Babyliebe auf den ersten Blick: Staubsauger, Waschmaschine, Geschirrspüler und Co.

Mein Kleiner hat einen neuen Freund. Er liebt ihn heiß und innig und wenn dieser Freund in einem anderen Raum ist, dann sitzt mein einjähriger Sohn anklagend vor der Tür und zeigt mit einem inbrünstigen „Da, da, da, da!“ auf diese Tür. Solange bis ich mich erbarme, die Tür öffne und diesen speziellen Freund hereinlasse. Dann kommt ein begeistertes „jajajaja“.

Die Rede ist von unserem Staubsauger.

Wieso stehen Babys so auf technische Geräte jeder Art?

Seit einigen Tagen ist mein Kleiner total besessen von diesem Haushaltsgerät. Er lungert solange vor dem Raum rum, in dem der Staubsauger aufbewahrt wird, bis ihn endlich jemand für ihn herausholt. Und dann sitzt er ehrfürchtig davor. Mit großen Augen. Dann wird er mutig und berührt vorsichtig die Starttaste. Nichts kommt. Er drückt noch mal. Und wird  zornig, weil nichts kommt. Dann schiebt er den – öh nun fehlt mir (und das als Journalistin) das korrekte Wort, helft mir, wenn Ihr es wisst! – „Saugkopf“ herum und macht begeistert „dadada.“ Bis es ihm nicht mehr reicht. Er zerrt am Kabel und reicht es mir mit flehendem Blick.

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Wenn ich das Ding dann einstöpsel und tatsächlich staubsauge, ist die Begeisterung groß. Er hüpft um den Krachmacher, schaltet ihn ein und aus und schaut richtig betrübt, wenn das Staubsaugen beendet ist. So geht es zurzeit jeden Tag.

Ein Glück machen zwei Kinder genug Krümel, um ein tägliches Staubsaugen zu rechtfertigen!

Ehrlichgesagt: So sauber war es noch nie in der Küche und im Esszimmer. Hat also durchaus positive Seiten, diese neue innige Liebe meines Babys (über den nie endenden Haushalt hatte ich ja mal hier geschrieben).

Er scheint sowieso ein Haushaltsfan zu sein. Ich weiß nicht, von wem er es hat. Ich habe den Großvater im Verdacht. (Nicht wahr, Papa, ich darf das hier mal so schreiben?) Sonst kommt eigentlich keiner in Frage für diese genetische Besonderheit.

Knöpfe drücken übt eine Faszination auf Babys aus

Denn neben dem Staubsauger hat der kleine Mann auch ein Faible für den Geschrirrspüler. Da liebt er es, die Knöpfe zu drücken. Und beim Ausräumen halb reinzuklettern und mir die Teller zu reichen. Ein Glück haben wir in der Küche Korkfußboden, bei Fliesen hätten wir jetzt kein Geschirr mehr. Eine weitere große Liebe ist die Waschmaschine. Wenn sie schleudert, wird ehrfürchtig Sicherheitsabstand gehalten, ansonsten sitzt er auch gerne vor ihr, streckt den Finger aus und ruft „da, da, da!“ Am besten findet er den Schalter zur Programmwahl. Allerdings birgt das gewissen Risiken. Letztens konnte ich noch gerade rechtzeitig eingreifen, als er vom 30-Grad-Wollwaschgang auf 95 Grad-Wäsche stellen wollte.

Mein Großer findet die Waschmaschine übrigens auch ziemlich gut. Er hilft mir mit einen wahren Begeisterung beim Einräumen. Das hatte letztens zur Folge, dass mein Mann mit seinem nagelneuen Lammwoll-Pulli vor mir stand, der so geschrumpft war, dass er nun dem Großen passt: Denn eben jener hatte diesen Pulli aus feinster, weicher Wolle in die 60-Grad-Wäsche gestopft.

Ohja, meine beiden Rabauken lieben es, im Haushalt zu helfen. Aber nur bei ausgewählten Projekten. In denen sie gut sind. Ansonsten schätzen sie eher das Chaos (siehe mein Text hier und hier das Beweisfoto) – und bei dieser Vorliebe weiß ich wenigstens, von wem sie das haben. Aber ich arbeite an mir 🙂

Haben Eure Kleinen auch solche lustigen Vorlieben? Ich bin gespannt auf Eure Geschichten!

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14 Kommentare zu “Babyliebe auf den ersten Blick: Staubsauger, Waschmaschine, Geschirrspüler und Co.

  1. Herrlich! Und so schön geschrieben! Ich fühle mich sieben Jahre zurückgebeamt, denn da hatte ich auch so einen Staubsaugerfetischisten zu Hause. Leider ist nicht viel geblieben von der Faszination Hausarbeit… (Wobei die Dinge bei unserem derzeitigen Nomadenleben eh anders laufen – wenn ich so darüber nachdenke, fällt mir auf, dass ich seit mehr als vier Monaten nicht staubgesaugt habe, dafür umso mehr abgewaschen, was für keins meiner Kinder je übermäßig faszinierend war.)

    Viele Grüße, aktuell aus dem Westen der Türkei,
    Lena

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  2. Hahaha, großartig. Der Schüler war als Babyzwerg sehr angetan von der Spülmaschine. Kaum war die mal offen, saß er – schwupps – auf der Klappe und wollte rein. Schade, dass diese „Leidenschaft“ nicht wirklich anhielt, inzwischen gibt es wilde Diskussionen darüber, warum er sein Geschirr in selbiges Küchengerät räumen soll usw. Tja, die großen Kleinen und die kleinen Großen… Love them all! ♥

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