Mein Plädoyer fürs Familienbett

Immer wieder hört man:

„Unser Kind schläft endlich in seinem Zimmer.“

Das Kind, um das es geht, ist dann zwei oder drei Monate alt.

Auch unser Sohn hat ein eigenes Bett. Und ein eigenes ZImmer. Aber das heißt nicht, dass das Bett in seinem Zimmer auch von ihm benutzt wird. Jedenfalls nicht ständig und schon gar nicht die ganze Nacht. Zurzeit lagern hier die Kuscheltiere drauf und er springt auch tagsüber gerne darauf herum. Aber schlafen? Unser Sohn zieht es vor, bei uns im Familienbett zu schlafen, zwischen uns, gerne eine Hand unter meinem Kissen und eine Hand unter Papas Kissen. So kann er auf uns beide aufpassen.

 

Mein Kind schläft durch – aber nur im Familienbett

Nun  kann quasi jeden Augenblick das zweite Kind auf die Welt kommen. Der absolut falsche Zeitpunkt, um unseren Großen jetzt dauerhaft ans eigene Zimmer zu gewöhnen. Also lassen wir ihn weiter bei uns schlafen und Nacht für Nacht zu uns ins Bett klettern. Das wird dann so aussehen: In der Babybay der Kleine, zwischen uns der Große. Wir praktizieren das Familienbett und ich glaube, wir werden es noch eine Weile so weitermachen.

Ich genieße es! Es beruhigt mich, wenn ich mich nachts einfach nur umdrehen muss, um zu sehen, ob es dem Großen gut geht. Wenn er wach wird, ich ihn sofort beruhigen kann. Ich weiß nicht, ob das anders wäre, wenn er alleine in seinem Zimmer schlafen würde. Wahrscheinlich würde ich auch unruhiger schlafen und ständig aufstehen, zu ihm rübergehen und schauen, was er macht, ob er nicht rausgefallen ist oder nicht plötzlich Fieber bekommen hat.

Die Zeit geht so schnell vorbei – die Kleinen werden rasent schnell groß und ehe man sich versieht, finden sie kuscheln doof. Und ich bin mir sicher, mit 15 und seiner ersten Freundin kommt unser Sohnemann nicht mehr zu uns ins Bett!

Das Kinderzimmer wird überbewertet – Kinder wollen da sein, wo ihre Eltern sind

Mir fällt es schwer zu verstehen, wieso viele Eltern so einen Wettbewerb darum veranstalten, ihr Kind so früh wie möglich ins Kinderzimmer umzuquartieren. Da ist es ein regelrechter Sport. Die Kinderzimmer werden schon lange vor der Geburt fertiggestellt, samt Wandbemalung und Kleiderschrank. Dabei wollen die Kleinen am Anfang vor allem eines: Nähe. Und die gibt es bei den Eltern.

Seit Jahrtausenden schlafen wir Menschen in einem Raum mit den Kindern bis sie ein gewisses Alter erreicht haben – und mal Hand aufs Herz: Ich schlafe auch nicht gerne alleine. Wieso soll es dann ein halbes Jahr altes Kind?! Soll er doch ruhig noch ein bisschen länger Nacht für Nacht bei uns im Bett schlafen – wie so viele andere Kinder auch… Und ganz ehrlich: Ohne meinen Sohn im Familienbett würde mir etwas fehlen!
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6 Kommentare zu “Mein Plädoyer fürs Familienbett

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  3. Stimmt absolut. Ich will ja auch nicht alleine schlafen. Babybay haben wir gar nicht erst gekauft, sondern einfach das Gitter am Babybett weggemacht. Dann kann unser Sohn ganz lange bei uns schlafen.
    Demnächst übersetze ich übrigens eine Studie auf meinem Blog (http://gestattenmupf.com/) über alleine schlafen bei Kindern.

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  4. Ich vergleiche das ganz gerne damit, dass wir (Frau und Mann) ja auch nicht alleine schlaffen müssen. Warum soll es dann ein Kind machen.
    Leider ist das noch immer so ein Mythos.
    Jeder soll und darf es doch so machen, wie es für ihn Richtig ist.
    Viel Spaß beim Kuscheln im gemeinsamen Bett.
    Lg Carinna

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