Gestatten? Mein Sohn und sein unsichtbarer Freund

Wir haben seit einiger Zeit einen Mitbewohner. Er heißt Olive. Und ist ein eher stiller, unauffälliger Zeitgenose. Meistens. Denn ab und zu leistet er sich so richtige Dinger. Kippt die Milch um und verteilt sie mit dem Löffel, dass sie auch wirklich den gesamten Tisch inklusive Tageszeitung bedeckt. Bringt Sand aus der Sandkiste mit und verteilt ihn auf dem Esszimmerteppich. Steckt heimlich die Steinesammlung in meine Stiefel. Oder zieht den kleinen Bruder mal eben am Ohr. Olive ist ein unsichtbarer Freund.

Olive war das.

Das ist in solchen Situationen der Standardspruch, den mein Großer sofort parat hat. Olive, also der besagte unsichtbare Freund wirft die Erbsen vom Tisch, kippt die gerade eingeräumte Duplokiste um oder zieht meinem Sohn die gerade angezogenen Winterstiefel wieder aus. Olive hat immer seine Finger im Spiel, wenn es um Blödsinn und Streiche geht. Olive ist überall, immer mit dabei. Beim Einkaufen packt dieser unsichtbare Freund  Gummibärchen in den Einkaufswagen. Manchmal auch ein Eis. Man ist einfach nicht sicher vor Olive!

Was sollten Eltern tun, wenn ihre Kinder unsichtbare Freunde haben? Erziehungstipp und Erfahrungen mit Kleinkindern und imaginären Freunden.

Olive ist der unsichtbare Freund meines Großen.

Fast jedes dritte Kind hat einen imaginären Freund

Das haben viele Kinder. Ich hatte auch einen, leider habe ich den Namen vergessen. Für diesen unsichtbaren Freund klappte ich beim Einkaufen immer den Kindersitz runter, da saß mein Freund dann drin. Darin kann ich mich noch genau erinnern. Viele Kinder haben so einen imaginären Freund. Fast jedes dritte Kind hat so einen imaginären also unsichtbaren Freund, sagen Studien! So ein imaginärer Freund ist auch gar nicht Schlimmes und gehört zu der „magischen Phase„. Das beruhigt ja schon mal.

Wobei so richtig unsichtbar ist unser Freund Olive nicht (bitte fragt nicht, wieso Olive ein er ist – ist einfach so) (woher der Name stammt, weiß ich auch nicht) (mein Großer isst tatsächlich gerne Oliven) (aber nur schwarze). Wo war ich stehen geblieben?

Achja. Unser unsichtbarer Freund Olive ist gar nicht immer unsichtbar. Denn schon seit längerem heißt ein riesiger Plüschpinguin so. Circa 70 Zentimeter hoch, dicker Bauch, sehr süß. Seit ich denken kann, nennt mein Sohn ihn Olive. Und irgendwann fing Olive an so ein Doppelleben zu führen. Und unsichtbar zum Einkaufen  mitzukommen.

unsichtbarer freund

Nun haben wir also einen Plüschpinguin namens OIive, der sich so tarnkappenmäßig unsichtbar machen kann, mit Milch spielen und spitze Steine in Schuhen verstecken kann. Er steht auch auf Gummibärchen und schmiert Erbsen millimetertief in den Teppich ein. Auch im Urlaub ist er übrigens mit dabei. Unsichtbar mangels Platzangebot im Auto.

Fantasiefreunde geben Kindern Halt

Amerikanische Forscher haben übrigens herausgefunden, dass unsichtbare Freunde nicht nur Halt geben sondern die Kinder auch bestens aufs Leben vorbereiten. Kinder mit Fantasiefreunden sollen intelligenter sein, kreativer und besser fürs Leben gerüstet! Sie sollen sich auch besser in andere hineinversetzen können. Hört hört. Fantansiefreunde machen Kinder stark und schlau!

Hatte ich schon erwähnt, dass ich auch so einen unsichtbaren Freund hatte ?! ;-)

Grund zur Sorge ist ein unsichtbarer Freund, ein Fantasiefreund, also nicht, ganz im Gegenteil. Unsichtbare Freunde sind Teil des Spielens und Lernens, mit ihnen erlebt man Abenteuer, die man mit den Eltern nicht erlebt. Diese eingebildeten Freunde sind oft wie bei meinem Großen gerne Sündenböcke, wenn es um Unsinn geht.

Und ein unsichtbarer Freund verschwindet irgendwann so plötzlich wie er gekommen sind. Schade eigentlich. Denn unser unsichtbarer Freund Olive kann auch richtig Spaß machen. Was der sich alles einfallen lässt – ich hoffe, das dann mein Sohn wieder „übernimmt“!

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16 Kommentare zu “Gestatten? Mein Sohn und sein unsichtbarer Freund

  1. Mein grosser Sohn hatte auch einen unsichtbaren Begleiter. „Das Mäuschen“. Wenn ich etwas von meinem Sohn wollte, bekam ich oft zur Antwort „Da muss ich erst mein Mäuschen fragen. Mein Mäuschen ist mein Chef!“ (Oh, ich habe gerade voll seine Stimme im Ohr, wenn ich daran denke. Er ist jetzt schon 21. Mann, ist das lange her…)
    Das Mäuschen begleitete uns mehrere Jahre lang. Auto rein oder raus „Warte, das Mäuschen muss noch mit!“

    Eines Tages hat es sich aber klammheimlich davon geschlichen und ward nicht mehr gesehen…

    Mich würde interessieren, ob jüngere Geschwister genauso oft imaginäre Freunde haben, oder ob das eher eine Sache der Erstgeborenen ist. Bei uns war der Grosse der Einzige.

    • Ich habe gelesen, dass das Phänomen tatsächlich häufiger bei Erstgeborenen oder Einzelkindern auftritt. Scheint statistisch belegt zu sein. Ich bin mal gespannt ,wie lange wir noch Freude an Olive haben…

  2. Meine Kinder hatten bisher nie unsichtbare Freunde. Dafür aber ich. Als ich klein war.
    Er hieß „Pepe“ und war mein allerbester Freund. Er machte manchmal auch ziemlichen Blödsinn so wie euer „Olive“ und bekam nie Schimpf. Irgendwann „brauchte“ ich ihn nicht mehr und er ist verschwunden. Oder vielleicht begleitet einen Pepe, Olive oder alle anderen unsichtbaren Freunde ja doch ein ganzes Leben.

  3. Ach wie schön. Ich hatte auch unsichtbare Tierfreunde. Mein Liebling war ein kleines Äffchen. Meine Tochter hat auch mehrere unsichtbare Freunde. Kindheit hat halt doch seine magischen Momente!
    Lg Petra

  4. Meine kleine hat viele unsichtbare Freunde . . . diverse Tiere, aber meistens 2 unsichtbare Tiger oder Ponys und einen kleinen Jungen Namens Erik (Erik tauchte nach dem Winterurlaub letztes Jahr auf, dort war auch ein kleiner Junge der Erik hieß ;-) ) mit denen gehen wir auch spazieren und zum Auto fahren muß ich sie in den Kofferraum lassen.
    Es ist auch schon öfters vorgekommen das ich ihre unsichtbaren Freunde tot getreten habe.

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