen. Manchmal folgt ein erneuter Klogang. Oder ein Griff zur Wasserflasche. Aber was nie fehlen darf, ist die selbstausgedachte Gute-Nacht-Geschichte! Und zwar nicht irgendeine. Mein Großer gibt mir da strenge Auflagen. Es gibt da 10 Dinge, die eigentlich nie fehlen dürfen beim Geschichtenerzählen. NIE!

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Ein Glück dürfen zumindest die vorgelesenen Bücher variieren und von anderen Dingen handeln…

Tipps für spannnende Einschlafgeschichten

1 Eine Schatzsuche

Keine Gute-Nacht-Geschichte ohne Schatzsuche! Das kommt gar nicht in die Tüte! Mein Sohn ist im Schatzsuchfieber und die Helden seiner Geschichte müssen immer auf eine Schatzsuche gehen. Sollte im Titel der Einschlafgeschichte, die ich mir ausdenke, das Wort Schatz fehlen, dann gibt es sofort Einspruch: „Nein, Mama. Die sollen nicht im Wald spielen (oder Fahrrad fahren oder einen Ausflug machen oder einen Tunnel graben). Die sollen doch einen Schatz suchen!“ Mein Mann und ich haben es schon mehrmals probiert. Keine Chance. Ohne Schatzsuche keine Geschichte. So einfach ist das.

2 Eine Schatzinsel

Wo sucht man am besten nach einem Schatz? Im Wald oder auf einem Feld, in einem Garten oder auf dem Schulhof? Das ist eigentlich egal. Hauptsache, Wald, Feld oder Garten sind auf einer Insel. Einer Schatzinsel. So wie bei Piraten. Die vergraben doch auch immer ihre Schätze auf Inseln.

3 Eine Schatzkarte

Klar, zu einer richtigen Schatzsuche gehört eine Schatzkarte! Immer, wenn ich mal kreativ sein möchte und ein mysteriöses Telefonat oder eine geheimnisvolle Person, die den Weg verrät, einbauen möchte, kräht der kleine Mann neben mir: „Die müssen aber erst die Schatzkarte suchen!“ Glücklicherweise akzeptiert er meistens auch die Kurzversion, wo die Schatzkarte per Post kommt oder zufällig auf der Fußmatte liegt. Nicht immer habe ich Puste und Lust mir zwei Suchen in einer Gutenachtgeschichte auszudenken – eine Schatzkartensuche und eine Schatzsuche.

4 Das Kreuz, wo man graben muss

Alte Schatzsucherregel: Dort, wo das Kreuz ist, ist der Schatz vergraben! Also Spaten mitnehmen. Und Augen auf – wo ist das Kreuz versteckt?! Der Schatz muss übrigens auch immer vergraben sein. Ich hatte schon Versionen, wo der Schatz in einer Astgabel versteckt war oder in einem Eisblock eingefroren. Das wurde nicht akzeptiert. Ohne Graben, kein Schatz. Der Protagonist der Gutenachtgeschichte soll bitte schön ins Schwitzen kommen! So einen Schatz muss man sich verdienen! Allenfalls eine Höhle mit einem langen Geheimgang wird ab und an für okay befunden.

5 Dinos

Da mein Großer nicht nur Piraten und Schätze spannend findet, sondern momentan auch sein Wissen über Dinos ausbaut, sollen die Dinos auf der Schatzinsel leben. Aber nur die Alamosaurier. Diese großen mit dem langen Hals und dem kleinen Kopf. Am Anfang lebten hier auch noch eine Exemplare des Tyrannosaurus Rex. Das war meinem Sohn dann aber doch zu spannend und gruselig. Auf seinen Wunsch hin musste diese Tyrannosaurier die Insel verlassen. Sie sind zu Verwandten auf eine ander Insel gezogen, wo nur Tyrannosaurier leben. Sozusagen das Exil für schreckliche Echsen.

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Bei uns gehen die Dinos auf Schatzsuche.

6 Pinguine

Aus unerfindlichem Grund soll der Hauptschatzsucher in der Einschlafgeschichte neuerdings immer ein kleiner Pinguin sein. Der schwimmt den weiten Weg vom Südpol, um seine Freunde, die Alamosaurier zu besuchen. Und was machen sie? Eine Schatzsuche. Einen Teil des Schatzes soll der Pinguin übrigens immer seiner Mama mitbringen. Achja, manchmal sollen die Saurier und der Pinguin auch die Olchi-Insel besuchen. Ihr wisst schon, dass ist die, die schon von Weitem nach Müll stinkt und wo diese grünen Wesen auf einer Müllhalde hausen. War ein besonderer Wunsch meines Sohnes, die Olchis auch mal mitspielen zu lassen.

7 Piraten

Keine Schatzsuche ohne Piraten! Es reicht aber schon, wenn nur am Horizont ein Piratenboot vorbeifährt. Das verkürzt die Handlungsstränge. Die sind auch nicht richtig böse. Nur auf der Suche nach der Gallionsfigur, die von ihrem Boot abgefallen ist. Sie wurde übrigens vom Pinguin gefunden und fristet ihr Dasein am Südpol. (genau, er hat es seiner Mutter geschenkt)

8 Der Schatz! Der Schatz!

Klar. Keine Schatzsuche ohne Schatz! Immer in einer Kiste. Die geheimnisvoll langsam aufgeht. Ergebnislose Schatzsuchen kommen gar nicht gut an. Und wehe, die Kiste ist leer! Allenfalls wird akzeptiert, dass in der Schatzkiste eine erneute Schatzkarte ist, mit der man nocheinmal auf Schatzsuche gehen muss. Die zweite Schatzkarte und der zweite versteckte Schatz sind übrigens mittlerweile fast Pflicht in einer Gute-Nacht-Geschichte, denn meist sind meinem Sohn die von mir ausgedachten Geschichten viel zu kurz und müssen durch eine zweite Schatzsuche nochmal verlängert werden…

9 Edelsteine

Was den Inhalt des Schatzes betrifft, ist mein Sohn sehr materialistisch. Edelsteine. Die sollen bitteschön glänzen und ganz bunt sein. Am besten den Schatzsucher richtig blenden, wenn er die Kiste öffnet.

10 Gold

Kein Schatz ohne Gold. In verschiedenster Form. Mal als Schmuck, mal als Dukaten, gerne aber auch in Form eines großen Gummibärchens. Das kam bei ihm besonders gut an. Es ist auch in Ordnung, wenn ab und zu einfach nur Gummibärchen, also echte zum Essen, gefunden werden.

Eine Gutenachtgeschichte gehört zum Einschlafritual

Ihr seht, der Spielraum für meine Geschichten-Erzählkünste ist eng! Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass die Gute-Nacht-Geschichten sich Abend für Abend doch ein wenig ähneln. Jedesmal, wenn ich versuche, beim Einschlafritual diese Regeln aufzubrechen, wird protestiert. Der Versuch, ihn dann doch mal die Geschichte erzählen zu lassen, schlug fehl.

Es geht jetzt schon eine erstaunlich lange Weile so. Ich bin gespannt, ob und wann neue Elemente in diese Einschlaf-Geschichte einfließen dürfen. Und manchmal ganz schön froh, dass der Kleine noch nicht solche Ansprüche stellt und damit zufrieden ist, sein Feuerwehrbuch anzugucken oder das mit den großen Kipplastern. Schwierig wird es, wenn dann beide vollkommen unterschiedliche Geschichten wollen…

Ich bin nur froh, dass zumindest die Bücher, die ich vor dem Erzählen vorlese, von ganz anderen Themen handeln dürfen. Das wäre dann doch etwas zu einseitig… (für meinen Geschmack, versteht sich).

Erzählt Ihr im Bett auch Geschichten vor dem Einschlafen? Welche Themen sind bei Euch besonders gefragt? Und was darf abends auf keinen Fall fehlen? Ich bin gespannt und freue mich auf Anregungen. Für neue Gute-Nacht-Geschichten. Wenn ich mir dann irgendwann mal etwas wirklich Neues einfallen lassen darf 🙂

4 Kommentare zu “10 Dinge, die zu einer gepflegten Gute-Nacht-Geschichte gehören

    • Nun, reell sind meine Geschichten begrenzt. Es ist jetzt jedenfalls nicht so, dass wir hier täglich Schatzkisten mit Edelsteinen finden 😉 Ich baue aber manchmal auch so kleine Schlenker ein, die ein Erlebnis vom Tag aufgreifen oder etwas, was am nächsten Tag geplant ist, um ihn quasi spielerisch drauf vorzubereiten.

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