Knopf drücken sonst Trotzanfall: Dreijährige und ihr merkwürdiger Hang zum Knöpfedrücken

Auf dem Weg zum Kindergarten kommen wir an einer Ampel vorbei. Und ich hoffe jedesmal, dass da nicht jemand vor uns auf den Ampelknopf drückt. Denn sonst geht das Geschrei los: „Ich wollte aber den Knopf drücken!“ Wutanfall par excellence. Um die gute Laune nicht kurz vor dem Abschied in den Kindergarten wieder zu drücken, gebe ich dann nach. Es wird eine Ampelphase gewartet, auch wenn wir bequem bei Grün hätten rüberlaufen können. Damit das Kind dann noch einmal den Knopf drücken kann. Morgen gerettet, Trotzanfall aus dem Weg gegangen.

Die Trotzphase kann anstregend sein

Schließlich bin ich froh, dass ich überhaupt mit halbwegs halben Nerven bis zur Ampel gekommen bin und die sämtliche Morgen-Trödelei hinter mich gebracht habe (siehe auch: Tränen, Trödeln, TrotzanfallEin normaler Morgen mit Dreijährigen).

Die Laune hat sich grad gebessert, da will ich doch nicht alles wieder wegen eines popeligen Ampfelknopfes aufs Spiel setzen!

Vorm Kindergarten dann die nächste Hürde: die Klingel. Wehe, es klingelt gerade ein anderes Kind. Dann ist das Gezeter groß: „Aber ich wollte doch klingeln!“ Was soll ich sagen: Auch hier schlage ich den Weg des geringsten Widerstandes ein. Die ganze Mär von der Konsequez ist in so einer Situation sowas von fehl am Platz! Ich bin da übrigens nicht die einzige Mutter, die das so handhabt. Und die Mütter der Fünfjährigen gucken jedes Mal sehr verständnisvoll. Sie mussten da auch durch, das scheint eine Spezialität der Dreijährigen zu sein:

der seltsame Hang zum Knöpfedrücken.

Ob Ampel oder Fahrstuhl – jeder Knopf muss gedrückt werden

Knöpfe üben so eine magische Anziehungskraft auf kleine Kinder aus. Der Fahrstuhlknopf. Klingeln jeglicher Art. Hupen. Wir fahren selten Bus – aber der Stop-Knopf im Bus ist auch so ein heiß umkämpfter Kandidat.

Es ist, als ob an disesen Knöpfen ein  unsichtbares Band sitzt, dass die Kinder anzieht oder ein Magnet. Vielleicht hat es auch was mit Hypnose zu tun. Auf jeden Fall geht es selten ohne Drama, wenn den Knopf jemand anderes drückt. Wehe, ich wage es, unkonzentriert selbst auf die Ampel zu drücken! Gut, ich rede mich dann immer raus: Ich hab‘ ja gar nicht richtig gedrückt, mach‘ Du mal, Du machst das ja viel besser, schau mal, so schnell ist es Grün geworden.

Wieso wollen Kinder ständig alle Knöpfe drücken?

Kann mir einer sagen, wann diese Phase vorbeigeht? Wobei, wer weiß, was danach kommt. Vielleicht bin ich dann froh über ein bisschen Trotz wegen eines popeligen Fahrstuhlknopfes…
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16 Kommentare zu “Knopf drücken sonst Trotzanfall: Dreijährige und ihr merkwürdiger Hang zum Knöpfedrücken

  1. Pingback: Top 10 der Wutausbrüche und Trotzanfälle meiner Kinder: Blogparade #wutkinder | Eine ganz normale Mama

  2. Wie schön dass wir mit dem „Gedrücke“ nicht alleine sind. Hier übrigens auch ganz wichtig das Drücken der Zahnpastatube, was zu einem erhöhten Bedarf führt. Etwas abgelöst wird es nun mit 3,5 Jahren von der Faszination diverse Ladekabel in iPad, iPod, Handy zu stecken. Argh, das ist nicht besser! Verbauen wir ihm eine Zukunft in der Technikbranche wenn wir das verbieten?

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