„Ich mach‘ das!“ – Wieso Kinder alles selber machen wollen

ICH MACH DAS!“

Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft ich diesen Satz am Tag von meinem Kind höre. Mein Kind will alles selbst machen. Es beginnt morgens beim Umziehen und hört abends beim Umziehen auf. Den Schlafanzug ausziehen? „Ich mach‘ das!“ Das Brot schmieren? „Ich mach‘ das!“ Und wehe, man wagt es, den Milchbecher zu füllen. Dann folgt ein „Ich wollte das alleine machen“ inklusive dicke Tränen. Weiter geht es mit den Schuhen. Wehe, man schiebt sie ihm nur etwas hin, dann kommt ein energisches „Ich kann das alleine.“

Natürlich kann er es alleine.

Aber es dauert halt.

Mein Kind ist in der Selbstmachphase.

So lernen Kinder sich selbst anzuziehen

Es ist schön, dass der Große selbständig wird. Dass er einem auch Sachen abnimmt und man sich nicht ständig bücken muss, um den Klettverschluss an den Winterstiefeln dicht zu pfriemeln. Es ist ja auch wichtig, dass er diese Dinge immer und immer wieder macht. Er soll es ja auch lernen. Und je öfter er es macht, umso schneller geht es.

Irgendwann.

Bis dahin ist es manchmal aber ein weiter Weg. Der Nerven kosten kann. Wie schon bei „Entschleunigung leicht gemacht“ beschrieben (https://ganznormalemama.wordpress.com/2014/02/03/entschleunigung-leicht-gemacht/) haben die Kinder ihr ganz eigenes Zeitgefühl… nämlich gar keins. Eigentlich beneidenswert, dass sie noch nichts von Zuspäkommen, Pünktlichsein oder Hetzen gehört haben.

Die Selbstmach-Phase hat bei uns schon vor vielen Monaten begonnen (auch in Bzug auf mein Smartphone: Multimediakomptenz der Zweijährigen)und erreicht jetzt kurz vorm dritten Geburtstag ihren Höhepunkt. Das Neueste „Ich mach‘ das“ kommt nun auf dem Klo. Er braucht jetzt – von einem Tag auf den anderen – kein Töpfchen mehr. Monsieur geht aufs richtige Klo. Und halten muss ihn da auch keiner mehr. Absteigen geht eh alleine. Nach dem Helfen beim Raufsetzen kommt ein ungeduldiges: „Ich kann das alleine. Du sollst rausgehen.“ Und dann folgt eine genervte Handbewegung in Richtung Tür. Er ist groß. Und was soll ich sagen? Er kann es echt alleine. Und ins Klo gefallen ist er bisher auch nicht.

Sie machen das schon. Man muss sie nur machen lassen.

Auch wenn es manchmal in den Fingern kribbelt, einfach mal schnell den Reißverschluss zuzumachen, damit man einmal pünktlich aus dem Haus kommt.

Nun ja. Das mit der Geduld muss ich zugegeben noch lernen. Mein Sohn ist nämlich sehr energisch in Sachen Selbermachen. Und ich kann auch sehr energisch sein. In Sachen Genervtsein…

5 Kommentare zu “„Ich mach‘ das!“ – Wieso Kinder alles selber machen wollen

  1. Pingback: Ich mach’ das selbst! hat das Trödeln abgelöst – aber ob wir damit wirklich schneller sind? | Eine ganz normale Mama

  2. Pingback: Bullshitbingo: Jeden Morgen dasselbe Theater! | Eine ganz normale Mama

  3. Pingback: Immer diese Trödelei! Oder: Pünktlichsein mit Kindern | Eine ganz normale Mama

  4. Bei uns hat die „Selbstmach-Phase“ kurz vor dem zweiten Geburtstag begonnen. Zwar fragt meine Motte noch oft nach Hilfe, aber natürlich gerade wenn man es mal eilig hat, dann heißt es „selba machen“…ich genieße es total, dass sie sich Wasser selbst einschenken möchte (und dabei auch gern den Boden überschwemmt) und ihr Hose alleine anziehen möchte und wie süß, wenn sie versucht ihre Schuhe anzuziehen und sich damit abmüht, aber fleißig am Ball bleibt. Und dann kommt wieder diese Wehmut: „warum wird sie nur so schnell groß“ 🙂 Also genieße ich noch ein bisschen die Momente in denen sie sagt: „Mama, helfen“ – es wird wahrscheinlich bald vorbei sein 😦

    Und weil ich ein wirklich begeisterter Fan Deines Blogs bin, habe ich Dir heute einen BEST BLOG AWARD verliehen- ich hoffe wirklich sehr, dass Du mitmachst und bin sooo gespannt auf Deine Antworten: http://krachmacherbande.wordpress.com/2014/02/18/juhuu-ein-best-blog-award/

    Ganz liebe Grüße, Anna

    Gefällt mir

  5. Diese Phase kenne ich auch seeeehr gut. Unsere Jüngste ist dreieinhalb und ist immer noch auf dem „Ich mach das ganz alleine“-Trip. Ja, ich finde es toll und bewundere sie dafür, wieviel sie schon alleine schafft. Aber wie du auch schreibst, es kostet Nerven 🙂 Und man muss sich die Zeit dafür nehmen können, was ja im Alltags-Termin-Trubel nicht immer leicht ist.

    Gefällt mir

Was denkst Du?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s