Silvester mit Baby und Kleinkind: Warten auf die Raketen

Na, habt Ihr es bis Mitternacht geschafft? Ich ja! Bis eins bin ich aufgeblieben. Aber das hätte ich ohne meinen Großen wohl kaum geschafft. Denn der wollte Silvester unbedingt mal Raketen sehen. Im letzten Jahr bin ich um 10 ins Bett – da war mein Kleiner grad 6 Wochen alt und wollte alle zwei Stunden an die Milchbar (mein Text über Schlafentzug als Foltermethode stammt aus dieser Zeit). Dieses Jahr wollte ich dann aber mal wieder die zwölf Glockenschläge schaffen. Wie Erwachsene das halt so machen. Eigentlich. Wenn sie nicht gerade kleine Kinder haben. Der Kleine bekommt zwar grad drei Backenzähne auf einmal und hat deshalb wieder den Zwei-Stunden-Rhythmus für sich entdeckt, aber egal. Mal einen drauf machen. Oder so. Eher oder so.

Nun aber erst mal: Frohes Neues Jahr! Ich hoffe, Ihr seid gut reingekommen!

Silvester mit Baby – eine ganz eigene Party

Bei uns gab es seit dem Aufstehen kein anderes Thema: Raketen sehen! Unser Großer wusste gar nicht wirklich, was das eigentlich war, diese ominösen Rakenten, aber er wollte sie unbedingt sehen. Am liebsten auch gleich ganz lange aufbleiben. Den ganzen Tag fragte er, wann es denn endlich losgeht. Aber da stand ja nun erst mal noch das Abendessen bevor. Fondue hatten wir uns überlegt, das machen doch Erwachsene so, wenn sie Silvester feiern. Fleisch und Gemüse in Brühe kochen – das kann man eigentlich auch in Form einer Suppe, aber wir hatten ja nun noch ein paar Dips gezaubert, das findet man in der Suppe eher selten.

Wir stellten es uns recht gemütlich vor. Unsere Fleisch- und Gemüsestücke Stückchen für Stückchen essen, dazwischen Brot in Aioli dippen, uns unterhalten und für mich so was Ausgeflipptes wie Zitronenlimonade, was stillende Mütter halt so trinken, wenn sie mal einen drauf machen.

Fondue mit Kindern: Finden sie langweilig

Tja. Wir haben nur vergessen, dass Kinder das, was wir am Fondue so gemütlich finden, eben das lange Am-Tisch-sitzen nicht so prickelnd finden. Nämlich so überhaupt nicht. Natürlich wackelten und zappelten beide nach kürzester Zeit herum. Unser Großer fand das überhaupt nicht toll, wenn wir ihm das Fleisch aufpieksten (er durfte da nicht ran an die heiße Brühe), er aß seine Nudeln mit Ketchup, denn unsere Dips fand er noch weniger toll. Nach einer Viertelstunde war er satt, der Kleine auch und beide wollten spielen. Aber da das Verlängerungskabel, an dem die Heizplatte für das Fonduetöpfchen war, quer durch den Raum hing, durften sie nicht auf dem Boden spielen. Ich sah vor meinem inneren Auge eh nur die ganze Zeit, den Topf umfallen und die heiße Brühe wie einen reißenden Fluss auf meine beiden Jungs zu laufen…

Um es kurz zu machen: Ich benutzte fast alle Spieße gleichzeitig, schlang das Essen runter und ging mit den beiden Jungs ins Schlafzimmer, sie bettfertig machen, während mein Mann noch die Reste aufaß. Ich glaube, er genoss diese Minuten für sich. Mal in Ruhe essen. Vielleicht las er dabei auch eine Autozeitschrift. Hach, lesen. So ganz in Ruhe. Das wäre meine Vorstellung von einer gr0ßen Silvesterparty gewesen!

Der Große ließ sich überzeugen, doch um halb neun ins Bett zu gehen – wir mussten ihm versprechen, ihn rechtzeitig zu wecken. Er schlief schnell ein. Der Kleine nicht. Als er dann endlich eingeschlafen war und mein Mann und ich übers Fernsehprogramm verzweifelten, meldete er sich wieder und trank und trank und trank und schlief schließlich auf dem Sofa ein. Wir trauten uns nicht, ihn in sein Bett zu legen.

Feuerwerk mit Kindern: Die glitzernden Augen um Mitternacht

Irgendwann, meine Augen fielen schon zu, war es schließlich halb zwölf und wir weckten den Großen. Bis er wach war, war es tatsächlich Mitternacht und wir saßen mit dem Großen am Wohnzimmerfenster. Und sein Gesicht, wie er das Feuerwerk anschaute, das war das ganzen Aufbleiben wert. Seine großen staunenden Augen, der offene Mund, dieser ehrfürchtige, beeindruckte und gleichzeitig ein wenig eingeschüchterte Blick: Das werde ich nie vergessen. Ich begann selbst, das eher profane Feuerwerk mit anderen Augen zu sehen. Die bunten Lichter, wie sie sich auf dem Wasser spiegelten. Es war toll.

Um eins lagen wir dann im Bett. Am nächsten Morgen durften wir bis halb zehn schlafen, der Kleine hielt sich in der Nacht auch wohltuend zurück und nach dem Frühstück malte der Große Feuerwerk.

Tipps für die Silvesterparty mit Kind?

Und Euer Silvester so? Wer von Euch hat eine Party mit Kleinkindern gemacht – wie habt Ihr sowas bewerkstelligt?! Ich würde nächstes Jahr gerne wieder unter Menschen und bin jetzt schon am Überlegen, wie das gehen soll. Habt Ihr Tipps?

8 Kommentare zu “Silvester mit Baby und Kleinkind: Warten auf die Raketen

  1. Wir waren im Winterurlaub mit meinem Vater, Bruder und Neffen. Die haben dann alle gemeinsam mit meinem Mann draußen geknallt um Mitternacht und ich habe vom Balkon der Ferienwohnung zugeschaut, immer mit einem Auge auf unseren seelig schlummernden, knapp 6monatigen Sohn. Ich hatte erwartet, dass er weinend aufwacht, sobald das Geknalle draußen losgeht – aber er hat nicht mal gezuckt im Schlaf …

    Gefällt mir

  2. Frohes neues Jahr für dich! Du schreibst so toll. Ich musste so lachen. Bei uns gab’s auch Raclette. Baby schlief. Wir dann auch – vor dem Fernseher. Ich bin um halb 12, mein Mann 2 Minuten vor 12 aufgewacht. Wir haben dann noch angestoßen, und von den Böllern ist unser 10 Monate alte Sohn aufgewacht. Wir haben dann zu dritt aus dem Fenster die Raketen angeschaut und die Kinderaugen waren riesengroß – der Himmel voller bunter Lichter.

    Gefällt mir

  3. Mein Sohnemann hat den Jahreswechsel ganz gemütlich verschlafen. Bei uns geht es ja sehr ruhig zu… Nix Feuerwerk und Knallen.
    Geböllert wird am 1.August gegen 22.30 h, wenn es endlich richtig dunkel ist. Das ist gut auszuhalten.
    Was das Feiern an sich betrifft… Im Sommer feierte mein Schwager Hochzeit. Seit ewigen Zeiten habe ich mal wieder bis 3 Uhr getanzt… Und war danach eine Woche lang scheintot. Das ist echt nix mehr für mich, auch wenn es toll war 😉

    Gefällt mir

  4. Wir haben mit vielen Freunden und einer Horde Kleinkindern gefeiert. Das ging ganz prima. Du kannst es auf meinem Blog nachlesen! Manchmal hilft es einfach alle Regeln über Bord zu werden 😊! Liebe Grüsse

    Gefällt mir

  5. Frohes und erfolgreiches neues Jahr wünsch ich dir.

    Wir hatten am Silvesterabend ein gutbefreundetes Paar zu Besuch. Mit Raclette warteten wir auf das Neujahr. Großer ging gegen 21 Uhr ins Bett und die Kleine schlief endlich gegen 22.30 Uhr. Bis 2.30 Uhr gemütlich gefeiert. Also ganz relaxed.

    Lg

    Gefällt mir

    • Die Kinder schliefen… wahnsinn. Als mein Großer 20 Monate alt war und das Baby noch nicht geboren, waren wir bei Freunden. Der Plan war, dass der Große schläft, aber natürlich schlief er nicht ein, sondern blieb wach bis wir uns auf den Weg machten. Er war total aufgekratzt und auf der Party der Fitteste von allen. Mein Mann war derjenige, der irgendwann auf einmal einschlief 😉

      Gefällt 1 Person

Was denkst Du?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s