Regentag mit Baby und Dreijährigen

Es ist einer dieser norddeutschen Regentage. Der Regen prasselt schon morgens auf Dach, der Himmel ist grau, das Handy sagt einem, dass es noch mindestens bis zum Mittag so weitergeht. Der Spaziergang zur Tagesmutter steht an. Eigentlich so ein Wetter, wo die Mundwinkel eine erstaunliche Schwerkraft entwickeln und sich lang wie Gummibänder nach unten ziehen. Doch bevor meine Mundpartie Formen annimmt wie bei einer gewissen Politikerin, stoppt mein Großer die aufsteigende schlechte Laune. Regentage mit Kindern machen Spaß!

Regenspaziergang mit Kindern bringt Spaß

Gut gegen den Regen gewappnet mit Gummistiefeln, Regenhose, Regenjacke will er noch einen Regenschirm tragen. Man kann ja nie wissen. Denn es gießt wirklich in Strömen. Ich nehme also den großen Regenschirm, der Große den kleinen Regenschirm. Wir gehen los. Regenhaube über den Kinderwagen, Baby schläft seelig ein, bei dem eintönigen Regengetropfe aufs Kinderwagendach kein Wunder.

Der Große trägt tapfer den Regenschirm und schwankt ein bisschen – liegt vielleicht auch an den noch etwas zu großen Gummistiefeln. Die erste Pfütze kommt! Patsch, patsch. Nochmal Kehrtwende. In den Knien federn. Noch mal federn. Und. Absprung! Super.  Die Mitte getroffen, Pfütze fast leer, aber es regnet ja genug nach.

Wir tappen weiter. Platsch, jede Pfütze wird mitgenommen. An der nächsten Straßenecke wird mir der Regenschirm in die Hand gedrückt. Mama, mein Arm ists schwer. Also nassen Regenschirm in den Kinderwagen gestopft. Ich weiter, großen Regenschirm in der Hand, Kinderwagen in der anderen. Der Dreijährige tappt hinter mir. Platsch, platsch.

Da – eine Straßenkehrmaschine! Sie fährt mitten durch die Pfützen. Stehenbleiben, gucken. Wundern. Laut. Und wieso spritzt die Wasser auf die Straße, wo es doch von oben noch mehr Wasser gibt?

Weiter. Regenschirm wieder auf. Platsch, Pfütze. Abfedern und so weiter.

Da – die Müllabfuhr!

Mama, wieso haben die Müllmänner keinen Regenschirm dabei?

Den eigenen Regenschirm macht mein Sohn wieder zu. Arm lahm. Ab in den Kinderwagen-Einkaufskorb, wo die Ersatzwindeln, die dort verstaut sind, mittlerweile ganz nass sind. Egal, trocknen ja wieder.

Pfütze. Regenschirm. Pfütze. Abfedern. Auto kommt vorbei, viel zu schnell, egal, meine Hose ist eh schon nass. Der Dreijährige ist begeistert.

Das Auto hat ja alles nassgespritzt!

Das patscht ja noch besser als wenn man in eine Pfütze springt!

Wir sind nun auf der Zielgeraden, noch hundert Meter. Und gefühlte 100 Pfützen. Und gefühlte 50 mal Regenschirm auf, wieder zu, Arm lahm, abfedern, weitergehen.

Sie haben Ihr Ziel erreicht.

Entschleunigung für Eltern: Einfach im Regen spazieren gehen

Für eine Strecke, für die ein Erwachsener im Normal-Tempo 15 Minuten braucht und ein Erwachsener mit Kleinkind 25 Minuten haben wir 45 Minuten gebraucht. Im strömenden Regen. Dafür haben wir keine Pfütze ausgelassen, den Regenschirm dem Hardcore-Machauf-Machzu-Test unterzogen und Mamas Schuhe sind jetzt durch. Selbst Schuld Mama, wieso hast Du auch keine Gummistiefel? Ja, wieso eigentlich nicht.

Kind abgeliefert, alles trocken unter der Regenkluft.

Ich schieb nach Hause – trotz nasser Schuhe, nassen Händen, lahmen Armen vom Regenschirmgetrage und Kinderwagengeschiebe komme ich mit einem breiten Lächeln nach Hause. Durch den Regen mit Kleinkind: Ich hatte vergessen, was für ein Abenteuer so ein Regen doch ist. Die Laune ist gerettet, das Baby schlummert zufrieden im Kinderwagen und meine Mundwinkel haben der Schwerkraft erfolgreich getrotzt.

Regentage mit Kindern können riesigen Spaß machen!

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