Zweite Schwangerschaft – anders als erste?

Der Stichtag meines zweiten Kindes nähert sich in großen Schritten. Noch knapp zwei Wochen. Endspurt. Der Bauch wird immer runder, die Schritte immer schwerfälliger. Die Vorfreude ist groß! Und es ist Zeit, zu überlegen, was bei der zweiten Schwangerschaft eigentlich anders war als beim ersten Mal.

Bei der zweiten Schwangerschaft läuft vieles nebenher

Es lief vieles nebenher in der dieser zweiten Schwangerschaft. Der Bauch wuchs und wuchs. Und wurde noch größer als beim ersten Mal – und da war er schon riesig! Gleichzeitig verging die Zeit viel schneller. Man hatte ja auch kaum Zeit, mal innezuhalten und an das Baby im Bauch zu denken. Da war der Große, der nachmittags beschäftigt werden wollte. Und vormittags die Arbeit, die erledigt werden wollte. Und dann noch Mann, Haus, Garten, was halt so anfällt. Und so raste die Zeit vorbei und immer wieder fiel einem ein: „Mensch, ich bin schon in der xx. Woche, Wahnsinn!“

Die Ultraschallbilder, die es beim Arzt gab, wurden in den Mutterpass gesteckt, aber mit viel weniger Aufregung wieder rausgeholt. Im Bekanntenkreis eigentlich gar nicht mehr herumgereicht. Selbst mein Mann vergass nach den Terminen manchmal zu fragen, ob er nicht das Bild anschauen konnte.

A propos Vorsorgetermine: Mein Blutdruck war viel niedriger als beim ersten Mal. Da schoss er jedes Mal beim Messen in die Höhe vor lauter Aufregung. Diesmal wusste man ja, was passierte. Man war viel gelassener. Spürte jeden Tag die Kindsbewegungen und wusste, alles ist in Ordnung. Die zweite Schwangerschaft ist unaufgeregter.

SONY DSC

Man machte sich auch überhaupt weniger Sorgen. Die kleinen Zipperlein konnte man einschätzen – und man hatte einfach weniger Zeit, sich zu sorgen. Und schwupps ist der letzte Monat da, die letzten Wochen und nun stelle ich fest, dass meine Gedanken sich diesmal nicht darum drehen, wie wohl die Geburt wird, ob ich die Schmerzen aushalte – sondern nur darum: Wo ist mein Großer, wenn es losgeht? Ist meine Mutter rechtzeitig da?

Beim zweiten Kind muss die Geburt anders geplant werden: Wer passt auf den Großen auf?

Der Plan für diese Geburt ist: Ich bringe den Großen morgens zur Tagesmutter, um kurz nach 9 setzen dann die Wehen ein. Mein Mann ist ruckzuck da, wir fahren zum Krankenhaus, das Kind kommt natürlich ganz schnell und wenn meine Mutter meinen Großen um 15 Uhr von der Tagesmutter abholt, dann kann sie gleich mit ihm ins Krankenhaus zu Besuch kommen – wo ich natürlich schon wieder topfit bin.

Guter Plan! 🙂

Soweit die Theorie, mal sehen, was die Praxis bringt.

Noch etwas ist anders: Ich genieße die letzten Tage vor der Geburt ganz anders. Ich mache Dinge, von denen ich weiß, dass ich sie bald nur noch reduziert oder gar nicht machen kann. Mit meinem Mann frühstücken gehen, wenn der Große bei der Tagesmutter ist. Nochmal zu zweit essen gehen. So etwas Banales wie Duschen – ganz in Ruhe, ohne dass man mit einem Ohr hört, ob da nicht jemand an die Milchbar will. In aller Ruhe Zeitung lesen. Durch die Stadt bummeln ganz ohne Kinderwagen. Im Café sitzen und Zeitschriften lesen bevor ich den Großen abhole.

Aufräumen. Ja, da hat tatsächlich der Nesttrieb eingesetzt. Alles wird noch mal hübsch gemacht und rumgeräumt.

Und durchschlafen. So gut es halt geht mit dem Riesenbauch, der immer im Weg ist.

Noch einmal ganz für das große Kind dasein bevor das Geschwisterkind kommt

Meinen Großen ganz in Ruhe ins Bett  bringen, ohne dass da ein anderer kleiner Mann seine Bedürfnisse anmeldet. Bücher lesen, kuscheln, ihn im Schlaf beobachten. Nochmal ganz für ihn dasein, bevor ich mich zweiteilen muss.

Ich bin hin und hergerissen. Einerseits will ich, dass die Geburt endlich losgeht, ich mal wieder meine Füße sehen kann und nicht mehr von den Omas mit ihren Rollatoren überholt werde. Und ich will mein Baby in die Arme schließen, diesen Babyduft einatmen, sehen, wer das ist, der da in meinem Bauch gewachsen ist! Andererseits ist diese letzte Phase des Mutterschutzes auch sehr schön. Sehr entspannt. Und ganz schnell vorbei.

Noch 12 Tage bis zum errechneten Entbindungstermin. Die Zeit rast. Und dehnt sich gleichzeitig wie Kaugummi in dieser zweiten SChwangerschaft.

 

2 Kommentare zu “Zweite Schwangerschaft – anders als erste?

  1. Sehr gut geschrieben und genau das was während meiner 2. Schwangerschaft meine Gedanken waren. Ich hab die zweite aber bewusster erlebt weil ich wusste es wird die letzte sein….und zum Post von mamaberlin kann ich nur sagen, ich habe im März 2014 um 6.50 mit leichten und erträglichen Wehen meinen Sohn zum Bus geschafft und als er 15 Uhr aus der Schule kam, konnte er seine Schwester willkommen heißen. 😉 also bei uns völlig im Zeitplan..

    Gefällt mir

  2. ich fange gerade an von vorne zu lesen…. am beste finde ich in dem post hier: „um kurz nach 9 setzen dann die Wehen ein“ *hihi* der plan ist echt klasse – ich bin schon ganz gespannt zu lesen, wie es dann in der praxis war…

    Gefällt mir

Was denkst Du?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s