Läuse – ungebetene Gäste aus dem Kindergarten

An der Eingangstür unseres Kindergartens gibt es so ein Schild. Ich nenne es „das gefürchtete Schild“. Denn es informiert darüber, was im Kindergarten so herum geht an Kinderkrankheiten und anderen lustigen Dingen. „Es gibt einen Fall von Hand-Mund-Fuß-Fäule in unserer Einrichtung“ steht da zum Beispiel. Oder „Es gibt einen Fall von Magen-Darm-Infekt“. Immer schön die Hände waschen, sagte ich meinem Sohn als ich das Schild sah. Ich wiederholte es, als er sich die Hausschuhe anzog und dann noch einmal als ich ihm einen Tschüß-Kuss gab. Es schien zu helfen, denn bisher blieben wir davon verschont.Es werden dort so ziemlich alle Infektionskrankheiten verkündet, die gerade grassieren mit Ausnahme von Erkältungen – aber die sind ja auch so etwas wie der gesundheitliche Normalzustand eines Kleinkindes.

Nun aber das nächste gefürchtete Schild „Es gibt einen Fall von Läusen im Kindergarten„. Schon als ich die Zeile las, begann es auf meiner Kopfhaut zu kribbeln und zu jucken.

Läuse ím Kindergarten: Das große Kribbeln

„Setz dir bloß keine Mützen von anderen auf“, sagte ich meinem Sohn. Ich wiederholte es mehrmals. Er guckte mich etwas verwundert an. Das mit dem Händewaschen kannte er schon. Mütze war nun vollkommen neu. Sonst kommen die Kribbel-Krabbel-Läuse versuchte ich ihm zu erklären. Er fand das eher spannend. Marienkäfer, Fliegen, Hummeln, das beobachtet er alles mit einer wahren Freude. Läuse auf dem Kopf zu haben, schien ihm gerade so wie ein… ein Haustier, mit dem man spielen kann.“Die beißen in den Kopf und dann juckt es“, erklärte ich weiter. Das war nun nicht mehr spannend und er nickte ernsthaft und versprach, keine Mützen, Fahrradhelme oder Jacken von anderen anzuziehen, um ja keine Läuse zu bekommen. Läuse im Kindergarten – das Schild fürchtet jede Mutter.

Ich scannte seine Garderobe, die ein Glück ganz am Ende des Ganges lag und nur einen Nachbarn hatte. Vorsichtshalber rückte ich seine Mütze dann doch noch ein wenig näher zur Wand. „Und Verkleiden kannst du dich diese Woche auch nicht“, versuchte ich noch mein Bestes als ich ging. Läuse, die von Prinzessinnenkrone zu Piratenhut sprangen, sah ich vor meinem inneren Auge, als ich den Kindergarten verließ.

Zuhause parkte ich das Baby mit einem Keks im Hochstuhl und suchte im Internet nach Infos über Läuse, wie man vorbeugen kann und wie man Läuse wieder loswird. Von Läusen hatte ich bisher wenig Ahnung, ich kannte sie nur von den Rosen, aber die waren grün und groß, auf dem Kopf sind Läuse ja klein und … ja welche Farbe haben sie eigentlich? Je mehr ich über die Kopfläuse las, umso mehr kribbelte meine Kopfhaut. Läuse können nicht springen (puh!) und krabbeln nur von Haar zu Haar. Oder eben von Mütze zu Mütze. Ihre Eier (Nissen genannt) sind besser zu sehen als die Läuse selbst, die man nur mit einer Lupe sieht. Läuse ernähren sich von Kopfschuppen und beim Anknabbern hinterlassen sie ihren Speichel, der das Jucken auslöst. Kratzt sich ein Kind oft am Kopf, dann sollte man es auf Läuse untersuchen. Sofort fing ich an, mich an sämtliche Kopfkratz-Aktionen meines Kindes zu erinnern – waren das Anzeichen von Läusebefall oder einfach nur so Jucken?!

Gegen Läuse vorbeugen kann man eigentlich nicht

Am Kopf kratzend las ich nun, was man vorbeugend gegen Läuse machen kann. Nicht viel, die ernüchternde Botschaft der Kopflaus-Seiten. Aber wenn Kopfläuse da sind, kann man etwas gegen sie machen. Kleidung bei 60 Grad waschen, Bettwäsche auch und die Kuscheltiere ebenfalls.  Ohje, was, wenn der Pinguin einläuft?! Alternativ dürfte ich ihn auch in das Tiefkühlfach legen. Passt ja auch, ist ja dort so kalt wie am Südpol. Aber erklär mal Deinem Kind, wieso der Pinguin so hart ist. Oh bitte, keine Läuse am Plüschpingu.

Haare mit einem Anti-Läuse-Mittel waschen, dann mit einem engzackigen Nissenkamm auskämmen und dann das ganze nach neun Tagen (solange dauert es, bis die Läusebabys schlüpfen, unglaublich, was man alles lernt, wenn man Kinder hat!) wiederholen. Und dann sollte es mit den Kopfläusen erledigt sein. So kann man Läuse bei Kindern also loswerden. Geht das denn nicht einfacher? Es kribbelte schon wieder auf meiner Kopfhaut. Haare waschen ist bei uns nämlich immer ein Riesendrama. „Mama, ich hab Wasser in den Augen!“. Das jammert der Große schon, wenn ich das wirklich harmlose Babyshampoo benutze. Wie soll es bloß bei einem Läusemittel werden?! Und Kämmen ist auch so ein Spaß für sich. Und das dann mit einem ganz feinen Läusekamm??? Womöglich bei ihm und dann noch bei dem Baby? Und das noch mal wiederholen?! Läuse bei Kindern loswerden scheint wirklich keine leichte Aufgabe zu sein.

Bitte lass diese Laus an uns vorbeigehen, flehte ich insgeheim.

Mein Appel, auf fremde Mützen zu verzichten, scheint bisher gefruchtet zu haben.

Keine Laus in Sicht. Aber wie sagte mir eine Mutter so schön: „Das können die Kinder sich auch noch mit 12 einfangen.“ Wie schön. Nur dann ist hoffentlich das Haarewaschen nicht mehr so ein Drama und über tiefgekühlte Pinguine jammert dann hoffentlich auch niemand mehr. Hatten Eure Kinder schonmal Läuse? Und wie seid Ihr die Läuse losgeworden? Mir wurde gesagt, keine Familie bleibe von Läusen verschont… ich hab mir vorgenommen, das Gegenteil zu beweisen!

11 Kommentare zu “Läuse – ungebetene Gäste aus dem Kindergarten

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  2. Hihi, dieses Kribbeln und Jucken kenne ich. Jedes Mal, wenn meine Tochter berichtet, dass die Läusetante in der Schule war und alle Kinder untersucht hat – „und die C. musste dann gehen, weil sie bei ihr welche gefunden hat“ – setzt bei mir das grosse Jucken ein.
    Ich nerve meine Kinder dann auch: „Bind die Haare zusammen die nächsten Tage. Steck den Kopf nicht mit den anderen zusammen!“ Und natürlich die obligatorische Mützen-Warnung.
    Zwei Mal hat es uns trotzdem erwischt. Drei Mädchen mit langen Haaren. Horror! Und alle Jacken, Decken, Kissen etc in Waschmaschine, Tiefkühler oder Müllsäcke. Horror!
    Nee echt. Dann lieber Hand-Fuss-Mund *duck*.
    Oh Mann, jetzt fängt es an zu jucken. Das kann doch nicht sein. Hypochonder, ich. :p

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  4. So ein tolles Schild haben wir auch in der KiTa. Von Streptokokken über Magen-Darm zu Läusen – alles schon gelesen. Doch wirklich geschockt war ich dann bei der Info „Madenwürmer“. Hab es gegoogelt und es echt bereut… Gottseidank ist DER Kelch an uns vorbeigegangen. Ist schon seltsam, dass man als Mutter/Eltern in solchen Bereichen notgedrungen seinen Horizont erweitert bekommt, ich persönlich könnte darauf verzichten 😉

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