Stille Nacht, alles schläft, nur Mama nicht – juhu, das Kind schläft durch, ich dafür nicht!

Kinder sind verschieden. Während mein Großer schnell zuverlässig seine sieben Stunden am Stück schlief, entpuppte sich sein kleiner Bruder als Dauertrinker und Morgengrauennuckler. Durchschlafen? Kann ich, wenn ich groß bin, dachte er sich wohl. Wieso faul vor sich hinschlummern, wenn man doch Mamas T-Shirt hochziehen und bequem andocken kann? Nein, mit dem Schlafen hat er es nicht so, der kleine Mann. Ist er eingeschlafen, darf man ihn bloß nicht bewegen, sonst wacht er wieder auf. Ich brauche Euch wohl nicht zu erzählen, wie viele Abende ich mit ihm auf dem Sofa saß, nach dem Einschlafen auf dem Schoß liegend, bloß nicht bewegend, auch wenn die Füße einschliefen. Eigentlich jeder Abend seit 17 Monaten. Füße und Kind schliefen und wachten wieder auf sobald ich den Gang zum Bett antrat.

Durchschlafen ist so eine Sache

Komisch, wie unterschiedlich Kinder sind. Man macht beim zweiten Kind alles gleich und denkt ganz cool, diesmal klappt es auch und dann macht einem der Lütte einfach mal einen Strich durch die Rechnung.

Ätschebätsch, haste Dir so gedacht Mama. Einfach wäre ja auch langweilig! Nun find mal schön raus, wie Du mich zum Durchschlafen bewegen kannst.

konsti80

Schlafentzug ist nicht ohne Grund eine Foltermethode, darüber hatte ich ja schonmal lang und breit geschrieben. Noch gemeiner ist es, wenn man selbst morgens wie gerädert ist und der Kleine topfit, obwohl er genauso wenig geschlafen hat wie man selbst. Wenn dieses Topfit und Wachsein dann auch noch um 5 Uhr morgens einsetzt. Ich habe mir viel vorgestellt über das Kinderhaben (was das so war, hab ich hier geschrieben) – aber ich hätte nie gedacht, dass ich trotz Schlafmangel so gut funktionieren würde. Ich, der Morgenmuffel! Hatte ich nicht genug geschlafen, war ich ungenießbar.

Schlafmangel: Man gewöhnt sich an alles – wie auch immer

Das Training macht es wohl. Und ich bin gut im Training. Ohja. Ich bin von Morgen zu Morgen überrascht, dass man trotzdem so gut funktioniert – obwohl man sich in der Nacht noch fragt, wie man den folgenden Tag eigentlich überstehen soll.

Nunja. Letzte Nacht schlief mein Kleiner auf einmal mehrere Stunden am Stück. Genaugenommen von 23 Uhr bis 5 Uhr. Das hätte so richtig Erholungsschlaf für mich bedeutet. Sechs Stunden ohne Stillen und ohne Aufwachen, einschlafen und was dazugehört. Sechs Stunden! Das hätte sämtliche Augenringe ins Nirvana befördert und Fältchen geglättet. Wäre das Wort neugeboren nicht so abgedroschen, hätte es in diesem Zusammenhang bestens gepasst.

Sechs Stunden! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen!

Alle schlafen und ich wälze mich durchs Bett

Hätte, hätte, Ihr wisst schon, der altbekannte Reim mit der Fahrradkette. Diesmal machte ich mir den Strich durch die Rechnung. Stille Nacht, alles schläft – einsam wacht die Mama. Die sich durchs Bett wälzt und nicht schlafen kann. Da denkt man doch, wenn man endlich die Gelegenheit hat, dann schläft man durch wie ein Baby (haha, diesen Spruch „schlafen wie ein Baby“ hat sich doch jemand ohne Kinder ausgedacht! Denn was heißt denn das bitteschön: Schlafen wie ein Baby, also alle zwei Stunden aufwachen?!). Nix da. Ich lag also wach. Machte ein paar Yogaatemübungen, lustige Mudras aus der Schwangerschaftsyoga, überlegte die morgige Einkaufsliste und dann dachte ich: Hm. Lohnt sich eigentlich nicht, jetzt noch einzuschlafen, der Kleine wacht eh gleich auf und viel was trinken, sind ja schon fast zwei Stunden um.

Aber Frechheit: Der schläft einfach weiter! Dreht sich seufzend um und schlummert. Der Mann auch, der Große sowieso. Und ich? Trinke einen Schluck. Lege mich wieder hin. Lohnt sich doch nicht, jetzt noch einzuschlafen. Hat der Kleine sich nicht grad ein bisschen bewegt – gleich ist er wach!

Ist er nicht. Ich aber.

Und eine Stunde später immernoch.

Immernoch wach.

Tja. Um vier schaute ich das letzte Mal auf die Uhr. Ich schlief dann ein. Glaube ich. Um fünf hatte Monsieur dann doch Durst oder Kuschelbedarf oder beides oder einfach genug vom Durchschlafen. Er schläft jetzt zwar sechs Stunden am Stück, aber ab 5 Uhr Dauernuckeln findet er nachwievor klasse. Um halb sieben schlief er wieder ein. Ich auch. Bis um viertel vor sieben der Wecker klingelte.

Muss ich erwähnen, dass ich mich auf meinen Kaffee freute?

Aber nun scheint die Sonne durchs Fenster, ich habe gerade ein bisschen gearbeitet und nun locker flockig einen Blogpost geschrieben und hole in einer Stunde die Jungs aus dem Kindergarten ab. Und ich fühle mich bombig! Was hab‘ ich heute Nacht noch gegrübelt: Wie überstehst Du den Tag? Hälst Du heimlich Mittagsschlaf anstatt zu arbeiten? Brauch‘ ich alles nicht. OK, noch ein kleiner Kaffee nach dem Mittag kann nicht schaden (tut er sowieso nie) , aber ansonsten: Alles roger im Hause ganznormaleMama.

Aber ich freue mich, heute abend im Bett zu liegen. Und vielleicht endlich mal sechs Stunden am Stück zu schlafen. Wie ein Baby 🙂
LINK-NAME

7 Kommentare zu “Stille Nacht, alles schläft, nur Mama nicht – juhu, das Kind schläft durch, ich dafür nicht!

  1. Pingback: Murphys Gesetz = Mama-Gesetz: 11 Regeln, die Mütter kennen sollten | Eine ganz normale Mama

  2. Ja, das Problem hatte ich auch, dass ich nicht mehr einschlafen konnte obwohl ich sooo müde war. Bei mir waren es 13 Monate. Dann schlief er kurz besser, bis regelmäßig die Zähne ihn nachts quälten…aber es stimmt, auch ich komme ganz gut durch den Tag! Lg Petra

    Gefällt mir

Was denkst Du?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s