Was beim Zweiten anders ist Teil II

Man wird deutlich cooler beim zweitenKind. Und sieht vieles nicht mehr so eng. Man ist einfach entspannter. Da ist zum Beispiel das Wickeln. Wurde der Große als Baby sogar nachts im Zweistundentakt gewickelt, muss der Kleine jetzt die ganze Nacht in einer Windel ausharren und bekommt auch tags nur eine frische, wenn ein großes Geschäft reinging oder die Pipiwindel kurz vorm Überlaufen ist.

A propos Wickeln:Feuchttücher waren beim Großen in den ersten Monaten eine gaaanz große Ausnahme. Nur unterwegs. Zuhause natürlich nur warmes Wasser und ein kuschelweicher Waschlappen. Bloß keine Chemie auf Babys Po! Was soll ich sagen, als der Große sechs Monate alt war, gab es nur noch Feuchttücher, die sensitiv ohne alles zwar, aber die bösen Feuchttücher. Beim Kleinen gab es nie einen Waschlappen. Und auch kein warmes Wasser. Sondern von Anfang an Feuchttücher. Die hatten sie übrigens auch im Krankenhaus. Es gab sie also vom ersten Tag an.

Und jeden Morgen einen frischen Body? Gab’s beim Großen. Wir wechseln ja auch täglich die Unterhose. Also jeden Morgen die kleinen Ärmchen durch die Ärmel friemeln, das Ding gegen Babys Willen über den Kopf ziehen.. puh. Quatsch Unterwäsche! Die Windel ist Babys Unterhose! Also wird bei Baby Nummer 2 der Body auch mal einen zweiten und ja auch einen dritten Tag angelassen. Bis mal eine Windel überläuft, was ja irgendwie ständig geschieht (immer dann, wenn man eh spät dran  ist und das Kind endlich angezogen hat und in den Kinderwagen packen will – aber das ist eine andere Geschichte).

Wurde der Große nach jedem Stillen so lange „beklopft“ bis ein Bäuerchen kam, kommt beim Kleinen eins oder es kommt nicht. Es stört ihn auch gar nicht, wenn keins kommt.. (siehe auch: https://ganznormalemama.wordpress.com/2013/12/02/was-beim-zweiten-kind-anders-ist/ oder Immer wieder ein Wunder)

Waren wir beim Großen noch darauf bedacht, ja nicht zu viel Trubel zu haben und genug Routine im Alltag (bloß nicht zu viele Reize -Reizüberflutun = ganz böse!), muss der Kleine nachmittags notgedrungen im Kinderchaos klarkommen: Da düst der Große mit demRutscheauto um ihn herum, hüpft vorm Schlafengehen  übers Bett oder wirft beim Essen mut Brot. Und der Kleine? Findet es klasse. Er ist der größte Fan seines großen Bruders, verfolgt ihn mit neugierigen Blicken und rudert begeistert mit den Armen, je lauter der Radau, umso begeisterter.

Beim ersten Kind habe ich auch die Wochen gezählt – und es gar nicht verstanden, wenn Mütter nur die Lebensmonate ihrer Kinder kannten. Was soll ich sagen? Mein Kleiner ist jetzt vier Monate alt – aber den Überblick über die Wochen habe ich verloren…

Man macht sich auch weniger Gedanken über die Entwicklung. Greifen, drehen, robben, das kommt alles von alleine. Man freut sich über die Entwicklungsschritte, aber feiert sie nicht mehr wie beim Ersten. Und vergleicht sich nicht mehr mit anderen.

Das wird sich noch weiter so fortsetzen… wenn es mit dem Brei losgeht zum Beispiel. Alles selbstgekocht und natürlich so bio wie es überhaupt geht?! Gläschen, oh Gott, bloß nicht?! Ich befürchte, das wird nicht durchzuhalten sein. Ich gestehe auch, ich würde ihm sogar ein kaltes (!) Möhrengläschen geben. Oder den Nachmittagsobstbrei zum Mittagessen, wenn man unterwegs ist… Ja, ich würde den Essensrhythmus wissentlich durcheinander bringen! Frevel!

Ja, man wird etwas gelassener. Und undogmatischer. Erkennbaren Schaden hat unser Kleiner bisher nicht genommen. Eines halte ich aber genauso ein wie beim Großen: Ich lasse ihn nicht schreien.

 

 

Ein Kommentar zu “Was beim Zweiten anders ist Teil II

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