10 Dinge, mit denen meine Kinder mich in den Wahnsinn treiben

Bevor ich Mutter wurde, hielt ich mich immer für eine recht coole, gelassene Person. Immer gut gelaunt, nicht aus der Ruhe zu bringen und eigentlich nicht zu Hysterie neigend. Klar werde ich genauso auch als Mutter sein. Dachte ich. Dass es natürlich alles ganz anders kam, muss ich nicht erwähnen, oder? Cool und lässig ist die Theorie, die Praxis ist wie immer etwas … äh, anders. Ich hätte nie gedacht, dass mich jemand so in den Wahnsinn treiben kann. Dieser jemand sind meine Söhne. Und sie wissen ganz genau, welche Knöpfe sie drücken müssen…

Chaos im Knderzimmer

Chaos im Kinderzimmer? Jetzt bitte cool und lässig reagieren, Mama!

Meine Top 10 in Sachen „Meine Kinder machen mich verrückt!“

  1. Auf öffentlichen Toiletten alles anfassen – und zwar wirklich alles!

Kennt Ihr das? Kaum sind Kinder trocken lernt man ja die abenteuerlichsten öffentlichen Toiletten kennen. Ich kenne sie alle in unserer Stadt, glaubt mir. Bekanntermaßen lernen Kinder ja besonders durch haptische Erfahrungen. Und die wollen sie überall machen. Da ist es egal, ob das auf einem hoch frequentierten, wenig geputzten Klo im Kaufhaus ist. Alles wollen sie antatschen. Neuerdings auch der Kleine. Am Klopapier ziehen finden sie lustig. Die Tür anfassen, den Mülleimer, ach und natürlich den Klodeckel, die Klobrille und am liebsten würden sie das WC noch mit der Klobürste putzen. Wenn man sie denn ließe. Es macht mich wahnsinnig! Man kommt nicht mehr raus aus dem „Nein, nichts anfassen! NICHTS AN-FASS-EN! Schon gar nicht die Klobürste! Nein auch nicht den Mülleimer. Die Klospülung drücke ich! ICH!“ Schweißgebadet kommen wir dann aus der Klokabine raus. Und dann geht es munter weiter – am Waschbecken, wo sie je nach Stimmung entweder literweise Seife wollen oder gar keine…

2. Die berühmte Quengelstimme – wenn man was will oder nicht will oder sich einfach nur furchtbar langweilt

Mein Großer hat sie perfektioniert. Diese Jammer -und Quengelstimme. „Ma-a-a-ma-a-a“. Laut und hoch, mit einem kleinen Fragezeichen und Ausrufezeichen am Ende. Er hat lange und hart dran gearbeitet, bis die Intonation genauso so abgestimmt ist, dass ich SOFORT von null auf 100 bin. Und weil die Arbeit daran so hart war, setzt er seine neu erworbenen Kenntnisse gerne mehrmals täglich ein. Man könnte ja aus der Übung kommen. Der Kleine ist noch in der Übungsphase, aber so wie ich ihn kenne, hat er den Dreh bald raus.

3. „Milch, Milch“-Rufe im Restaurant und an anderen unpassenden Orten – bis hin zum Heulanfall, um an die Brust zu kommen

Mein Kleiner ist 21 Monate alt. Er braucht meine Milch rein theoretisch nicht mehr zum Überleben. Es ist auch nicht so, dass er ansonsten zu wenig Kalorien bekäme. Eigentlich waren wir auch soweit, dass er nur noch nachts ran darf. Eigentlich. Aber weil es so schön ist, überkommt es ihn mehrmals täglich. Gerne an völlig unpassenden Orten. Wenn wir im Restaurant sitzen und das Essen gerade kommt. In der Eisdiele, gemütlich im Straßencafé, wo die halbe Stadt vorbeipromeniert. Wenn ich am Steuer meines Autos sitze. An der Supermarktkasse. Auf einmal muss es Milch sein. Und zwar aus Mamas Brust Er ist sehr hartnäckig. Greift mir in den Ausschnitt. Zieht den Pulli hoch. Bedient sich selbst. Und darf er nicht, ist das Geschrei groß. Sehr groß. So mit auf den Boden werfen und so.

4. Beim Anziehen den „Mehlsack“ machen und jegliche Kooperation verweigern

Einfach nur das Anziehen verweigern und so tun, als ob man auf einmal das Hosehochziehen verlernt hat, ist was für Anfänger. Nein. Willst Du Mama toben sehen, musst Du wohl aufs Ganze gehen. Sprich: Schlaff und schwer werden wie ein Mehlsack, wenn Mama die Hose hochziehen will. In den Beinen einknicken und hängen lassen. Null Kooperation. Und als zusätzliches Bonbon dasselbe noch einmal, wenn die Jacke angezogen wird. Wenn Mama sich aber mit dem Kinn so über den Kopf beugt, dann schnelle plötzlich empor und springe boing mit dem Kopf gegen Mamas Kinn. Erfolg garantiert!

Womit mich meine Kinder in den Wahnsinn treiben: Es gibt Dinge, die eine Mama einfach nur nerven. Erziehung ist nicht immer einfach. 10 lustige Dinge, die nicht immer lustig sind im Familienalltag.

5. An der Supermarktkasse genau zwischen Band, Einkaufstasche und Warenstrom stehen

Ich hatte ja mal einen ganz normalen Einkauf mit Kindern in Form eines Bullshitbingos verarbeitet. Der Höhepunkt eines jeden Einkaufens ist an der Kasse. Die Kassiererin bricht mal wieder alle Rekorde im Sachen übers Band ziehen, der Kleine will nicht mehr im Buggy sitzen (dazu gleich noch) und ich versuche möglichst souverän die viel zu vielen Einkäufe im Buggy und in der Einkaufstasche zu verstauen. (Dass die Schlange bis zu den Kühlregalen geht, muss ich nicht erwähnen, oder?) Genau diesen Moment passt mein Großer jedes Mal ab: Er stellt sich strategisch günstig zwischen Band, runterkullernde Waren, Buggy und Einkaufstasche. Im Weg. Also so richtig im Weg. Dazu zappelt er hin und her. Bei jedem Einkaufen. Untermalt von den „Milch, Milch“-Schreien seines Bruders, der dazu noch den Teddy aus dem Buggy wirft, den Gurt aufmacht und aussteigen will.

6. Sich in den unmöglichsten Situationen im Buggy abschnallen und auf den Arm wollen

Womit wir bei Punkt 6 wären. Im Buggy sitzen ist doof. Das Laufen ist auch nur vorübergehend lustig. Oder geht nicht, weil man grad im Supermarkt an der Kasse steht (s. oben). Oder dringend zu einem Termin muss. Also will der kleine Mann auf den Arm. Und zwar sofort. Teddy, Keks oder Wasserflasche werden schwungvoll über Bord geworfen. Dann tönt ein entschiedenes „Fertig!“ aus dem Buggy, die Arme werden aus dem (egal wie eng geschnallten) Gurt gefriemelt, es folgt der Beckengurt und der kleine Mann steht auf. Vielleicht wird er mal Akrobat oder so ein Aus-den-Fesseln-Befrei-Zauberer, der sich in Ketten verschnürt ins Tauchbecken fallen lässt. Und er hat dabei ein unglaubliches Gespür fürs Timing. Ich überlege noch, ob man dieses Gespür nicht irgendwie produktiver nutzen kann.

7. Diese ewige Streiterei unter Brüdern: Ich hatte das aber zuerst! Mama, er hat mich gehauen!

Zehn Minuten geht es gut. Wenn sie nicht ins Bett wollen auch mal eine halbe Stunde. Das Spielen ohne Streit. Aber irgendwann geht es immer los: „Ich hatte den Bagger zuerst! Mama! Er hat mir den Bagger weggenommen!“ Der Kleine beschränkt sich mangels Vokabular auf einen Sirenenton. Wobei er dem Großen in nix nachsteht. Der eine nimmt dem anderen was weg, der eine schubst den anderen, zieht an den Haaren oder versteht die Spielregeln nicht. Ich hoffe noch auf Besserung. Aber die Hoffnung schwindet von Tag zu Tag.

GEschwisterstreit, Geschwisterliebe, Brüder, Carrerabahn

Nur wenn sie ins Bett sollen, spielen sie auf einmal friedlich miteinander.

8. Plötzliche Geschmacksveränderungen beim Essen und Verweigern jeglicher gesunder Nahrung

Gestern konnten sie von Brokkoli nicht genug bekommen. Heute wird er mit angeekeltem Gesicht vom Teller geschnippt. Gestern wurden Kartoffeln nur mit Soße verspeist, heute dürfen es gar keine Kartoffeln mehr sein, nein, auf keinen Fall! Und Erbsen sowieso schon mal gar nicht! Essen ist jedes Mal ein großer Spaß, das hatte ich ja mal geschrieben und auch in einem Bullshitbingo festgehalten, aber dann auch noch die wechselnden Geschmäcker.. je nach Tagesform darf es dann doch mal eine Bohne sein. Aber wehe, es klebt eine mikroskopisch kleine Petersilie dran!

9. Der 10. Toilettengang beim Einschlafritual

Da liegt man endlich gemütlich im Bett. Schlafanzug angezogen, Zähne geputzt, Geschichten gelesen, das Kuscheln ist im vollen Gange und in Gedanken freut man sich auf die Zeitschrift und Chipstüte im Wohnzimmer – und da muss der Sohnemann nochmal auf Klo. Einmal. Dann wieder ins Bett. Kurz darauf: Mama, muss Pipi! Und so geht es munter weiter – wie können Kinder bloß so viel Pipi machen?! Manchmal muss er zwischendrin auch noch was essen – klar, Abendbrot war ja auch erst eine halbe Stunde her! Und so zögert sich Mama-Feierabend noch weiter hinaus, so lange, bis ich schließlich selbst einschlafe…

10. Dies ewige Trödelei, wenn man aus dem Haus möchte

In der Vor-Kind-Ära,  schlüpfte man einfach in seine Schuhe und ging mal eben schnell zum Bäcker. Heute braucht man eine halbe Stunde bis man überhaupt zur Haustür vorgedrungen ist. Jeden Morgen diese Trödelei! Darüber hatte ich mich ja schon mal ausgelassen. Der Große will sich nicht anziehen und während ich ihn anziehe, zieht sich der Kleine wieder aus – und klar, wenn ich den dann wieder anziehe, zieht der Große sich wieder aus und rennt lachend um den Esszimmertisch. Und so geht es, während die Zeiger an der Uhr unaufhaltsam ihren Lauf nehmen…

… und dann abends, wenn sie sich an einen kuscheln, wenn sie nach einem langen Kindergartentag die Arme um einen schlingen… dann verzeiht man ihnen alles, dann flutet die Mutterliebe das eben noch genervte Mamaherz und man fragt sich, wieso man eigentlich wieder so gemeckert hat und nimmt sich vor, das nächste Mal, ja, das nächste Mal, da bleibt man cool und lässig. Ja. Die guten Vorsätze. Ich konnte sie bisher nur temporär umsetzen. Arbeite aber an mir. Hey, ich war doch mal ne coole und lässige Person, davon muss doch noch was über sein?!

Nathalie Klüver ganznormalemama Elternblog Mamablog
Mama, ich hab dich unendlich mal doll lieb! Das entschädigt für alles. Zack, alle Wut verraucht.

Tipps, wie man richtig reagiert, wenn einen die Kinder verrückt machen

Und Eure Kinder – womit können Sie Euch in den Wahnsinn treiben? Welche Knöpfe müssen sie drücken, um Euch mal so richtig an die Decke gehen zu lassen? Und was tut Ihr, wenn Ihr kurz davor seid, an die Decke zu gehen? Habt Ihr Geheimtipps? Außer dem Mamamantra OOHHHHM?! Lasst uns eine Geheimtipp-Sammlung starten!

Ich reagiere je nach Situation. Mal schaffe ich es, den Wahnsinn wegzuatmen, dem Schwangerschaftsyoga sei Dank! Im öffentlichen Raum bin ich mittlerweile recht gut im Souveränlächeln. Naja meistens jedenfalls. Manchmal schaffe ich es auch, dem Wahnsinn Humor entgegenzusetzen. Das wäre eigentlich meine Wunschreaktion. Die Kinder durchkitzeln und lachen. Aber es gibt Situationen, da ist es ähnlich wie beim überkochenden Nudelwasser. Da hilft nur: Deckel kurz ab, Luft rauslassen und alles ist wieder gut. Sprich: einmal das Rumpelstilzchen machen, den Ärger rauslassen und dann die Kinder wieder in den Arm nehmen. Ihr wisst schon, so wie beim Vulkan. Der muss auch von Zeit zu Zeit mal Feuer spucken, um nicht in 1000 Stücke zu explodieren.

Herzlich Willkommen bei der ganznormalenMama! Wollt Ihr  familienfreundliche Reisetipps? Oder kinderleichte Rezepte? Oder Lustiges, Nachdenkliches aus dem Mamaalltag? Dann stöbert im Archiv und folgt mir auf Facebook, bei Instagram oder Pinterest – ich freue mich auf Euch!

20 Kommentare zu “10 Dinge, mit denen meine Kinder mich in den Wahnsinn treiben

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