Umzug ins eigene Kinderzimmer: Die Sache mit den Schlafstempeln

Unser Großer ist schon drei Jahre alt. Und er hatte auch schon mal in seinem eigenen Kinderzimmer geschlafen. Das ist aber schon eine Weile her. Dann kam unser Kleiner. Und wir stellten erst mal die Versuche ein, den Großen in sein Zimmer umzuquartieren. Er sollte sich ja schließlich nicht aussortiert fühlen. Aber so langsam wird es eng bei uns im Familienbett. Das Baby liegt in der Babybay, der Große zwischen uns und das auch gerne mal quer. Trotz der Füße im Gesicht und Arme in den Rippen liebe ich es: dieses Kuschelige, wenn sich von einer Seite der Große und von der anderen Seite das Baby an einen kuscheln. Und immer zu wissen, dass es den Beiden gut geht, sofort zur Stelle zu sein, wenn der Große aus einem Albtraum aufwacht: auch das tut dem Mamaherz gut.

Das Kind ans eigene Bett gewöhnen

Über die Vorzüge des Familienbettes hatte ich ja schon mal in dem Beitrag hier geschrieben. Aber irgendwann wird es Zeit fürs eigene Bett, fürs eigene Kinderzimmer. Ich weiß, die Wahrscheinlichkeit, dass unser Sohn mit 15 zusammen mit seiner ersten Freundin unter unsere Bettdecke schlüpft, ist gering, aber er wird ja nicht kleiner. Und der Platz im Bett nicht mehr. Wir haben schon 2 mx2m. Mehr passt nicht ins Schlafzimmer. Unser Plan: Zumindest den ersten Teil der Nacht soll der Große in seinen eigene Kinderzimmer schlafen. Wenn er dann aufwacht oder schlecht träumt, dann ist er herzlich willkommen bei uns.

Sämtliche Versuche schlugen fehl. Vorlesen in seinem Kinderzimmer, kuscheln in seinem Bett. Dann der Blick zu mir:

Mama, ich möchte lieber in unserem Schlafzimmer schlafen.“

Unser Schlafzimmer! So weit ist es schon gekommen!

Schlafstempel als Belohnung für das Schlafen im eigenen Bett

Nun haben wir uns für den Schlafstempel entschieden. Den ich feierlich mit ihm gekauft habe. Dazu ein selbstgebasteltes Stempelheft. Bei zehn Stempeln gibt es ein Fahrrad mit Pedalen! Also ein richtiges Rad für Große, nicht nur ein Laufrad wie er jetzt hat! Einen Stempel gibt es für das Einschlafen im eigenen Bett im eigenen Zimmer.

Ohja, das will er. Das kleine Gesicht strahlte! Schließlich fährt Conni in seinem Pixibuch ja auch so ein echtes Fahrrad!

Und es klappte. Gleich bei der ersten Nacht. Ruckzuck eingeschlafen. Im eigenen Bett. Im eigenen Zimmer. Wir konnten es gar nicht glauben.

Da lag der kleine Mann nun und schlummerte seelig. Spätestens, wenn wir ins Bett gehen, meldet er sich, dachten wir. Nee. Der junge Herr schlief weiter. Wir putzten Zähne, schauten abwechselnd nach ihm.

Es kommt mir ganz komisch vor ohne ihn, sagte mein Mann. Hoffentlich wacht er bald auf und kommt zu uns ins Bett, dachte ich und kuschelte mich ans Baby.

Der Große  meldete sich schließlich gegen drei Uhr nachts. Mein Mann ging zu ihm, er schlief weiter. Erst eine Stunde später wollte er zu uns. Den Stempel fürs Einschlafen im eigenen Bett und eigenen Kinderzimmer gab’s trotzdem.

Kinder sanft ans eigene Bett gewöhnen

Was soll ich sagen? Ich war froh, als er neben mir lag und sein leichtes Kleinkindschnarchen erklang!

Nun ja, wir befürchteten schon, dass wir nun ganz schnell innerhalb von zehn Tagen ein Fahrrad beschaffen müssten. Aber schon am nächsten Abend wollte er ins Schlafzimmer. Und seitdem? Jeden Abend. Sein Kinderzimmer benutzt er nur zum Spielen. Nicht zum Schlafen. Und sein Bett – ist mal Piratenschiff oder Burg. Aber zum Schlafen… kommt er nach wie vor ins Elternbett. Und das mit den Schlafstempeln? Hat ihn einfach nicht mehr interessiert.

Wer weiß, vielleicht zieht er dann also doch mit seiner ersten Freundin zu uns ins Bett. Vielleicht hat er ja auch schon mit 13 den ersten Damenbesuch statt mit 15.

Wir haben einen neuen Plan: Schlafstempel bleiben. Und demnächst gibt es ein neues Bett. Denn sein Bett bekommt das Baby, das aus der Babybay gewachsen ist. Vielleicht kann dann ein richtiges neues Hochbett das Schlafen im eigenen Zimmer schmackhaft machen. Aber vielleicht bleibt er noch bei uns im Familienbett, bis der Kleine irgendwann zu ihm ins Zimmer zieht…

Und bis dahin genieße ich es noch, wenn sich meine beiden Söhne im Familienbett an mich kuscheln. Sie werden so schnell groß! Das mit dem Umzug ins eigene Kinderzimmer und Bett will ich gar nicht mehr so forcieren…

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9 Kommentare zu “Umzug ins eigene Kinderzimmer: Die Sache mit den Schlafstempeln

  1. Vielleicht brauchst DU ja die Schlafstempel ;-)? Nein, im Ernst: Solange es alle geniessen können, ist es doch einfach okay! Und wenn die Freundin einzeht, können du und dein Mann ja dann ins Kinderzimmer… lg, Mirjam

    • Es ist wohl kein Zufall, dass unser Sohn immer von „unserem großen Schlafzimmer“ spricht und nicht von „eurem großen Schlafzimmer“. Für ihn gehört das Bett der ganzen Familie. Irgendwie schön.

  2. Unsere Große hat vor der Geburt des Bruders schon 10 Monate in ihrem Zimmer gut geschlafen – ohne zu uns zu kommen – außer in Ausnahmefällen. Seit der Geburt kommt sie häufiger zu uns. Leider ist sie aus dem süßen Kleinkindschnarchen herausgewachsen und ich liege dann wach neben ihr oder wenn ich gerade einschlafe, habe ich einen Arm im Gesicht und bin wieder wach für die nächste Stunde bzw. bis der Kleine sich meldet. Also das mit Familienbett funktioniert für mich leider überhaupt nicht, wenn ich nicht an Schlafmangel untergehen mag. Ich erzähle meiner Großen sehr oft, dass sie bis zu ihrem 2. Geburtstag bei uns im Zimmer schlafen durfte – viel länger wie es wahrscheinlich ihr Bruder darf, weil der ja zu ihr ins Zimmer ziehen darf, wenn er dann irgendwann mal durchschläft und alt genug dafür ist (bzw. für mich, ihn „loszulassen“). Das beruhigt sie dann irgendwie.

    LG
    Petra

  3. Oh, das kenne ich alles sehr, sehr gut..und unser Sohn ist 5!!!! Wir haben auch alles versucht: Belohnungs-Smileys-Zettel, tolles Auto-Bett…aber nein…er kommt jede Nacht zu uns…aber ganz unter uns: ich finde das total schön und kuschelig;-) Bei anderen Kulturen ist es ja ganz normal, dass die Kinder lange im Bett der Eltern schlafen…und ich denke, dass gerade Jungs das brauchen, weil sie doch tagsüber schon gerne Mal den Coolen spielen….aber so holen sie sich ihre Geborgenheit zurück…ich finde das okay…Liebe Grüße und Gute Nacht!

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