10 banale Gründe für einen Trotzanfall

Trotzanfälle können Nerven kosten. Sie können einen wahnsinnig machen. Was meine Kinder zu einem Wutausbruch bringt? Ich versuche mal zu überlegen… 10 Gründe für einen gepflegten Wutanfall… Was, ich darf mich nur auf 10 beschränken?! Ich versuch’s. Sonst wird es unübersichtlich, die Liste könnte ewig lang werden. Denn Wutausbrüche meiner Kinder gibt es bei uns täglich. Der Große hat die Trotzphase grad wieder reaktiviert und beim Kleinen hat sie grad begonnen. Und so kommt es schon mal vor, dass ich mit zwei schreienden und tobenden Kindern an der Supermarktkasse stehe und mein gewohnt souveränes Mamalächeln aufsetze, bezahle, gleichzeitig den Kleinen am Verlassen des Supermarktes hindere und den Großen daran, doch noch Gummibärchen aufs Band zuschmuggeln.

Kind Brei Beikoststart

Ich will aber mit den Händen essen!!! Trotzanfall droht.

Autonomiephase oder Trotzphase: Ganz egal – es bleibt eine Nervenprobe für Eltern

Manche sagen ja bevorzugt Autonomiephase, aber ich finde, Autonomie hin oder her, mir ist ja völlig klar, was da gerade so entwicklungspsychologisch bei den Kleinen abgeht – Trotzphase trifft es halt irgendwie doch am besten. Es geht hier um Wutanfälle. Und zwar so richtige Wutanfälle. Meine Jungs können beide sehr wütend werden. Also richtig sehr wütend. Der Große reagiert eher mit einem lauten Heulen, das hat er perfektioniert, garniert mit dieser unglaublichen Quengelstimme, die mich in den Wahnsinn treibt (hab ich ja mal drüber geschrieben, Ihr wisst schon). Der Kleine hingegen ist ein echter Hitzkopf, er ist so Typ Auf-den-Boden-Werf, manchmal schreit er auch einfach eine Wand an. Was mich ehrlich gesagt erleichtert: Er hat seine Art gefunden, die Wut zu kanalisieren. Wand anschreien ist besser als rumhauen, oder? Ich hoffe, er behält diese Lösungsstrategie noch eine Weile bei. Aber wenn er zum Wutzwerg mutiert und mitten in einem Trotzanfall steckt, dann ist es wirklich sehr sehr schwer, cool zu bleiben als Mama.

10 Gründe für einen Trotzanfall - mit Humor geht es leichter... #mamablog

Typische Auslöser für einen Trotzanfall

  1. Wehe, Mama drückt die Ampel. Oder die Klingel. Oder den Fahrstuhlknopf.

Darüber hatte ich ja mal geschrieben – das Drücken jeglicher Knöpfe übt auf meinen Großen eine unheimliche Faszination aus. Und wehe, es kommt ihm jemand zuvor. Ich habe aus Versehen auf die Ampel gedrückt? „Aber ich wollte doch eigentlich!!!“ Schrei. Heul. Heul lauter. Schrei. Um dem Wutanfall zu entgehen, kommt es schonmal vor, dass ich einfach die Grünphase abwarte, nicht rübergehe, ihn nochmal drücken lasse. Besser eine Runde rumstehen als einen Wüterich an der Hand haben, der die nächste halbe Stunde nicht ansprechbar ist. Ähnliches gilt für Fahrstuhlknöpfe, Klingeln und was sich sonst noch so drücken lässt. Nun fängt übrigens der Kleine auch mit dieser Manie an. Klasse, wenn sich 2 Kinder darum streiten, wer denn nun an der Reihe ist.

2. Wehe, Mama stört beim Anzieh-Überraschen

Entweder der Große trödelt. Oder er will nur von mir angezogen werden, als ob er es mit seinen vier Jahren plötzlich verlernt hat. Oder aber er will mich überraschen. Dann muss ich schlagartig das Zimmer verlassen, ihm seine Klamotten hinwerfen und er kommt dann irgendwann tatatata-Überraschung-.tusch in die Diele, voll angezogen, damit wir das Haus verlassen können. Soweit die Theorie. Es dauert natürlich seine Zeit. Und wehe, ich komme nur in die Nähe des Zimmers. „Du hast geguckt!“ – „Nein, hab ich nicht. Ich habe die Augen zu!“ – „Doch, ich will dich doch überraschen.“ Und los geht die Sirene. Meistens kommen diese Trotzanfälle morgens, wenn wir auf dem Weg zum Kindergarten sind. Er hat ein Gespür fürs Timing. Aber echt.

Kinderkleidung Anziehen Trödeln

Anziehzeit für alle Leut! Funktioniert nur in der Theorie.

3. Wehe, Mama schenkt das Wasser ein. Oder wahlweise nicht ein.

Es gibt Tage, da will der Große alles alleine machen. Sich Wasser einschenken. In der Theorie klappt das. Leider geht auch oft was daneben. Oder es wird soviel eingeschenkt, dass der Becher überläuft. Es ist ihm hochanzurechnen, dass er es dennoch immer wieder selbst machen will. Soll er ja auch. Nur wenn es schnell gehen muss, dann mache ich es doch einfach mal. Und dann geht das Geschrei los. Trotzanfall. So mit Becher vom Tisch werfen: „Nein, ich will das nicht! Ich will das selbst machen!“ Allerdings ist darauf leider kein Verlass. Denn an manchen Tagen soll ich wiederum alles machen. Leider hat da noch niemand ein Vorwarnsystem erfunden. Könnte man sicher gut Geld mitverdienen. Hey, Unternehmensgründer noch auf der Suche nach ner guten Idee?!

4. Wehe, Mama malt das Drehleiterfahrzeug falsch. Oder den Kipplaster. Oder das Haus aus lauter kleinen Punkten.

Ich muss hier an der Stelle zugeben: Ich kann nicht malen. Also so gar nicht. Mein Großer hat mich überholt. Ja. Er malt besser als ich. Aber trotzdem soll ich immer mitmalen. Gestern war es ein Drehleiterfahrzeug. Was ich nicht zu seiner Zufriedenheit zeichnete: „Mama, das ist doch kein Drehleiterfahrzeug.“ Als ich sagte, ich könne es nicht besser, schaltete er seine Sirene ein. Da kann jedes Drehleiterfahrzeug einpacken, sage ich Euch. Trotzanfall hoch drei.

5. Wehe, Mama hat Tomaten in der Tomatensoße. Oder mikroskopisch kleine Zwiebelstückchen.

Darüber hatte ich ja gerade erst geschrieben: Das leidige Essensthema. Meine Söhne haben Mikroskopaugen. Sie erkennen jede noch so kleine Zwiebel. Jedes winzige Petersilienfetzchen, das in der Soße schwimmt. Es wird zielsicher aussortiert. Jedoch leider nicht einfach nur wortlos. Nein. Kein anständiges Essen ohne einen gepflegten Wutausbruch. Wohlgemerkt von Zweien.

6. Wehe, Mama versteht die aktuellen Rollenspiel-Regeln nicht

Auch hier muss ich etwas gestehen: Ich bin kein Rollenspiel-Fan. Ich habe wirklich keine große Lust dazu, zum 20. Mal Kindergarten zu spielen. Egal wie pädagogisch wichtig das sein mag. Es ist nicht mein Ding. Ich finde, Kinder sollten das mit anderen Kindern spielen. Mit Mamas macht man andere Sachen. Duplohäuser bauen. Oder Puzzeln. Aber bei Rollenspielen verweigere ich mich. Was meine Söhne nicht groß stört. Aber wehe, ich kapiere diese doch meist etwas komplizierten Spielregeln nicht und sage das falsche Stichwort. Oder reagiere nicht auf das Stichwort für meinen Einsatz: Das Theater ist groß! Im wahrsten Sinne des Wortes!

Duplos Mamablog Kind alleine spielen

Duplos find ich gut. Rollenspiele nicht.

7.Wehe, Mama macht den Buggy-Gurt zu

Mein Kleiner mag seinen Buggy nicht. Er will nur leider auch nicht wirklich rumlaufen. Das macht er eine Weile, dann will er wegrennen und lässt sich nicht an die Hand nehmen. Oder ist setzt sich einfach hin. Denn er will auf den Arm. Jetzt! Sofort! Wenn ich ihn dann nach langem Geraufe im Buggy anschnalle, denn es gibt Situationen, da geht es nunmal nicht anders, dann brüllt er. Laut. Sehr laut. Also wirklich laut jetzt. Ein Trotzanfall de luxe.

8. Wehe, Mama kommt mit der Zahnbürste

Das ist so ein Thema, da ist der Kleine wirklich gut drin: Die Wut über die Zahnbürste. Der Große lässt sich vorbildlich die Zähne putzen. Dem Kleinen hingegen ist das gute Vorbild seines Bruders herzlich egal. Er schreit wie am Spieß, er wälzt sich weg, er schüttelt den Kopf, kurz es geht nur mit der Arme über den Kopf und fixier-Methode. Abend für Abend, 19.30 Uhr.  Das muss doch mal langweilig werden!

9. Wehe, der Bruder nimmt etwas weg oder macht etwas kaputt

Wer zwei Kinder hat, weiß, wovon ich rede. Ich weiß nicht, ob es jemals aufhört. Diese ewige Streiterei. Und sie stehen sich da beide in nichts nach. „Mama, er hat mir den Stift weggenommen.“ – „Den hatte ich aber zuerst.“ – „Das ist meine Ritterburg.“ – „Mama, er hat mein Auto kaputt gemacht.“ Das ist dann immer so eine der Situationen, wo sie Simultan-Wutausbrüche haben. Die mag ich besonders gern.

GEschwisterstreit, Geschwisterliebe, Brüder, Carrerabahn

Nur wenn sie ins Bett sollen, spielen sie auf einmal friedlich miteinander.

10. Wehe, Mama kommt mit einer frischen Windel

Das betrifft nur den Kleinen. Der Große hat beim Klo-Thema eher ein Problem damit ,wenn ich nicht mit aufs Klo gehe. Dann stellt er die Sirene an. Mama muss unbedingt mit. Und bloß nicht rausgehen aus dem Bad. Wahlweise aber auch: Mama muss raus, er will ganz alleine. Auch hier: das Vorwarnsystem, es fehlt, dringendst. Mein Kleiner hingegen findet Windeln ziemlich beknackt und Wickeln noch viel mehr. Wenn es nach ihm ginge, wäre er Wildpinkler. Da wo er grad steht, lässt er es am liebsten laufen. Töpfchen oder Klositz findet er auch doof. Nun ja, also trägt eine Windel, denn Wildpinkeln ist leider nicht so gesellschaftskompatibel. Das Windelnwechseln geht sowieso grundsätzlich nur im Stehen und auch da kann man sich sicher sein: Sein Gebrüll hört man noch im Nachbarhaus. Mindestens.

(Achja, wir hätten da natürlich auch noch die Klassiker für einen Trotzanfall an der Supermarktkasse mit Eis oder Gummibärchen anzubieten… ein bisschen Herausforderung muss so ein gemütlicher Einkauf im Supermarkt ja auch haben.)

Die Trotzphase ist  nur eine Phase…aber eine lange

Ich weiß nicht, ob und wann diese Wutausbrüche und diese leidige Trotzphase vergehen. Man sagte mir mal, dass Kinder, die besonders ausgeprägte Ausbrüche haben , sehr intelligent sind. Allerdings auch, dass sie in der Pubertät ungefähr genauso reagieren. Aber gestern habe ich gehört, dass die, die als Kleinkind gerne austicken, in der Pubertät eher ruhiger und unkomplizierter sind. Hm. Man zieht sich ja aus den diversen Studien immer das raus, was einem grad in den Kram passt. Ich geb‘ die Hoffnung nicht auf!

Und was löst bei Euch Wutanfälle aus? Ich bin gespannt auf Eure Trotzmäuse! Seid Ihr mitten in der Trotzphase? Oder habt Ihr Tipps, wie man die Trotzanfälle von Kindern nervenschonend übersteht?

14 Kommentare zu “10 banale Gründe für einen Trotzanfall

  1. Also unser erster war nichts gegen die Anfälle unseres zweiten! Ganz klassisch mit auf den Boden werfen und liegen bleiben. Besonders wenn ich ein Auto anders hinstelle als er will oder ihm zu wenig Milch einschenke oder zu viel. Ganz banale Dinge eben… puuuh

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