Hilft der Weihnachtsmann gegen diese ewige Trödelei?!

Es geht wieder auf Weihnachten zu. Und damit haben wir eine neue Wunderwaffe gegen Trödeln, Trotzanfälle und andere Späße unseres Dreijährigen zur Verfügung: der Weihnachtsmann! Der Weihnachtsmann sieht alles, weiß alles, notiert sich alles und entscheidet dann, welches Kind wie viele Geschenke bekommt. Letztes Jahr hat es gut geklappt. Wir mussten den Weihnachtsmann nur kurz erwähnen, da wurde unser Sohn auf einnmal ganz brav. Er fragte dann auch oft, wenn er etwas ganz toll gemacht hatte, ob das der Weihnachtsmann auch ja gesehen hat. Weihnachten ist toll – Weihnachten mit Kindern ist besser!

Der Weihnachtsmann als Erziehungsmaßnahme

Wir haben dieses „Wo der Weihnachtsmann wohnt„-Buch sehr oft gelesen. Da sind diese kleinen Wichtel, die überall für den Weihnachtsmann spionieren, ob die Kinder auch brav sind. Die in Regenrinnen sitzen und alles im Blick haben. Und der Weihnachtsmann schreibt dann alles in sein dickes Notizbuch. Ich habe dieses Buch als Kind geliebt und dem Weihnachtsmann die schönsten Wunschzettel gemalt – meine Theorie damals: Je schöner verziert der Wunschzettel, umso mehr Wünsche davon werden erfüllt!

Mein Großer fand die Geschichte letztes Jahr auch schon toll. Dieses Jahr haben wir den Weihnachtsmann nun also schon Anfang November rausgekramt. Er muss nun einfach als Erziehungsmaßnahme herhalten, um diese ewige Trödelei und diese Trotzanfälle in den Griff zu bekommen. Er sieht alles, hört alles und merkt sich alles. Wenn der Große also mal wieder seine fünf Minuten hat, komme ich mit:

Du weißt ja, der Weihnachtsmann guckt ganz genau, wie brav die Kinder sind.“

Meistens (aber leider nicht immer) reißt er sich dann auch zusammen. Letztens aber, da sind mir mal wieder die Nerven durchgegangen. Es war mal wieder morgens, das Kind spielte, das Baby spielte mit. Der Mann ging zur Arbeit. Anziehzeit für alle Leut‘! Ich zog das Baby an, dann mich selbst, mein Großer spielte mit einem Auto und musste dann unbedingt noch mal etwas malen. Ich zog ihn von seinem Stuhl, legte ihm seine Strümpfe hin. Was soll ich sagen? Es dauerte und dauerte. Nach einer Viertelstunde war der Pulli an, die Socken auch, aber bevor die Hose angezogen wurde, wurde der Pulli wieder ausgezogen. Schließlich musste noch der Puppenwagen im Kreis gefahren werden, der Pulli kam wieder an, dann auch die Hose, aber die Socken mussten wieder aus. Fand er. Ich nicht. Aber was hab ich schon zu sagen?

Es zog sich. Etwas. Etwas länger. Und noch länger. Alle guten Zusprüche brachten nix. Im Kindergarten warten sie. Deine Freundin frühstückt schon ohne dich. Ich wurde lauter. Schließlich platzte mir der Kragen. Ich schimpfte. Ein Rohrspatz ist nichts dagegen. Ich zog die Weihnachtsmannkarte:

Ich weiß nicht, ob der Weihnachtsmann überhaupt Lust hat, dir jetzt noch Geschenke zu bringen.“

Ich weiß. Pädagogisch nicht besonders wertvoll. Aber was mir noch viel mehr Kummer bereitete: Mein Großer schaute mich mit großen Augen an, die Hände auf den Ohren: „Mama, Du bist mir zu laut.“ Da war mir auf einmal zum Heulen zumute, ich nahm ihn lange in den Arm und entschuldigte mich für meinen Ausbruch. Es tat mir so leid und ich hatte den ganzen Tag ein schlechtes Gewissen. Immer wieder ärgerte ich mich, dass ich so zum Rumpelstilzchen geworden war. Eigentlich sollte wir froh sein, dass Kinder unseren durchgetakteten Alltag nicht kennen – dass sie in ihrer eigenen Zeitblase leben. Und einfach hemmungslos trödeln können. Wieso müssen Dreijährige Pünktlichkeit lernen?! Wir sollten froh sein, dass sie ihren Alltag noch nicht nach der Uhr richten. Und uns einfach mal dieses in den Tagleben von ihnen abgucken.

Die Lüge vom Weihnachtsmann hilft bei Trotzanfällen und Trödelkindern

Aber es kann so ungemein nerven! Diese ewige Trödelei von Kindern. Diese tausend Sachen, die zu erledigen sind. Dass man nicht einfach die Schuhe anzieht und losgeht. Dieses Warten. Und das andere warten lassen. Es gibt halt doch manchmal Termine und Verabredungen. Und außerdem will  man manchmal auch einfach mal los!

Am Nachmittag waren wir beide besonders nett zueinander. Mir, weil mir meine Rumbrüllerei so leid tat. Und er, weil er den Weihnachtsmann wieder beeindrucken wollte. Abends im Bett, als ich ihm sagte, wie lieb ich ihn habe, sagte er: „Ich hab dich auch lieb, Mama.“

Und dann nach einer Pause: „Aber jetzt bringt mir der Weihnachtsmann doch auch Geschenke, oder?“

Leider hat sich der Weihnachtsmanneffekt schon nach einer Woche etwas verflüchtigt. Beeindrucken kann man ihn damit nur noch sporadisch. Nun ziehe ich die Nikolauskarte. Der kommt schließlich auch schon vorher! Und dann im Frühjahr hilft der Osterhase 🙂

4 Kommentare zu “Hilft der Weihnachtsmann gegen diese ewige Trödelei?!

  1. Pingback: Adventskalender: Wie? Nur ein Päckchen am Tag? | Eine ganz normale Mama

  2. Wir haben auch diese wunderbare Trödelei, vor allem auf dem Heimweg nach dem Kindergarten. Alleine brauchen ich zum Abholen ca. 12 min wenn ich mit Kind zurücklaufe sind es 25… Als würde er täglich den selben Weg neu kennenlernen. Aber wie du schon sagst, Kinder haben Zeit, weil sie den Zeitdruck nicht kennen und das ist an sich ja eigentlich total schön. 🙂

    LG Mel

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  3. Tolle Geschichte! Und ja, so was passiert uns allen immer wieder. Auch Eltern sind mal ungeduldig, sauer und nervig. Wichtig dabei ist, zu erkennen, dass man selbst einen Fehler gemacht hat und daraus lernen. Danke für diesen selbstkritischen, klugen Post und viele Grüße, Antonia

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  4. Das Buch ist ja süß! Ich denke das werden wir wohl auch holen.

    Trödeln geht bei uns irgendwie noch – er ist ja erst 2 geworden und noch nicht im Kindi…da ist der Zeitdruck nicht so ganz hoch.

    Und weißt du was das schöne ist?! Nummer 2 trödelt ganz bald mit ;-)))

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